Chris Evans
Tommy Lee Jones
Hugo Weaving
Regie: Joe Johnston
Verleih: Paramount
Mehrfach versucht der junge Amerikaner Steve Rogers, Soldat zu werden und seinem Land im 2. Weltkrieg zu dienen. Immer wieder wird er wegen seiner schmächtigen Statur abgelehnt, bis ein Wissenschaftler seine wahre Stärke, Mut und Charakter, erkennt und ihn im Auftrag des Militärs ein revolutionäres Serum erproben lässt. So wird aus dem Hänfling ein starker Supersoldat, der PR-Dienste leisten muss, bis ihn die Weltmachtphantasien eines Nazischurken zwingen, als Captain America ein echter Held zu werden.

Das erste Big-Budget-Abenteuer des Supersoldaten ohne übermenschliche Superkräfte ist ein gelungenes Beispiel für eine animierende Comicverfilmung.
21 Jahre nach Albert Pyuns Lowest-Budget-Adaption macht Marvel vieles besser und etabliert den 1941 im Comicuniversum aufgetauchten "Captain America" mit angemessen altmodischem Erzählton, aber modernster Technik als Superhelden mit Vergangenheit und Zukunft. In einer ausführlichen Einführung wird der Anspruch zementiert, den Konkurrenzprodukte oft nie einlösen: die Konzentration auf Story und Charaktere, der sich Action und Effekte unterordnen müssen. Originell ist die in Comic-Gesetzmäßigkeiten verhaftete Geschichte zwar nicht, aber mit Liebe zum Detail unterhaltsam erzählt, präsentiert sich mit heroisch-pathetischen, aber auch witzigen Dialogen und einem entspannten Ton mit einem Hauch von Tragik im Abgang, wenn der Protagonist aus seiner Zeit für ein Leben in der Moderne gerissen wird. Während Johann Schmidt (Hugo Weaving) als skrupelloser Nazi-Schurke, der nicht dem Reich, sondern nur sich selbst dienen möchte, eine mythische Energiequelle stiehlt, versucht der junge Amerikaner Steve Rogers (Chris Evans) vergeblich, Soldat zu werden. Jede Musterung scheitert an seiner schmächtigen Gestalt, bis ein Wissenschaftler seine wahre Stärke, Mut und Charakter, erkennt und ihn mit der Injektion eines Superserums zum Superathleten macht. Trotz einer glänzend inszenierten, im Produktionsdesign der 1940er Jahre sehr aufwendigen Actionjagd durch die Straßenschluchten von New York bleibt Captain America zunächst nur passiver PR-Fighter. Als aber sein bester Freund und andere Amerikaner in die Hände Schmidts fallen, der nach Serumselbstversuchen nun zum blutgesichtigen Red Skull mutiert ist, greift Rogers aktiv in den Krieg ein. Erst danach erhält er sein berühmtes Superschild, erhöht sich die Actiondosis. Dem Overkill verfällt Joe Johnston ("The Wolfman"), der auch die Brücke zur Helden-Elefantenrunde "The Avengers" und zur Gegenwart schlägt, dabei nie - auch nicht im Einsatz visueller Effekte. Sein verblüffendster von vielen guten hat mit Rogers selbst zu tun, aber auch das nachkonvertierte 3D bringt mitunter starke Resultate. Schmidts martialischer Oldtimer scheint auf der Zuschauernase parken zu wollen, und das eine oder andere Wurfobjekt zwingt zu einer Reaktion, die im Kalten Krieg einmal Empfehlung war. Manchmal heißt es also Duck and Cover, manchmal aber auch einfach Watch and Marvel. kob.
| Darsteller: | Chris Evans | als Steve Rogers/Captain America | |
|---|---|---|---|
| Tommy Lee Jones | als Colonel Chester Phillips | ||
| Hugo Weaving | als Johann Schmidt/The Red Skull | ||
| Hayley Atwell | als Peggy Carter | ||
| Sebastian Stan | als Bucky Barnes | ||
| Dominic Cooper | als Howard Stark | ||
| Toby Jones | als Arnim Zola | ||
| Neal McDonough | als Timothy "Dum Dum" Dugan | ||
| Derek Luke | als Gabe Jones | ||
| Kenneth Choi | als Morita | ||
| Richard Armitage | als Heinz Kruger | ||
| JJ Feild | als Montgomery Falsworth | ||
| Bruno Ricci | als Dernier | ||
| Stanley Tucci | als Abraham Erskine | ||
| Regie: | Joe Johnston | ||
| Drehbuch: | Christopher Markus | ||
| Stephen McFeely | |||
| Produzent: | Kevin Feige | ||
| Koproduzent: | Stephen Broussard | ||
| Victoria Alonso | |||
| Ausf. Produzent: | Louis d'Esposito | ||
| Alan Fine | |||
| Stan Lee | |||
| David Maisel | |||
| Joe Johnston | |||
| Nigel Gostelow | |||
| Buchvorlage: | Jack Kirby | ||
| Joe Simon | |||
| Kamera: | Shelly Johnson | ||
| Schnitt: | Robert Dalva | ||
| Jeffrey Ford | |||
| Musik: | Alan Silvestri | ||
| Produktionsdesign: | Rick Heinrichs | ||
| Kostüme: | Anna B. Sheppard | ||
| Ton: | Christopher T. Silverman | ||
| Casting: | Sarah Finn | ||
| Randi Hiller | |||
Die Marvel-Helden erobern das Kino gemeinsam.
Zukunft ungewiss: Auch Robert Downey jr. alias "Iron Man" ahnt nicht, wohin ihn der dritte Film führen wird (Foto: Concorde)
Der Erfolg von "Iron Man" samt Fortsetzung hat den Stein ins Rollen gebracht. Inzwischen ist Robert Downey Jr. alias Tony Stark alias Iron Man nur mehr einer von vielen weiteren Kinohelden: Die Comic-Heroen aus dem Marvel-Universum präsentieren sich demnächst in einer ganzen Reihe von Filmen.
Diese hängen inhaltlich direkt zusammen, wie "Iron Man"-Regisseur Jon Favreau verraten hat. Er kann daher erst dann mit den Arbeiten an "Iron Man 3" beginnen, wenn er die Drehbücher der anderen geplanten Marvel-Filme gesehen hat.
"'Iron Man 3' wird eine Fortsetzung von 'Thor', 'Hulk', 'Captain America' und 'The Avengers', die Geschehnisse dieser Filme werden darin weitergeführt", erklärt Favreau. "So soll eine ganze eigene Welt entstehen, die wir noch im Detail entwerfen müssen."
Für die Fans von Tony Stark bedeutet das eine harte Geduldsprobe. Denn laut Jon Favreau kann er erst mit den Dreharbeiten beginnen, wenn die anderen Marvel-Filme gestartet sind: "Was in diesen Filmen genau passiert, werde ich auch nur im Kino erfahren, denn das Studio gibt ihnen erst in der Postproduktion die genaue Richtung."
Kenneth Branaghs "Thor" mit "Star Trek"-Held Chris Hemsworth kommt am 28. April nächsten Jahres ins Kino, "Captain America" am 18. August und "The Avengers", in dem sich alle bekannten Marvel-Helden versammeln, gar am 26. April 2012. "Iron Man 3" startet daher erst im Mai 2013.
Trotzdem sucht das Team schon jetzt nach geeigneten Drehorten. So soll auf dem Gelände einer Kunst- und Medienhochschule in Troy nördlich von New York City das Geheimlabor des Bösewichts aus "Iron Man 3" entstehen. Wer dieser Bösewicht ist, weiß indes noch niemand...
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