Originaltitel: The Cinderella Man
USA 2005
Russell Crowe
Renée Zellweger
Paul Giamatti
Regie: Ron Howard
Verleih: Buena Vista
Amerika in den frühen 30er Jahren. Jim Braddock (Russell Crowe), einst große weiße Hoffnung im nationalen Boxring, doch seither hauptsächlich verletzt, hat sein letztes Geld in der Wirtschaftskrise verloren und nagt mit Ehefrau Mae (Renee Zellweger) und der dreiköpfigen Kinderschar am Hungertuch. Da bietet sich unverhofft die Chance auf ein Comeback, als der amtierende Vize einen Ersatzgegner braucht.
Nachdem Clint Eastwood den Boxerfilm zur multiplen Oscarreife brachte, kredenzt nun der auch schon hochdekorierte Familienkinospezialist Ron Howard ("Apollo 13", "A Beautiful Mind") seine Variation des amerikanischen Underdog-Traums.
Überlebenskampf in Ring und Alltag. Oscar-Regisseur Ron Howard gelingt nach einer wahren Geschichte weit mehr als nur ein packender Boxfilm.
Wer vom Mythos Hollywood spricht, denkt nicht an Superhelden und Computertricks. Zur Legende wurde die Traumfabrik mit großen menschlichen Dramen, präzise geschrieben und inszeniert, besetzt mit Stars, die mehr waren als nur bessere Models. Solche Filme sind rar geworden - aber es gibt sie noch. "Das Comeback" ist einer davon.
Auf den ersten Blick erinnert die Geschichte des Underdogs, der sich im Boxring behauptet, an die klassischen Vorbilder - ob "Ring frei für Stoker Thompson" oder "Rocky". Aber dieser Film geht über diese Erzählmuster hinaus. Schon allein deshalb, weil er auf einer realen Biografie beruht.
Anfang der 30er, zur Zeit der großen Wirtschaftskrise, verlor der einstmals gefeierte Schwergewichtskämpfer James J. Braddock (Russell Crowe) seine Lizenz. Mit Müh und Not brachte er seine Familie als Hafenarbeiter durch, ohne ihr die Härten der Armut ersparen zu können. Eine der bewegendsten Szenen des Films zeigt, wie er seine ehemaligen Auftraggeber um Geld anbettelt.
Doch aufgrund glücklicher Zufälle erhielt er die Chance auf neue Kämpfe. Dabei ging es nicht um Geld und Ruhm, sondern um reines Überleben. Und Braddock boxte nicht nur für sich und seine Familie, er verkörperte auch die Hoffnungen von Millionen Arbeitslosen.
So zeigt "Das Comeback" das hochemotionale Porträt einer Familie, und es entwirft ein ungeschöntes historisches Panorama. Dabei kommen die Kampfszenen nicht zu kurz. In ihrer Intensität zählen sie sogar zu den besten des Boxfilmgenres.
Regisseur Ron Howard ("Apollo 13") beweist ein Gespür für Nuancen, das weit über die Sentimentalitäten seines "A Beautiful Mind" hinausgeht. In Russell Crowe und Renée Zellweger als Ehepaar Braddock und Drehbuchautor Akiva Goldsman fand er dabei kongeniale Mitstreiter. Für die US-Presse gab es daher nur eine Prognose: Oscar 2006.
| Darsteller: | Russell Crowe | als Jim Braddock | |
|---|---|---|---|
| Renée Zellweger | als Mae Braddock | ||
| Paul Giamatti | als Joe Gould | ||
| Craig Bierko | als Max Baer | ||
| Bruce McGill | als Jimmy Johnston | ||
| Paddy Considine | als Mike Wilson | ||
| Ron Canada | als Joe Jeanette | ||
| David Huband | als Ford Bond | ||
| Connor Price | als Jay Braddock | ||
| Ariel Waller | als Rosemarie Braddock | ||
| Patrick Louis | als Howard Braddock | ||
| Rosemarie Dewitt | als Sara | ||
| Linda Kash | als Lucille Gould | ||
| Nicholas Campbell | als Sporty Lewis | ||
| Gene Pyrz | als Jake | ||
| Alicia Johnston | |||
| Troy Amos-Ross | |||
| Mark Simmons | |||
| Art Binkowski | |||
| David Litzinger | |||
| Rance Howard | |||
| Angelo Dundee | |||
| Regie: | Ron Howard | ||
| Drehbuch: | Cliff Hollingsworth | ||
| Akiva Goldsman | |||
| Charlie Mitchell | |||
| Produzent: | Brian Grazer | ||
| Penny Marshall | |||
| Ron Howard | |||
| Ausf. Produzent: | Todd Hallowell | ||
| James Whitaker | |||
| Kamera: | Salvatore Totino | ||
| Schnitt: | Mike Hill | ||
| Dan Hanley | |||
| Musik: | Thomas Newman | ||
| Produktionsdesign: | Wynn Thomas | ||
| Kostüme: | Daniel Orlandi | ||
| Ton: | John J. Thomson | ||
Dass Russell Crowe nicht gerade zimperlich ist und sein Temperament ab und zu mit ihm durchgeht, ist bekannt. Jetzt gibt es wieder Ärger.
Während des Konzerts seiner Rockband "The Ordinary Fear Of God" in Auckland steckte sich Russell Crowe zwischen den einzelnen Songs immer wieder eine Zigarette an. Eigentlich nichts Ungewöhnliches für einen Rockstar, aber Crowe brach damit neuseeländisches Gesetz.
Laut "Smokefree Environment Act" darf weder am Arbeitsplatz noch in Bars geraucht werden; bei Nichtbeachtung drohen Bußgelder bis zu einer Höhe von NZ$ 4000.
Anti-Raucher-Aktivistin Becky Freeman schäumte vor Wut. "Steht er über dem Gesetz, weil er ein Star oder so was ist? Bloß weil er Russell Crowe ist, kann er nicht machen, worauf er gerade Lust hat."
Ob der Boxer aus "Das Comeback" deshalb in Zukunft auf seine Zigaretten verzichtet, ist fraglich. Vielleicht ist die Geburt seines zweiten Sohns im Sommer eher ein Ansporn, das Rauchen künftig zu unterlassen.
Beruflich tut sich für den 42-Jährigen auch einiges. Abgedreht ist der Film "A Good Year" unter der Regie von Ridley Scott, der Ende November in die deutschen Kinos kommt.
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