Drama um eine Journalistin, die junge Prostituierte (und ihre Freier) interviewt und dabei ihre eigenen Werte einer Probe unterzieht. http://images.kino.de/flbilder/max12/auto12/auto08/12080176/b150x150.jpg Das bessere Leben

Filmdetails

Das bessere Leben

Drama um eine Journalistin, die junge Prostituierte (und ihre Freier) interviewt und dabei ihre eigenen Werte einer Probe unterzieht.


Das bessere Leben
Start: 29.03.2012

Originaltitel: Sponsoring

Drama

Frankreich/Polen/Deutschland 2011
Laufzeit: 94 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Juliette Binoche
Anaïs Demoustier
Joanna Kulig

Regie: Malgorzata Szumowska
Verleih: Zorro

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Inhalt

Eine erfolgreiche Pariser Journalistin recherchiert für ein Hochglanzmagazin über Studentinnen, die sich für ein besseres Leben prostituieren. In intensiven Gesprächen mit zwei jungen Frauen lernt sie das Milieu jenseits jeglicher Romantik kennen, in dem zumeist verheiratete Männer ihrer Lust nachgehen. Und sie realisiert plötzlich die Brüche und Defizite in ihrer großbürgerlichen Existenz, die kleinen und großen Lügen, die einen scheinbar heilen Familienalltag bestimmen.


Kritik

Das bessere Leben

Ist Prostitution die ultimative Befreiung der Frau, in dem sie über ihren Körper bestimmt und ihn bewusst verkauft oder ist Prostitution die ultimative Unterwerfung als Ware im Kapitalismus für ein "besseres Leben"? Diesen Fragen geht die Journalistin Anne nach. Der Abgabetermin des Artikels für das Hochglanzmagazin "Elle" rückt immer näher und sie findet keine Antwort. Während sie in intensiven Gesprächen mit zwei Studentinnen das Milieu näher kennenlernt, in dem zumeist verheiratete Männer ihrer Lust nachgehen, die Mädchen aber glauben, die Sache in der Hand und Vergnügen am Sex zu haben, realisiert sie die Leerstellen in ihrer Ehe und die Brüche und Defizite in ihrer großbürgerlichen Existenz, die kleinen und großen Lügen, die den scheinbar heilen Familienalltag mit zwei widerspenstigen Söhnen bestimmen. Sie hat all das, was die jungen Frauen anstreben und kennt die Schalheit abgestandener Gefühle. Je mehr Zeit sie mit den beiden Protagonistinnen verbringt, um so mehr nimmt ihre Verunsicherung zu, bald weiß sie nicht mehr, ob sie ein neues Leben anfangen oder im Kokon des alten es sich weiter ökonomisch und gesellschaftlich gut gehen lassen soll.

Die Solidarität und Komplizenschaft zwischen den drei Frauen und eine weibliche, sehr intime Annäherung an das Thema ist sofort spürbar, wie auch die Naivität der bürgerlichen Anne, die sich tastend auf Neuland bewegt, geschockt und fasziniert sich von den beiden mitreißen lässt. Um die dunkle Seite der Prostitution zu demonstrieren, baut Regisseurin Malgoska Szumowska eine Vergewaltigungsszene mit einer Schampusflasche ein. Die polnisch-französisch-deutsche Koproduktion, zu großen Teilen in NRW gedreht, erkundet die Bedürfnisse auf beiden Seiten - Sex als Austauschware gegen Bares, nicht aus existenzieller Not heraus, sondern um sich mehr leisten zu können, auf der anderen das bürgerliche Wohlstandsmodell als gescheiterte Verheißung auf das Glück. Bei der Gegenüberstellung der hässlichen Seiten des horizontalen Gewerbes mit dem goldenen Käfig der Moral, vergisst die Regisseurin, sich auf die Figuren einzulassen. Dabei wäre es mit den Schauspielerinnen Juliette Binoche, Anais Demoustier und Joanna Kulig ein Einfaches gewesen noch mehr unter der Oberfläche zu bohren und den Veränderungen sozialer und familiärer Beziehungen auf den Grund zu gehen. mk.

Das bessere Leben

Darsteller:  Juliette Binoche   als Anne
  Anaïs Demoustier   als Charlotte
  Joanna Kulig   als Alicja
  Louis-Do de Lencquesaing   als Patrick
  Krystyna Janda   als Alicjas Mutter
  Andrzej Chyra   als sadistischer Kunde
  Ali Marhyar   als SaÏd
  Jean-Marie Binoche   als Annes Vater
  François Civil   als Florent
  Pablo Beugnet   als Stéphane
  Valérie Dréville   als Charlottes Mutter
  Jean-Louis Coulloc'h   als Charlottes Vater
  Arthur Moncla   als Thomas
  Scali Delpeyrat   als Charles
  Laurence Ragon   als Colette
  Alain Libolt   als Colettes Mann
  Swann Arlaud   als junger Freier
  Nicolas Layani   als Kunde mit Gitarre
  Laurent Jumeaucourt   als Kunde mit Muttermal
  José Fumanal   als weinender Kunde
  Martine Vandeville   als Sekretärin
  Jenny Bellay   als pensionierter Nachbarin
  Tom Henin   als Florents Freund
 
Regie:  Malgorzata Szumowska  
Drehbuch:  Malgorzata Szumowska  
  Tine Byrckel  
Produzent:  Marianne Slot  
Koproduzent:  Bettina Brokemper  
  Malgorzata Szumowska  
  Agnieszka Kurzydo  
  Beata Ryczkowska  
  Reinhold Elschot  
  Peter Aalbæk Jensen  
  Peter Garde  
Ausf. Produzent:  Olivier Guerboid  
  Johannes Rexin  
Kamera:  Michal Englert  
Schnitt:  Jacek Drosio  
  Françoise Tourmen  
Musik:  Pawel Mykietyn  
Produktionsdesign:  Pauline Bourdon  
Kostüme:  Katarzyna Lewinska  
Ton:  André Rigaut  
Casting:  Aurélie Guichard  

Star

Juliette Binoche

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