Warren Beatty
Halle Berry
Don Cheadle
Regie: Warren Beatty
Verleih: Fox
Der um seine Wiederwahl kämpfende, demokratische Senator Jay Bulworth steht vollkommen ausgelaugt kurz vor dem Nervenzusammenbruch. In seiner Verzweiflung heuert er einen Auftragskiller an, der ihn erschießen soll. Bei seiner nächsten Rede ist ihm denn auch alles egal, und zum ersten Mal in seiner Karriere sagt er die Wahrheit und er füllt sich mit einem Mal befreit Bulworth' Sympathiewerte steigen, während sich der Auftragskiller an seine Fersen heftet.

Während die Herren Eastwood und Redford auch im gesetzten Alter noch bevorzugt dem Thriller- und Romantikmetier zusprechen, wagt sich ihr Kollege Warren Beatty mit der Politsatire "Bulworth", seiner ersten Regiearbeit seit "Dick Tracy" im Jahr 1990, einmal mehr auf provokant-gesellschaftskritisches Parkett. Seine schneidend scharfe Systemkritik stellt ein marodes Establishment bloß, das vom Geld einflußreicher Wirtschaftskonzerne und korrupten Politikern regiert wird.
Die von Beatty fabelhaft dargestellte Titelfigur ist eine dieser gekauften Marionetten: Der um seine Wiederwahl kämpfende, demokratische Senator steht vollkommen ausgelaugt kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Seit Tagen hat er im Wahlkampfstreß weder gegessen, noch seine Augen auch nur eine Sekunde zugemacht, seine eigenen heuchlerischen TV-Spots treiben ihm die Tränen in die Augen. In seiner Verzweiflung heuert er einen Auftragskiller an, der ihn erschießen soll. Bei seiner nächsten Rede vor einer afroamerikanischen Glaubensgemeinschaft im Stadtteil South Central von Los Angeles ist ihm denn auch alles egal, und zum ersten Mal in seiner Karriere sagt er die ungeschminkte und unangenehme Wahrheit: Weißen Politikern seien die Belange der Schwarzen völlig unwichtig, da sie ohnehin keine Wahlkampfspenden beisteuern könnten. Und solange sie nicht ihre eigene Passivität überwinden, würde sich am Status Quo auch nichts ändern. Ob so viel unverblümter Unverschämtheit bricht ein Sturm der Entrüstung los, während Bulworth sich mit einem Mal befreit und großartig fühlt.
Künftig nimmt er kein Blatt mehr vor den Mund und stößt selbst seinen einflußreichen Gönnern bei allen weiteren Veranstaltungen brutal vor den Kopf. Zudem beginnt er, seine provozierende Bestandsaufnahme eines kaputten und sinnentleerten Systems in gereimter Rapform vorzutragen. Das Unerwartete geschieht: Bulworth' Sympathie-Barometer bei der Bevölkerung schnellt rapide in die Höhe, während sich der Auftragskiller an seine Fersen heftet. Ein melodramatisches Handlungselement, auf das Beatty gut und gerne verzichten hätte können. Der beißende Wortwitz und der tabulose Sarkasmus (selbst die Hollywood-Elite veräppelt Beatty als "wichtige Juden") allein sorgen für blendende, geistreiche Unterhaltung. Bulworth' Verwandlung vom ausgebrannten Zyniker zum Homeboy läßt die intelligente Satire dann zwar den Bereich der Klamotte streifen, unterstreicht aber doch sehr eindrucksvoll, daß Beatty als erster etablierter Kreativer Hollywoods die Wichtigkeit und Bedeutung der allgegenwärtigen Hiphop-Kultur anerkennt, so daß einzig die Romanze mit einer jungen Schwarzen (Halle Berry im urbanen Guerillalook) forciert wirkt. Wie "Primary Colors", jedoch radikaler und um einiges deutlicher in der Aussage, bietet "Bulworth" als aktualisierte "Network"-Variante einen längst überfälligen Einblick hinter die Kulissen des Wahlkampf-Betriebs und bleibt als eines der substantiellsten, kritischsten und außergewöhnlichsten Studioprojekte des Jahrzehnts lange in Erinnerung. ara.
| Darsteller: | Warren Beatty | als Jay Bulworth | |
|---|---|---|---|
| Halle Berry | als Nina | ||
| Don Cheadle | als L.D. | ||
| Oliver Platt | als Dennis Murphy | ||
| Paul Sorvino | als Graham Crockett | ||
| Jack Warden | als Eddie Davers | ||
| Joshua Malina | als Bill Feldman | ||
| Christine Baranski | als Constance Bulworth | ||
| Richard C. Sarafian | als Vinnie | ||
| Amiri Baraka | als Rastaman | ||
| Sean Astin | als Gary | ||
| Laurie Metcalf | als Mimi | ||
| Wendell Pierce | als Fred | ||
| Michele Morgan | als Cheryl | ||
| Ariyan Johnson | als Tanya | ||
| Nora Dunn | als Missy Berliner | ||
| Jackie Gayle | als Macavoy | ||
| Graham Beckel | |||
| Regie: | Warren Beatty | ||
| Drehbuch: | Warren Beatty | ||
| Jeremy Pikser | |||
| Produzent: | Warren Beatty | ||
| Pieter Jan Brugge | |||
| Koproduzent: | Victoria Thomas | ||
| Frank Capra III. | |||
| Ausf. Produzent: | Lauren Shuler-Donner | ||
| Kamera: | Vittorio Storaro | ||
| Schnitt: | Robert C. Jones | ||
| Billy Weber | |||
| Musik: | Ennio Morricone | ||
| Produktionsdesign: | Dean Tavoularis | ||
| William F. O'Brien | |||
| Kostüme: | Milena Canonero | ||
| Ton: | Thomas Causey | ||
Halle Berry und Horror - zugegebenermaßen eine ungewöhnliche Verbindung. Kein Mensch käme auf die Idee, dass die Schöne dem Kinopublikum das Blut in den Adern gefrieren lassen könnte. Und doch wechselt Berry jetzt ins Gruselfach. In dem Horrorfilm "Gothika" übernimmt sie eine Hauptrolle.
Halle Berry gilt seit ihrem Auftritt in "Monster's Ball" als eine der wandlungsfähigsten Frauen der Traumfabrik. War sie zu Beginn ihrer Kariere noch auf die Rolle der schönen, eher introvertierten Liebhaberin ("Boomerang") abonniert, mauserte sich das Ex-Model schnell zur Sexbombe: In der Cartoon-Verfilmung "Flintstones - Familie Feuerstein" brachte sie den armen Fred alias John Goodman fast um den Verstand und auch in "Bulworth" geizte sie nicht mit ihren Reizen.
Umso erstaunter zeigte sich die Weltöffentlichkeit, als sie neben Billy Bob Thornton in ihrer ersten Charakterrolle brillierte und vollkommen zurecht mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Und jetzt wagt Berry also den Sprung ins Horrorfach.
In "Gothika" spielt die sexy Amerikanerin eine Kriminalpsychologin. Eines Tages erwacht sie in dem Gefängniskrankenhaus, in dem sie angestellt ist. Sie soll einen Mord begangen haben - kann sich aber an nichts mehr erinnern. Fieberhaft versucht sie sich selbst zu therapieren. Doch die Wahrheit ist mehr als nur verwirrend: Hat sich wirklich eine Ausgeburt der Hölle ihres Verstandes bemächtig?
Halle Berry ist übrigens nicht der einzige prominente Name in "Gothika": Penelope Cruz wird sich mit ihr im Krankenhaus ein Zimmer teilen.
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