Gefühlsdrama um zwei nach Liebe Suchende, die der Zufall und Autor-Regisseur Tom Tykwer ("Lola rennt") zusammenführt. http://images.kino.de/flbilder/max00/bf00/bf34/b0034100/b150x150.jpg Der Krieger und die Kaiserin

Filmdetails

Der Krieger und die Kaiserin

Gefühlsdrama um zwei nach Liebe Suchende, die der Zufall und Autor-Regisseur Tom Tykwer ("Lola rennt") zusammenführt.


Der Krieger und die Kaiserin
Start: 12.10.2000

Drama

Deutschland 2000
Laufzeit: 135 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Franka Potente
Benno Fürmann
Joachim Król

Regie: Tom Tykwer
Verleih: X Verleih

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Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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lau

Inhalt

Sissi arbeitet in der Psychiatrie, hat nie eine andere Welt gesehen. Bodo, der arbeitslose Ex-Soldat, hat eben diese verloren. Ein Autounfall schweißt die vermeintlich Inkompatiblen für einen Moment zusammen, als Bodo Sissi das Leben rettet. Danach ist die Welt verändert, und Sissi will mehr als einen Augenblick. Doch Bodos aufgestellte Mauern sind hoch.


Kritik

Der Krieger und die Kaiserin

Deutschland im Herbst - ein Märchen für Erwachsene. Nach Winter in "Winterschläfer" und Sommer in "Lola rennt" erreicht Tom Tykwers Jahreszeitenzyklus seine dritte Station. Eine gegen alle Widerstände ertrotzte Liebe ist das Thema, Tykwers Heimatstadt Wuppertal der im deutschen Film selten ausgestellte Schauplatz. Stilistisch deutlich zurückgenommener als "Lola rennt" konzentriert sich "Der Krieger und die Kaiserin" auf eine Krimi, Psychodrama und Romanze verschweißende Geschichte, auf die man sich trotz aller Bemühungen des Autors um einen erzählerischen Sog schwerer als in den beiden Vorgängern einlassen kann.

Kernproblem ist die Liebesgeschichte, die das große Gefühl nicht transportieren kann, weil sie im Stadium der Annäherung festgehalten ist. Ob Sissi (Franka Potente in ihrem zweiten Tykwer-Film), Krankenschwester in der Psychiatrie, und Bodo (Benno Fürmann), der arbeitslose Ex-Soldat, wirklich zusammenpassen, erfahren wir hier nicht, weil zunächst alte Wunden heilen und Vereisungen aufgebrochen werden müssen. In erster Linie geht es darum, Kontakt zu schaffen - somit ist der Gewinn am Ende nicht mehr als angedeutete Zuneigung und eine vage Hoffnung auf Liebe. "Der Krieger und die Kaiserin" ist also eher die Möglichkeit einer Romanze als ihr tatsächliches Erleben oder Bewahren, was den Kontakt zum großen Publikum etwas erschwert, das Gefühle gerne in üppigen Portionen serviert bekommt. Die Geschichte Tykwers wirkt wie in einen realitätsfernen Raum platziert, hat Züge eines Märchens, die nicht nur im Titel angedeutet sind. Ihr Beginn ist gewohnt eindrucksvoll, mysteriös, mit hypnotischen Klängen unterlegt und einigen optisch eindrucksvollen Sequenzen geschmückt, die ein frühes Kino-Ausrufezeichen setzen. Fürmanns Einführung auf einer Autobahnbrücke spiegelt mit einer brillanten Kamerafahrt dessen eigenen Orientierungsverlust, den er nach dem tragischen Tod seiner Frau, für den er sich verantwortlich fühlt, erlebt. Nicht minder spektakulär eine Jagd durch Wuppertals Straßen - Bodo rennt nach einem Diebstahl zwei Verfolgern davon -, die Potente nach einer Zufallskette mit noch nie gesehenen Bildern unter einen LKW bringt, wo ihr Fürmann das Leben rettet und dann aus diesem verschwindet. Nach 53 Tagen aus dem Krankenhaus entlassen, sucht Potente nun nach ihrem Schutzengel, dem selbst geholfen werden muss. Sein Geheimnis wird am Ende enttarnt, wie auch jenes von Potente, die mehr an ihren Arbeitsplatz bindet, als man ursprünglich annimmt. Sprache und Verhalten ihrer Figur tendieren anfangs zwischen rätselhaft und gewöhnungsbedürftig, erklären sich aber später, kommt sie doch schließlich aus einer anderen, hermetisch versiegelten Anstaltswelt, in der sie auch sozialisiert wurde.

Dramaturgische Lunten brennen in der psychiatrischen Klinik, in Fürmanns Vergangenheit, aber auch seiner Gegenwart, weil er sich der Hartnäckigkeit Potentes stellen muss und mit seinem Bruder (Joachim Król) einen Banküberfall plant. Alle aufgenommenen Fäden verknüpft Tykwer erwartungsgemäß miteinander, findet immer wieder Bilder, die einfühlsam Gefühle illustrieren. Ein interessanter Film präsentiert sich hier, aber auch einer, der nicht ganz rund wirkt, dem man das Ringen um Originalität und den Zuschauer anmerkt. Wie im Film selbst ist es also keine Liebe auf den ersten Blick, wohl aber deutliche Zuneigung, die man bei einer zweiten Sichtung überprüfen möchte. Wofür hierzulande, aber auch im Ausland die wenigsten Filme die Voraussetzung schaffen. kob.

Der Krieger und die Kaiserin

Darsteller:  Franka Potente   als Simone "Sissi"
  Benno Fürmann   als Bodo
  Joachim Król   als Walter
  Marita Breuer   als Sissis Mutter
  Jürgen Tarrach   als Schmatt
  Lars Rudolph   als Steini
  Melchior Beslon   als Otto
  Ludger Pistor   als Werner Durr
  Christa Fast   als Sigrun Molke
  Susanne Bredehöft   als Zewi
  Gottfried Breitfuß   als Paul
  Steffen Schult   als Bruno
  Rolf Dennemann   als Dieter
  Ali Nejat-Nouei   als Ali
  Sybille Schedwill   als Maria
  Peter Ender   als Thomas
  Friederike Frerichs   als Corinna
  Stefanie Mühlhan   als Andrea
  Irma Schmitt   als Sandra
  Max Urlacher   als Holger
  Thomas Gimbel   als Markus
  Alexander Wipprecht   als Martin
  Jan André Zinnschlag   als Stefan
  Natja Brunckhorst   als Meike
  Sabina Riedel   als Marita
 
Regie:  Tom Tykwer  
Drehbuch:  Tom Tykwer  
Produzent:  Stefan Arndt  
  Maria Köpf  
Kamera:  Frank Griebe  
Schnitt:  Mathilde Bonnefoy  
Musik:  Tom Tykwer  
  Johnny Klimek  
  Reinhold Heil  
Produktionsdesign:  Uli Hanisch  
Kostüme:  Monika Jacobs  
Ton:  Arno Wilms  
  Elmar Wilms  

Potente als doppelte Pianistin

Lola spielt - und zwar Klavier

Lola spielt - und zwar Klavier

Die Entdeckung kam "Nach Fünf im Urwald", der rasante Durchbruch in "Lola rennt" und die Krönung in "Der Krieger und die Kaiserin": Franka Potente ist DIE wandlungsfähige deutsche Schauspielerin.

"Schade, dass es nur eine davon gibt," dachten sich die Macher von "Blueprint" und klonten die Powerfrau mit den wunderbaren Mandelaugen: In dem Film nach einem Jugendroman von Charlotte Kerner spielt Franka eine Doppelrolle als Pianistin und deren Klon.

Im Regiestuhl wird Rolf Schübel Platz nehmen, der sich mit Filmen über Musiker bestens auskennt: Er inszenierte schon mit viel Gefühl das Drama "Ein Lied von Liebe und Tod - Gloomy Sunday", die wunderbare Geschichte um einen ungarischen Komponisten.

Kinostart für "Blueprint" ist voraussichtlich im Herbst 2003.

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Franka Potente

Franka Potente wurde mit ihrer rotschöpfigen Lola in Tom Tykwers "Lola rennt" die Galionsfigur für den Aufbruch des deutschen Films am Ende...

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Benno Fürmann

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