Originaltitel: Ladies in Lavender
Großbritannien 2004
Dame Judi Dench
Maggie Smith
Daniel Brühl
Regie: Charles Dance
Verleih: Concorde
Mitte der 30er Jahre wird ein Jüngling (Daniel Brühl) offenbar polnischer Herkunft an die Gestade von Cornwall gespült. Er weckt bei einem kauzigen, älteren Schwesternpärchen (Maggie Smith und Judi Dench), das gemeinsam ein Haus bewohnt und den Schiffbrüchigen dort gesund pflegt, mütterliche und auch noch andere Instinkte. Als der junge Mann bald darauf mit Kostproben reichen musikalischen Talents die Aufmerksamkeit einer russischen Exilkünstlerin (Natascha McElhone) weckt, erblühen Eifersucht und Spekulation.
Charles Dance, der fiese Minister aus dem "Ali G"-Film und einzig positiver Aspekt an Arnolds "Last Action Hero", gibt mit diesem charmanten, glänzend gespielten Melodram sein Regiedebüt.
Charmantes Melodram, in dem zwei betagte Schwestern kurz vor dem Zweiten Weltkrieg einen schiffbrüchigen jungen Polen bei sich aufnehmen.
Die Schwestern Ursula (Dame Judi Dench) und Janet Widdington (Maggie Smith) verbringen ihre Tage geruhsam mit Spaziergängen, Gartenarbeit und Stickereien. Als eines Tages das Meer einen jungen Mann vor den Klippen ausspuckt, nehmen sie den Schiffbrüchigen auf, pflegen ihn gesund und betrachten ihn bald als Dauergast.
Zwar kann der Fremde, der sich als Pole Andrea Marowski (Daniel Brühl) entpuppt, kaum ein Wort Englisch, was aber die Konversation nicht weniger reizvoll macht. Die beiden Damen leben so richtig auf und lauschen bald verzückt den Klängen des begabten Violinisten.
Dass sich ausgerechnet die hübsche Russin Olga (Natascha McElhone) für den Wunderknaben und seine Musik interessiert, macht sie eifersüchtig, ebenso den Dorfdoktor, der sich Chancen bei der Schönen ausrechnet.
Charles Dances Regiedebüt "Der Duft von Lavendel" mit den Schauspiel-Legenden und Oscar-Preisträgerinnen Judi Dench und Maggie Smith sowie "Good Bye, Lenin!"-Star Daniel Brühl ist ein charmantes Melodram, gespickt mit englischem Witz und bestückt mit total skurrilem Personal. Eine bessere Besetzung bis in die kleinste Nebenrolle hätte es dabei nicht geben können.
| Darsteller: | Dame Judi Dench | als Ursula Widdington | |
|---|---|---|---|
| Maggie Smith | als Janet Widdington | ||
| Daniel Brühl | als Andrzej Marowski | ||
| Miriam Margolyes | als Dorcas | ||
| Natascha McElhone | als Olga Danilof | ||
| David Warner | als Dr. Francis Mead | ||
| Freddie Jones | als Jan Pendered | ||
| Gregor Henderson-Begg | als Luke Pendered | ||
| Clive Russell | als Adam Penruddocke | ||
| Richard Pears | als Barry | ||
| Ian Marshall | als Fischer | ||
| Toby Jones | als Hedley | ||
| Trevor Ray | als Sehr Alter Mann | ||
| John Boswell | als Sehr alter Mann | ||
| Joanna Dickens | als Mrs Pendered | ||
| Geoffrey Bayldon | als Mr Penhaligan | ||
| Timothy Bateson | als Mr Hallett | ||
| Rebecca Hulbert | als Fiance | ||
| Finty Williams | als Hübsches Mädchen | ||
| Roger Booth | als Arthur | ||
| Jimmy Yuill | als Constable Timmins | ||
| Peter Cellier | als BBC-Moderator | ||
| Alan Cox | als Zuvorkommender Mann | ||
| Jack Callow | |||
| Tom Hill | |||
| Scott Hinds | |||
| Regie: | Charles Dance | ||
| Drehbuch: | Charles Dance | ||
| Produzent: | Nicolas Brown | ||
| Elizabeth Karlsen | |||
| Ausf. Produzent: | Nik Powell | ||
| Robert Jones | |||
| Bill Allan | |||
| Emma Hayter | |||
| Charles Dance | |||
| Buchvorlage: | William J. Locke | ||
| Kamera: | Peter Biziou | ||
| Schnitt: | Michael Parker | ||
| Musik: | Nigel Hess | ||
| Joshua Bell | |||
| Produktionsdesign: | Caroline Amies | ||
| David Hindle | |||
| Kostüme: | Barbara Kidd | ||
| Ton: | Jim Greenhorn | ||
| Casting: | Sarah Bird | ||
Kino-Hits wie "Last Action Hero" und "Alien 3" machten ihn international bekannt. Charles Dance war über 50-mal als Schauspieler auf der Leinwand zu sehen, ehe er bei dem Melodram "Der Duft von Lavendel" erstmals selbst Regie führte.
Seitenwechsel - vom Schauspieler zum Regisseur: der Brite Charles Dance (Foto: Concorde)
Warum wechseln Sie nach so vielen Jahren als Schauspieler hinter die Kamera?
CHARLES DANCE: Ich war schon immer sehr visuell orientiert, habe darauf geachtet, wie die Kamera positioniert ist und wie eine Szene auszusehen hat. Nach einigen unbefriedigenden Drehbuchversuchen fiel mir eine Kurzgeschichte von William J. Locke in die Hände. Ich habe einiges verändert und den Zeitrahmen von 1900 auf das Jahr 1936 verlegt, bis die dritte Drehbuchversion von "Der Duft von Lavendel" stand.
Der Stoff bot sich für einen ersten Film geradezu an - kein großes Ding mit Spezialeffekten, sondern eine einfache und klare Geschichte mit märchenhaften Elementen. Die Augen sollten nie größer sein als der Mund.
Als Schwestern führen Maggie Smith und Judi Dench ein geruhsames Landleben... (Foto: Concorde)
Ging es bei dieser Produktion wirklich so kompliziert zu?
Ein Albtraum. Einiges lief schief. Der Produzent Nik Powell sollte die nötigen Gelder für das moderate Budget von rund vier Millionen Pfund auftreiben. Mit Judi Dench und Maggie Smith schien alles in trockenen Tüchern. Mein Gott, war ich naiv! Das britische Film Council stieg mit 25 Prozent ein und verlangte ständig Änderungen: Es bestand nicht nur auf finanzieller, sondern auch auf kreativer Kontrolle.
Das ging bis zur Frage, ob Natascha McElhone beim Aufsteigen aufs Fahrrad den Rock rafft oder nicht. Absurd das Ganze. Und plötzlich reduzierte sich die Förderung um 300.000 Pfund. Ich fühlte mich wie in einer total fremden Welt. Machiavelli hätte seine Freude gehabt.
....bis Daniel Brühl als Schiffbrüchiger Schwung in ihren Alltag bringt (Foto: Concorde)
Wo lagen die größten Stolpersteine?
Jedes kleinste Detail musste abgesegnet werden. Dann gewann Powell einen zusätzlichen Investor. Knapp 24 Stunden vor Beginn der Dreharbeiten knallte dieser uns eine Liste von unannehmbaren Forderungen auf den Tisch, die das Film Council ablehnte. Zu allem Unglück stellte uns die Bank ein Ultimatum. Ich dachte, das war's dann.
In wirklich allerletzter Sekunde sprang das Film Council ein und verdoppelte sein finanzielles Engagement. Die ganzen Querelen und späten Entscheidungen erschwerten die Arbeit. Wir standen auf einmal ohne Studio da. Durch einen Verwaltungsfehler verloren wir unsere Reservierung in den Ealing-Studios. Shepperton war ausgebucht und in Pinewood - heute eine Geisterstadt - mussten wir uns mit einem viel zu kleinen Studio begnügen. Ein Kompromiss, der nicht nur unserem Kameramann viel abverlangte.
Wie kamen Sie auf Daniel Brühl?
Nik Powell schwärmte nach der Verleihung des Europäischen Filmpreises von einem deutschen Schauspieler und schickte mich in "Good Bye, Lenin!". Ich war von Daniel Brühl angetan. Beim ersten Treffen beeindruckte mich sein Talent und seine außergewöhnliche Präsenz, sein Wille, diese schwierige Rolle durchzuziehen.
Wollen Sie trotz Ihrer schlechten Erfahrungen weiterhin als Regisseur arbeiten?
Ich bin von Natur aus kein Geschäftsmann und habe meine Lektion gelernt. Gerade wenn es um die Finanzierung geht, braucht man Nerven wie Stahlseile. Ich verstehe, dass sich Investoren in diesem Business nicht die Finger verbrennen und vor allem Sicherheit haben wollen. In Zukunft möchte ich als Schauspieler arbeiten und als Regisseur. Ich höre auf meine innere Stimme, die mir sagt, welche Prioritäten ich wann setzen soll.
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