Originaltitel: The Way
USA 2010
Martin Sheen
Deborah Unger
James Nesbitt
Regie: Emilio Estevez
Verleih: Koch Media (Neue Visionen)
Ein erfolgreicher Augenarzt aus Kalifornien erfährt vom Tod seines einzigen Sohnes auf dem Jakobsweg und entscheidet sich vor Ort spontan, die Wanderung stellvertretend für ihn zu beenden, eine späte Geste von Vaterliebe. Entlang des Camino de Santiago kämpft er mit der Bewältigung von Trauer und lernt das Schicksal anzunehmen, findet Antworten auf seine Fragen. Dabei trifft der Einzelgänger auf skurrile Mitpilger, die nicht nur ihren Rucksack auf dem Buckel tragen, sondern jede Menge eigene Psycho-Päckchen.

Martin Sheen glänzt als engstirniger Amerikaner, der sich auf dem Jakobsweg spirituellen und mentalen Herausforderungen stellt.
"Ich bin dann mal weg" sagte sich Hape Kerkeling und erzählte launig seine Erlebnisse in dem gleichnamigen Buch, das so manchen für die Wanderung auf dem Jakobsweg motivierte. Mit guter Laune hat der erfolgreiche Augenarzt aus Kalifornien, der da mürrisch den Pilgerpfad entlang marschiert, wenig am (Sonnen)Hut. Sein einziger Sohn ist in Frankreich schon am ersten Tag auf dem Jakobsweg tödlich verunglückt und der gestandene Mann folgt einem plötzlichen Impuls, die Wallfahrt stellvertretende für ihn zu Ende zu bringen, eine späte und verzweifelte Geste von Vaterliebe. Entlang des Camino de Santiago kämpft er mit der Bewältigung von Trauer und lernt das Schicksal anzunehmen, findet Antworten auf seine Fragen. Dabei trifft der Einzelgänger auf skurrile Mitpilger, die nicht nur ihren Rucksack auf dem Buckel tragen, sondern jede Menge eigene Psycho-Päckchen.
Obgleich das Hauptthema um Aussöhnung und Selbst- und Wahrheitsfindung kreist, darum, ob man sich für das richtige Leben entschieden hat oder nur vor sich hin lebt und vor sich selbst flieht, gibt Emilio Estevez immer wieder nach Momenten der Stille und Konzentration die Möglichkeit kurz durchzuatmen und auch zu lachen. Dazu bieten vor allem die drei Mitreisenden Gelegenheit - Yorick Van Wageningen als gemütlicher Holländer, der gerne mal einen Joint raucht, kulinarische Köstlichkeiten futtert und trotzdem ein paar Pfunde abnehmen möchte, James Nesbitt als extrovertierter Ire, der sich seine Schreibblockade nicht eingesteht und Deborah Kara Unger als nach außen taffe und zynische, innerlich verletzliche Kanadierin. Dreh- und Angelpunkt des Trüppchens ist Martin Sheen, der unter der Regie seines Sohnes Emilio (spielt in kurzen Szenen auch den Filmsohn) ohne jegliches Pathos eine unglaubliche Leistung zeigt als Mann, dessen Grundfesten ins Wanken geraten und der eine späte existenzielle Krise durchlebt, dessen Schweigen Zeichen eines tiefen Schmerzes ist. Komik und Tragik, realitätsnahe und treffende Dialoge, traumhafte Landschaftsbilder und eine immense Menschlichkeit machen diese inspirierende und hoffnungsvolle Reise fern aller Hektik zum großen Gefühlskino. Buen Camino! mk.
| Darsteller: | Martin Sheen | als Tom Avery | |
|---|---|---|---|
| Deborah Unger | als Sarah | ||
| James Nesbitt | als Jack | ||
| Yorick van Wageningen | als Joost | ||
| Tchéky Karyo | als Capitaine Henri | ||
| Ángela Molina | als Angélica | ||
| Emilio Estevez | als Daniel | ||
| Spencer Garrett | als Phil | ||
| Joaquim De Almeida | |||
| Regie: | Emilio Estevez | ||
| Drehbuch: | Emilio Estevez | ||
| Produzent: | Emilio Estevez | ||
| Julio Fernández | |||
| David Alexanian | |||
| Ausf. Produzent: | Alberto Marini | ||
| Kamera: | Juan Miguel Azpiroz | ||
| Schnitt: | Raúl Dávalos | ||
| Musik: | Tyler Bates | ||
| Kostüme: | Tatiana Hernández | ||
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