Inhaltlich kompromißloses Liebes-Drama von Lars von Trier, daß den Themenkatalog Schuld, Opfer Erlösung und Wunder umfaßt. http://images.kino.de/flbilder/max96/bf96/bf36/b9636011/b150x150.jpg Breaking the Waves

Filmdetails

Breaking the Waves

Inhaltlich kompromißloses Liebes-Drama von Lars von Trier, daß den Themenkatalog Schuld, Opfer Erlösung und Wunder umfaßt.


Breaking the Waves
Start: 03.10.1996

Drama

Dänemark/Frankreich 1996
Laufzeit: 159 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Emily Watson
Stellan Skarsgård
Katrin Cartlidge

Regie: Lars von Trier
Verleih: Pandora

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Humor
Romantik
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Inhalt

Trotz der Vorbehalte ihrer schottischen Sektengemeinde heiratet die tiefgläubige Bess den Weltenbummler Jan, der nach Tagen des Glücks zu seiner Arbeit auf einer Bohrinsel zurückkehren muß. Bess leidet unter der Trennung und betet um Jans Rückkehr. Die kommt schneller als erwartet: Ein Unfall befördert ihn - vom Kopf abwärts gelähmt - ins Inselkrankenhaus.


Kritik

Breaking the Waves

Der Durchbruch für Lars Von Trier: Mit seinem formal bestechenden, inhaltlich kompromißlosen Liebes-Drama gewann der Däne in Cannes den Großen Preis der Jury. Besonders hervorzuheben ist die Leistung von Newcomerin Emily Watson in der Hauptrolle. Der komplexe Themenkatalog um bedingungslose Liebe, Schuld, Opfer, Erlösung und Wunder sowie die sperrige Optik setzen dem kommerziellen Erfolg des langen Films einen relativ engen Rahmen.

So ausgesetzt das Leben für die Bewohner einer kleinen Insel in Schottlands Norden ist, so eingeschränkt gestaltet sich ihr Alltag in einer von strenger Religiosität und strikten Regeln geprägten Umgebung. Lachen und Spontaneität sind Fremdworte, die Ältesten und Kirchenoberen verbieten Kirchenglocken und bestimmen, wer als Sünder nach dem Tod in die Hölle kommt. Die tiefgläubige Bess, die fest überzeugt ist, in direktem Kontakt mit Gott zu stehen, heiratet, trotz Vorbehalten in der Gemeinschaft, den Weltenbummler Jan, der auf einer Bohrinsel arbeitet. Sie verleben einige Tage des vollkommenen Glücks, bevor Jan wieder zur See muß. Bess, die als labil gilt, aber von einer großen inneren Kraft getragen wird, leidet extrem unter der Trennung und betet um Jans Rückkehr. Die erfolgt schneller als erwartet: ein Unfall befördert Jan, vom Kopf abwärts gelähmt, ins Inselkrankenhaus. Angesichts seiner ausweglosen Situation fordert er Bess auf, sich einen Liebhaber zu nehmen und ihn mit ihren Erfahrungsberichten zu unterhalten. Getrieben von der Vorstellung, den geliebten Mann dadurch zu retten, beginnt Bess ein ausschweifendes Leben. Dafür wird sie nicht nur von der Gemeinde und der eigenen Mutter verstoßen, sie zahlt auch mit ihrem Leben. Doch ihr Opfertod gibt einem Wunder Raum...

Kameramann Robby Müller ("Paris Texas") forciert mit seinen grobkörnigen, oft im Handkamera-Stil gedrehten Shots Dokumentarfilm-Eindrücke. Es gelingt ihm wunderbar, die Atmosphäre des verlassenen Ortes, in dem die Zeit stillzustehen scheint, darzustellen. Von Trier, der auch das Drehbuch mit all seinen psychoanalytischen Reminszenzen (Über-Ich etc.) schrieb, strukturiert den Film streng und erzählt Bess' Geschichte in sieben Kapiteln und einem Epilog. Die schönsten Bilder des Films, sekundenlang auf der Leinwand eingefroren, eröffnen diese Episoden, die zudem mit eingängigen, bekannten Songs, u. a. von Leonard Cohen, Deep Purple und Elton John, emotionsträchtig unterlegt sind. Das größte Plus des nordischen Liebes-Epos aber sind die Schauspieler: die Debütantin Emily Watson, die für ihre Rolle in Cannes auch den Darsteller-Preis verdient hätte, und Stellan Skarsgard als Jan. In weiteren Rollen sind u.a. Jean-Marc Barr ("Im Rausch der Tiefe") und Udo Kier (als sadistischer Seemann ganz in seinem Element) äußerst sehenswert. Zweieinhalb Stunden packende, fordernde Kino-Vollkost! boe.

Breaking the Waves

Darsteller:  Emily Watson   als Bess
  Stellan Skarsgård   als Jan
  Katrin Cartlidge   als Dodo
  Jean-Marc Barr   als Terry
  Adrian Rawlins  
  Sandra Voe  
  Udo Kier  
  Mikkel Gaup  
  Roef Ragas  
  Phil McCall  
  Robert Robertson  
  Desmond Reilly  
  Sarah Gudgeon  
  Finlay Welsh  
 
Regie:  Lars von Trier  
Drehbuch:  Lars von Trier  
Produzent:  Vibeke Windeløv  
  Peter Aalbæk Jensen  
Ausf. Produzent:  Lars Jönsson  
Kamera:  Robby Müller  
Schnitt:  Anders Refn  
Musik:  Joachim Holbek  

Trauer um Cartlidge

Katrin Cartlidge

Katrin Cartlidge

Die britische Schauspielerin Katrin Cartlidge ist im Alter von 41 Jahren plötzlich verstorben.

Cartlidge starb wahrscheinlich an Komplikationen, die von einer Lungenentzündung und Blutvergiftung herrührten.

Nach ihrer Arbeit bei der TV-Soap "Brookside" hatte sie 1993 mit Mike Leighs Film "Nackt" ihren Durchbruch auf der Leinwand.

In "No Man's Land", dem Oscar-gekrönten bosnischen Film über das Leben an der Front während des Balkan-Konfliktes, spielte sie eine TV-Reporterin.

Weitere Höhepunkte ihrer Karriere bildeten Filme wie Lars von Triers "Breaking the Waves" und "Karriere Girls", ebenfalls von Mike Leigh.

Star

Emily Watson

Ihre Augen strahlen Sanftmut, Trotz und Trauer aus und sie künden vom Schalk, der ihr im Nacken sitzt. Sie legte eines der sensationellsten...

Star

Stellan Skarsgård

Er spielt die umsichtigen Charaktere, die als Profis in ihrem jeweiligen Beruf mit einer Spur Nachdenklichkeit, aber immer mit Elan...

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