Triumphales und atemberaubend wahrhaftiges Meisterwerk über das brutale und selbstzerstörerische Jugendbandenwesen in den Favelas von Rio de Janeiro. http://images.kino.de/flbilder/max03/mbiz03/mbiz13/z0313531/b150x150.jpg City of God

Filmdetails

City of God

Triumphales und atemberaubend wahrhaftiges Meisterwerk über das brutale und selbstzerstörerische Jugendbandenwesen in den Favelas von Rio de Janeiro.


City of God
Start: 08.05.2003

Originaltitel: Cidade de Deus

Action / Drama

Brasilien 2002
Laufzeit: 128 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Luis Otávio
Alexandre Rodrigues
Douglas Silva

Regie: Fernando Meirelles, ...
Verleih: Constantin

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Action
Humor
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Spannung
Anspruch
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Inhalt

In den Favelas von Rio de Janiero bestimmen seit etwa drei Jahrzehnten gut organisierte Straßenbanden, wo es lang geht. Aus bescheidenen Raufbold-Anfängen in den 60ern erwuchs eine kriminelle Hydra, die neben dem Drogenhandel und dem Glücksspiel längst auch die Lokalpolitik im Slum organisiert. Drei junge Leute stehen im Mittelpunkt der Handlung: Gangleader Benny (Phelipe Haagensen), allseits geachtet, weil er Konflikte auch schon mal ohne Waffen löst, dazu Bennys Juniorpartner Lil' Dice, ein Psychopath reinsten Wassers, und schließlich Rocket, der die Knarre gegen die Kamera getauscht hat.

Ein Ruf wie Donnerhall eilt nicht ohne Grund diesem packend und rasant inszenierten, drei Jahrzehnte und Generationen umspannenden Ghetto-Epos voraus. Fernando Meirelles schuf das bildgewaltige Meisterwerk nach einem über 700 Seiten umfassenden Bestseller von Paulo Lins.


Kritik

Grandioses Gangsterepos über Armut und Drogen, Ehrgeiz und Gewalt aus der Perspektive derer, die sie täglich erleben.

Großansicht Buscapé hält den Favela-Alltag in seinen Bildern fest (Foto: Constantin)

Buscapé hält den Favela-Alltag in seinen Bildern fest (Foto: Constantin)

Polizisten, die sich durch Korruption bereichern, Achtjährige, die mit gezogener Pistole Erwachsene ausrauben, Halbwüchsige, die sich am hellichten Tage gegenseitig massakrieren - von solchen Dingen hat man gehört. Aber entspricht die Zustandsbeschreibung vom Leben in den Favelas, jenen heruntergekommenen Hüttensiedlungen in den Vororten von Rio de Janeiro, wirklich der Realität? Natürlich nicht. Denn tatsächlich geht es dort noch viel schlimmer zu.

Den Beweis liefert Fernando Meirelles' "City of God", ein faszinierendes und zugleich erschreckendes, virtuos inszeniertes und nachdenklich stimmendes Meisterwerk, das auf dem gleichnamigen Roman von Paulo Lins basiert, der hier seine Erfahrungen in den Favelas auf geniale Weise zu Papier gebracht hat.

Großansicht "Locke" mit Lieblingsspielzeug (Foto: Constantin)

"Locke" mit Lieblingsspielzeug (Foto: Constantin)

Juwel mit Rohdiamanten

Der Film umspannt knapp zwei Jahrzehnte, etabliert Dutzende von Haupt- und Nebenfiguren, beschäftigt sich aber im Wesentlichen mit drei Hauptpersonen und deren Werdegang von den späten sechziger bis in die frühen achtziger Jahre: dem brutalen, rücksichtslosen Dadinho, Löckchen, später Locke genannt, der sich zu Rios meistgehasstem Drogenbaron aufschwingt, dem schüchtern-scheuen Buscapé, der Fotograf ist und so unfreiwillig zum Chronisten der Geschehnisse wird, und dem wackeren Mane Galinha, der nach der Vergewaltigung seiner Freundin nicht eher ruht, bis der verhasste Locke im eigenen Blut liegt.

Es gibt zwei entscheidende Faktoren, die diesem filmischen Juwel bisher kaum gesehene Authentizität verleihen. Die sorgfältige und adäquate Besetzung der vorwiegend von Laien ausgefüllten Rollen und die Drehorte, die nicht nur echt wirken, sondern echt sind, da an Originalschauplätzen gedreht wurde.

Großansicht Wegrennen gehört für die Straßenkinder zum normalen Leben (Foto: Constantin)

Wegrennen gehört für die Straßenkinder zum normalen Leben (Foto: Constantin)

Reine Ästhetik

Darüber hinaus versteht es Meirelles blendend, mit seinen betörenden Bildkompositionen eine großartige Ästhetik zu entwickeln, ohne dabei die Aussagekraft seiner Story zu verwässern. Allein die Erzählstruktur, die zwischen Flashbacks und Nebenhandlungen wechselt, dabei aber nie verwirrt, sondern immer im Dienste der ganzen Geschichte steht, wäre einen (Auslands-)Oscar wert gewesen - hätte das Produktionsland Brasilien das Werk überhaupt nominiert!

Auch die deutsche Fassung kann ein echtes Highlight vorweisen: HipHop-Poet Xavier Naidoo outet sich als einfühlsame Synchronstimme des traurigen "City of God"-Helden Buscapé.

City of God

Darsteller:  Luis Otávio   als Buscapé (als Kind)
  Alexandre Rodrigues   als Buscapé
  Douglas Silva   als Dadinho
  Leandro Firmino da Hora   als Zé Pequeño
  Phellipe Haagensen   als Bene
  Matheus Nachtergaele   als Sandro Cenoura
  Seu Jorge   als Manu Galinha
  Jonathan Haagensen   als Cabeleira
  Renato de Souza   als Marreco
  Jefechander Suplino   als Alicate
  Roberta Rodriguez Silvia   als Bérénice
  Daniel Zettel   als Tiago
  Darlan Cunha   als Junge mit Fritten
  Alice Braga   als Angélica
  Mauricio Marques   als Cabecao
  Gero Camilo   als Paraíba
  Edson Montenegro   als Buscapés Vater
  Graziella Moretto   als Marina Cintra
  Gustavo Engracia   als Rogério Reis
 
Regie:  Fernando Meirelles  
  Katia Lund  
Drehbuch:  Braulio Mantovani  
Produzent:  Andrea Barata Ribeiro  
  Mauricio Andrade Ramos  
Koproduzent:  Daniel Filho  
  Donald Ranvaud  
  Hank Levine  
  Juliette Renaud  
  Marc Beauchamps  
  Vincent Maraval  
  Walter Salles  
Ausf. Produzent:  Elisa Tolomelli  
Buchvorlage:  Paulo Lins  
Kamera:  César Charlone  
Schnitt:  Daniel Rezende  
Musik:  Antonio Pinto  
  Ed Cortes  
Produktionsdesign:  Tulé Peake  
Kostüme:  Bia Salgado  
  Ines Salgado  
Ton:  Guilherme Ayrosa  
  Paulo Ricardo Nunes  
Casting:  Fátima Toledo  

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