Die Macht und ihr Preis: Marc Bauders gut recherchierter Thriller vermengt ein Familiengeheimnis mit den finsteren Umtrieben alter Stasi-Seilschaften zum packenden Politkrimi. http://images.kino.de/flbilder/max12/mbiz12/mbiz01/z1201500/b150x150.jpg Das System - Alles verstehen heißt alles verzeihen

Filmdetails

Das System - Alles verstehen heißt alles verzeihen

Die Macht und ihr Preis: Marc Bauders gut recherchierter Thriller vermengt ein Familiengeheimnis mit den finsteren Umtrieben alter Stasi-Seilschaften zum packenden Politkrimi.


Das System - Alles verstehen heißt alles verzeihen
Start: 12.01.2012

Drama / Thriller

Deutschland 2010
Laufzeit: 92 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Jacob Matschenz
Bernhard Schütz
Jenny Schily

Regie: Marc Bauder
Verleih: Filmlichter (Barnsteiner)

Videoplayer wird geladen ...

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: warm
Besucher-
ansturm

Temperatur

warm

Inhalt

Mit seinem Kumpel lebt Mike im Rostocker Plattenbau in den Tag. Der vaterlos aufwachsende Herumtreiber zeigt kleinkriminelle Ambitionen, wird beim Einbruch in einen Luxus-Bungalow allerdings von dessen Eigentümer Konrad gestellt. Der ist ein reicher Baulöwe, kannte Mikes verstorbenen Vater Rolf und nimmt sich des Jungen an, indem er ihn in sein Klüngel-Business einspannt. Nach einem Schnellkurs in Bestechung und Erpressung will der gelehrige Schüler mehr über Rolf erfahren - und gerät in noch aktive Agentenzirkel der ehemaligen DDR.


Kritik

Das System - Alles verstehen heißt alles verzeihen

Die Macht und ihr Preis: Marc Bauders gut recherchierter Thriller vermengt ein Familiengeheimnis mit den finsteren Umtrieben alter Stasi-Seilschaften zum packenden Politkrimi.

Eine brisante Perspektive auf die Wende und die Schatten der Vergangenheit präsentiert der Dokumentarist Marc Bauder ("jeder schweigt von etwas anderem"), der sich nach langjährigen Recherchen über die Hintergründe des Baus der russischen Gas-Pipeline nach Westeuropa entschloss, diese Tatsachen als Fiktion zu inszenieren. Sein präzises Spielfilmdebüt ist ein nachdenklicher wie spannender Politthriller, der Schicht um Schicht enthüllt, wie die institutionalisierte Unmenschlichkeit des Stasi-Apparats bis in die nächste Generation fortwirkt.

Sein Protagonist, der im Wendejahr geborene, vaterlos in Rostock aufgewachsene Mike, wird mit seinem Kumpel beim Einbruch in einen Luxus-Bungalow von dessen Eigentümer überrascht. Der stellt sich als Baulöwe Konrad heraus, stinkt nach Geld und kannte Mikes Vater Rolf. Er überzeugt den Jungen von einem besseren Geschäftsmodell und spannt den Herumtreiber mit kleinkriminellen Ambitionen ins Business ein, gegen den erbitterten Widerstand von Mikes Mutter Elke: Beim Schnellkurs Bestechung und Erpressung erweist er sich als gelehriger Schüler, wenn es darum geht, mit der Ausschreibung für ein gewaltiges Pipeline-Projekt den Jackpot zu knacken. Mike lernt ein paar knallharte Regeln des Killerkapitalismus kennen, zum Beispiel, dass es immer einen noch größeren Haifisch gibt.

Obwohl Konrad sich als ehemaliger Stasi-Agent mit guten Connections zu alten Seilschaften entpuppt, den Junior manipuliert und notfalls auch mit ihm Schlitten fährt, verkennt Mike, was für ein Wolf sein Mentor ist. Auch deshalb, weil er mehr über seinen Vater erfahren will, doch was sich zunächst wie eine Studie über die Allianz von Wirtschaft und Politik ausnimmt, gerinnt zu einem Familiendrama, an dessen Ende bitterste Erkenntnisse stehen - über Mikes Eltern und ein perfider Mordauftrag. Wie Bauder Familiengeheimnisse und Politkrimi vereint, ständig neue Facetten bloßlegt und dabei die Milieus genau trifft, verblüfft einfach.

Alte sozialistische Kader mischen immer noch mit in einem skrupellosen Poker um Macht, auch wenn die Staatsform gewechselt hat: Es braucht kein hohes Budget, um im schroffen Schwarz einer dunklen Bilderwelt, die sich wohltuend von properer TV-Ästhetik abhebt, die DDR-Vergangenheit als auf unheimliche Weise lebendig zu beschreiben und wie dieses System Freundschaften und Menschlichkeit zerstörte. Diesen Knoten aus Schuld, Selbsthass und emotionalen Altlasten zu durchschlagen, bedarf Mut, der einen Neuanfang ermöglicht - zwanzig Jahre nach der Wende.

tk.

Das System - Alles verstehen heißt alles verzeihen

Darsteller:  Jacob Matschenz   als Mike Hiller
  Bernhard Schütz   als Konrad Böhm
  Jenny Schily   als Elke Hiller
  Heinz Hoenig   als Herbert Tieschky
  Florian Renner   als Dustin
  Jürgen Holtz   als Zschernigk
  Franziska Wulf   als Janine
  Mario Pokatzky   als Bodo
  Michael Abendroth   als Frings
  Rosa Enskat   als Rita
  Wolfram Koch   als Bollhagen
 
Regie:  Marc Bauder  
Drehbuch:  Dörte Franke  
  Khyana El Bitar  
Produzent:  Alexander Bickenbach  
  Manuel Bickenbach  
Koproduzent:  Marc Bauder  
Kamera:  Daniela Knapp  
Produktionsdesign:  Petra Albert  
Kostüme:  Andrea Schein  
Maske:  Jana Schulze  
Ton:  Marc Meusinger  
Casting:  Suse Marquardt  

Star

Jacob Matschenz

Die Rolle des 17-jährigen Malte in Till Endemanns einfühlsamer Coming-of-Age-Geschichte "Das Lächeln der Tiefseefische" bedeutete für den...

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

treffpunkt kino kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Die große Preview zu "Ice Age - Voll verschoben" und der erste Trailer zu "Skyfall"!

Zum Magazin

Das multimediale Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

Ähnliche Filme auf DVD & Blu-ray

 

Service

kino.de mobil

kino.de mobil

Das aktuelle Programm Ihres Lieblingskinos haben Sie überall dabei - kostenlos auf Ihrem Handy.