
Ein Mörder hält Berlin in Atem; die Spur führt den schwäbischen Kommissar Heiland in seine Heimat. Sollte der Krimi erfolgreich sein, könnte Heiland Reihenheld werden.
Die Parallelen sind keineswegs zufällig: Peter Heiland, Held von mittlerweile drei Kriminalromanen des "Bienzle"-Erfinders Felix Huby, lebt als Schwabe in Berlin; wie sein geistiger Vater. Die Bücher zeichnen sich zwar durch eine sympathisch humorvolle Ebene aus, sind aber trotzdem in erster Linie Krimis. Heilands Debüt ist sogar blutiger Ernst: Ein Serienkiller erschießt scheinbar wahllos Menschen mit einem Jagdgewehr.
Das ZDF hat Heilands ersten Fall nun verfilmen lassen. Das Drehbuch (Huby und Tilman Taube) hält sich eng an die Vorlage. Beide, Buch wie Film, beziehen ihren Reiz aus Heilands persönlicher Verstrickung in die Ermittlungen. Zunächst hält er die Spuren, die in seine schwäbische Heimat verweisen, noch für Zufall, doch dann stellt er fest, dass die vermeintlich wahllosen Opfer sehr wohl Gemeinsamkeiten aufweisen; und dass er selbst als nächster auf der Todesliste steht. Wie im Roman weiß man von Anfang an, wer der Täter ist. Ihre Spannung verdankt die Handlung der Frage, wie Heiland seinen Kopf aus der Schlinge ziehen kann und warum sich der junge Mann Jahrzehnte nach seinen als Kind und Jugendlicher erlittenen Misshandlungen nun auf seinen Rachefeldzug begeben hat. Reizvoll ist naturgemäß außerdem der Wechsel aus der Großstadt in die schwäbische Provinz, wo auch Heiland selbst verblüffende Neuigkeiten über seine Kindheit erfährt; der Täter steht ihm näher, als er je vermutet hätte.
Huby ist ein angenehmer Erzähler, aber sicher kein Thriller-Autor. Entsprechend gemütlich kommt auch der Film daher; die Inszenierung (Manfred Stelzer) orientiert sich durchaus an der Machart der Stuttgarter "Tatorte". Bienzle-Fans dürfen sich jetzt übrigens über einen Gastauftritt von Dietz-Werner Steck freuen. Walter Schultheiß, der seit jeher in den Bienzle-Krimis den bärbeißigen Hausmeister verkörperte, kommt als Heilands Großvater ebenfalls zu Gaststar-Ehren. Im Vergleich zum echten Schwäbisch der Routiniers werden daher auch Menschen jenseits Württembergs feststellen, dass Heiland-Darsteller Fabian Busch (ein gebürtiger Berliner) alles andere als schwäbische Wurzeln hat. Sieht man mal von seinem Dialektimitat ab, das Einheimischen ohne Frage ein Dorn im Ohr sein wird, macht Busch seine Sache aber gut.
Produzentin Regina Ziegler hätte Heiland gern als neuen Ermittler für den Samstags-Krimi im Zweiten etabliert, aber beim ZDF will man erst mal abwarten, wie gut der Kommissar beim Publikum ankommt. tpg.
| Darsteller: | Fabian Busch | als Kommissar Peter Heiland | |
|---|---|---|---|
| Karl Kranzkowski | als Kriminaloberrat Ron Wischnewski | ||
| Stefanie Stappenbeck | als Hanna Iglau | ||
| Antonio Wannek | als Sascha Gräter | ||
| Astrid Meyerfeldt | als Cordelia Meinert | ||
| Angelika Bartsch | als Sonja Michel | ||
| Anna Böttcher | als Christine Reichert | ||
| Walter Schultheiß | als Heinrich Heiland 'Opa Henry' | ||
| Alexander Scheer | als Manuel | ||
| Heidy Forster | als Hermine Gräter 'Oma Mine' | ||
| Jan Messutat | als Mike Dürr | ||
| Felix Goeser | als Winfried Leienberger | ||
| Dietz-Werner Steck | als Otto Ruckaberle | ||
| Regie: | Manfred Stelzer | ||
| Drehbuch: | Felix Huby | ||
| Produzent: | Prof. Regina Ziegler | ||
| Ausf. Produzent: | Prof. Wolfgang Hantke | ||
| Buchvorlage: | Felix Huby | ||
| Kamera: | Peter Ziesche | ||
| Schnitt: | Bernd Schriever | ||
| Musik: | Lutz Kerschowski | ||
| Produktionsdesign: | Peter Bausch | ||
| Kostüme: | Heidi Plätz | ||
| Ton: | Dirk Homann | ||
| Casting: | Anja Dihrberg | ||
Seinen ersten großen Erfolg auf der Kinoleinwand feierte Fabian Busch bereits 1993 in Wolfgang Kohlhaases Film "Inge, April und Mai". Seitdem...
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