Isabelle Huppert
Lolita Chammah
Aure Atika
Regie: Marc Fitoussi
Verleih: Kairos
Als ihre Tochter sie aus Angst vor einer Blamage nicht zur Hochzeit einlädt, will Babou ihr beweisen, dass sie auch anders kann. Sie verlässt die Kleinstadt in Nordfrankreich und nimmt einen Job im belgischen Ostende an, wo sie im Winter für eine dubiose Immobilienfirma solventen Kunden hässliche Ferienappartements in einem Betonklotz andrehen soll. Die Methode funktioniert, unter den vier Neuanfängern ist sie die Beste. Alles scheint sich zum Guten zu wenden, wären da nicht die böse Konkurrentin und der Neid der anderen.

Isabelle Huppert zeigt sich in dieser charmanten Mischung aus Familiendrama und bewegender Komödie ungewohnt komisch.
Die eigene Tochter will nicht, dass die Mutter zu ihrer Hochzeit kommt und sie bei Gästen und Schwiegereltern blamiert - "Du bist zu verrückt". Das sitzt. Und das will Babou, die bisher am Rande der Gesellschaft ein chaotisches Leben führte und von der sonnigen Copacabana träumt, Verantwortung für altmodisch und feste Arbeit für langweilig hält und selten einen Cent auf dem Konto hat, nicht auf sich sitzen lassen und dem Spross beweisen, dass sie auch anders kann. Sie verlässt die Kleinstadt in Nordfrankreich und nimmt einen Job im belgischen Ostende an, wo sie im Winter für eine dubiose Immobilienfirma solventen Kunden hässliche Ferienappartements in einem Betonklotz andrehen soll. Ihre Methode funktioniert, unter den vier Neuanfängern ist sie die Beste. Alles scheint sich zum Guten zu wenden, wäre da nicht die böse Konkurrentin.
Die größte Überraschung ist Isabelle Huppert selbst, die bei brasilianischer Musik unbekümmert tanzt, schon mal unverhofft im Sari auftaucht und geschmacklich nicht unbedingt ins Schwarze trifft. Frankreichs große Schauspielerin, die sonst oft negative, eiskalte oder sehr egozentrische Figuren verkörpert, sorgt für jede Menge Lacher. Eine Beziehungsnomadin und Nervensäge, die Humor zeigt, Menschlichkeit und eine unverwüstliche Lebenslust und ein wenig an Gérard Depardieu in "Mammuth" erinnert, der auf seine alten Tage Gas gibt. An ihrer Seite spielt Lolita Chammah, auch im richtigen Leben Hupperts Tochter, eine wahrscheinlich total unbürgerlich und freiheitlich erzogene junge Frau, die nun nichts sehnlicher wünscht als eine Familie und Sicherheit.
Mit leichter Ironie, aber ohne große Problematisierung, persifliert Regisseur Marc Fitoussi in seinem zweiten Spielfilm nach "La vie d'artiste" die Umkehrung im Verhältnis der Generationen, Ältere die sich "forever young" fühlen und spießige Jüngere, die schon alt geboren sind. Auch die sozialen Verhältnisse bleiben nicht ungeschoren - Arbeitslosigkeit, Neid der Kollegen, harter Wettbewerb, Obdachlosigkeit. Gut gelungen ist der Kontrast zwischen der melancholischen Atmosphäre und grauen Tristesse der Kleinstädte im Norden und den exotischen Träumen des Paradiesvogels, für den sich die Lichter eines Kraftwerks bei Ostende in die Bucht von Rio de Janeiro verwandeln. Und wenn beim fantasievollen Ende die Copacabana winkt, ist gute Laune garantiert. mk.
| Darsteller: | Isabelle Huppert | als Babou | |
|---|---|---|---|
| Lolita Chammah | als Esmeralda | ||
| Aure Atika | als Lydie | ||
| Jurgen Delnaet | als Bart | ||
| Chantal Banlier | als Irene | ||
| Magali Woch | als Sophie | ||
| Guillaume Gouix | als Kurt | ||
| Joachim Lombard | als Justin | ||
| Noémie Lvovsky | als Suzanne | ||
| Nelly Antignac | als Amandine | ||
| Regie: | Marc Fitoussi | ||
| Drehbuch: | Marc Fitoussi | ||
| Produzent: | Caroline Bonmarchand | ||
| Kamera: | Hélène Louvart | ||
| Schnitt: | Martine Giordano | ||
| Musik: | Tim Gane | ||
| Sean O'Hagan | |||
| Produktionsdesign: | Michel Barthélémy | ||
| Kostüme: | Anne Schotte | ||
| Ton: | Olivier Le Vacon | ||
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