Faszinierende Beziehungsrhapsodie voller tiefsinniger Dialoge und spannender Figuren. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz30/z0230067/b150x150.jpg Bin ich schön?

Filmdetails

Bin ich schön?

Faszinierende Beziehungsrhapsodie voller tiefsinniger Dialoge und spannender Figuren.


Bin ich schön?
Start: 17.09.1998

Drama

Deutschland 1998
Laufzeit: 116 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Franka Potente
Steffen Wink
Anica Dobra

Regie: Doris Dörrie
Verleih: Constantin

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Die Anhalterin Linda läßt sich in Südspanien aufgabeln, die Reise beginnt: Mit dabei der attraktive Klaus, der die Trennung von der pragmatischen Franziska nicht verwinden kann, die diät- und kaschmirpulloversüchtige Rita und ihr dicker Mann Fred, die emotional überforderten Ehepartner Robert und Charlotte, das abgeliebte Paar Unna und Herbert, allesamt auf der Suche nach sich selbst, Liebe und Trost.


Kritik

Bin ich schön?

Doris Dörries grandioses Comeback! Nach dem Tod ihres Lebenspartners (und Kameramannes) Helge Weindler lag das Script zu "Bin ich schön?" zwei Jahre lang auf Eis. Modifiziert und mit der fast ursprünglichen Besetzung (Meret Becker wurde aus Termingründen durch Franka Potente ersetzt) wurde "Bin ich schön?" im letzten Herbst in Spanien und Deutschland verfilmt. Das Resultat zeigt die Autorin und Filmemacherin Doris Dörrie nicht nur im Zenit ihrer Schaffenskraft, sondern macht zudem exemplarisch deutlich, daß ihr Talent, komplexe narrative Erzählstrukturen mit visueller Stilsicherheit zu verbinden, derzeit im deutschen Sprachraum einzigartig ist. Hinzu kommt seine sinnliche Eleganz, die von tiefem Humanismus durchdrungen, nicht nur zufällig an Robert Altmans/Raymond Carvers Schicksalsrhapsodie "Short Cuts" erinnert. Doris Dörrie zählt gerade jetzt - und einmal mehr - zu den großen Hoffnungsträgern des deutschen Films. "Bin ich schön?" ist schlicht ein Meisterwerk.

Schon von jeher hat Doris Dörrie ihre (Kurz-) Geschichten, z.B. "Mitten ins Herz", "Männer", "Geld" und "Paradies" als Ausgangspunkt für ihre Filmerzählungen genommen und sich damit nicht nur als engagierte Autorenfilmemacherin qualifiziert, sondern auch als Künstlerin, die diese Stoffe nicht nur film-technisch rekapituliert, sondern fürs Kino wieder neu erfindet. Für ihr aktuelles Werk hat sie aus ihren Büchern "Für immer und ewig" und "Bin ich schön?" diverse Geschichten kunstvoll miteinander verwoben und nuancenreich interpretiert. Episodenhafte Einblicke ins Leben der Generationen umspannenden Protagonisten wechseln ab mit entlarvenden Psychogrammen. Sensibel und klar, mitfühlend und satirisch, grotesk und lyrisch beschreiben die Geschichten auf ambivalente und zugleich sehr unterhaltsame Art und Weise was für ein eigensinniger, kleiner Muskel das Herz doch mitunter sein kann. Dadurch entsteht nicht zuletzt ein Gesellschaftsporträt, das durch die intim-individuelle Sichtweise mehr ist, als nur die Summe seiner Teile. Daß für das Gelingen eines solch vielfarbigen Tableaus die Unterstützung potenter Schauspieler von Nöten ist, liegt auf der Hand. Und so ist es kein Wunder, daß sich die Besetzung von "Bin ich schön?" wie ein Auszug aus dem "Who is Who" der deutschen Schauspieler-A-Liga liest: u.a. Senta Berger, Joachim Król, Gottfried John, Franka Potente, Iris Berben, Nina Petri, Uwe Ochsenknecht, Otto Sander, Maria Schrader, Anica Dobra - und als besonderer Besetzungs-Coup Dietmar Schönherr. Der Film beginnt und endet im südspanischen Almería, auf einer staubigen Landstraße in der Sierra Morena. Dort begegnen wir der verführerischen Linda (Franka Potente) zum ersten Mal, als sie sich als Anhalterin von einem deutschen Autofahrer aufgabeln läßt. Und wie sie werden auch wir auf eine Reise mitgenommen, die sich geographisch bald nach Sevilla, El Rocío und München verlagert und dabei immer deutlicher zu einer education sentimentale wird. Mit von der Partie in diesem Schicksalsreigen sind u.a. die pragmatische Franziska (Anica Dobra) und ihr schmachtender Ex-Lover Klaus (Steffen Wink), der sentimentale Autofahrer und Familienvater Bodo (Uwe Ochsenknecht), die emotional überforderten Ehepartner Robert (Joachim Król) und Charlotte (Nina Petri), die diät- und kaschmirpulloversüchtige Rita (Iris Berben) und ihr dicker Mann Fred (Oliver Nagele), das abgeliebte Ehepaar Unna (Senta Berger) und Herbert (Gottfried John) samt Unnas hinfälliger Jugendliebe David (Otto Sander) sowie Juan (Dietmar Schönherr), ein liebeskranker Witwer, der den Tod seiner Frau nicht verwinden kann. Das Sichbegegnen und Wiederauslassen, das Fremdgehen und Vertrautsein, das Sehnsuchtsverlangen und Alleingelassensein, der Anfang und das Ende, ziehen sich zentralmotivisch durch den Film - der tröstet, weil er unverstellt und ehrlich vom Leben erzählt. "Bin ich schön?" ist sicher eines der wenigen Kino-Highlights des Jahres, welches das ramponierte Image des deutschen Films erheblich aufpolieren wird. Außer Konkurrenz bei den Filmfestspielen in Venedig gezeigt, kann man "Bin ich schön?" zum Filmstart im Herbst guten Gewissens Besucherzahlen jenseits der zwei Millionen Grenze prognostizieren. Verdient hat er es auf jeden Fall. ull.

Bin ich schön?

Darsteller:  Franka Potente   als Linda
  Steffen Wink   als Klaus
  Anica Dobra   als Franziska
  Iris Berben   als Rita
  Oliver Nägele   als Fred
  Gottfried John   als Herbert
  Senta Berger   als Unna
  Nina Petri   als Charlotte
  Joachim Król   als Robert
  Lina Lambsdorff   als Lili
  Maria Schrader   als Elke
  Heike Makatsch   als Vera
  Suzanne von Borsody   als Lucy
  Uwe Ochsenknecht   als Bodo
  Carla Weindler   als Carla, 7 Jahre
  Elisabeth Romano   als Jessica
  Gustav Peter Wöhler   als Werner
  Michael Klemm   als Holger
  Juan Diego Botto   als Felipe
  Gisela Schneeberger   als Tamara
  Otto Sander   als David
  Pierre Sanoussi-Bliss   als Paco
  Maria Piniella   als Pinkola
  Christine Oesterlein   als alte Dame
  Dietmar Schönherr   als Juan
 
Regie:  Doris Dörrie  
Drehbuch:  Doris Dörrie  
  Rolf Basedow  
  Ruth Stadler  
Produzent:  Bernd Eichinger  
  Martin Moszkowicz  
Ausf. Produzent:  Norbert Preuss  
Buchvorlage:  Doris Dörrie  
Kamera:  Theo Bierkens  
Schnitt:  Inez Regnier  
Musik:  Niki Reiser  
Produktionsdesign:  Yvonne Hellings  
Kostüme:  Yoshi'o Yabara  
Maske:  Evelyn Döhring  
  Gerhard Nemetz  
Ton:  Wolfgang Wirtz  

Hinter den Kulissen: So wurde "Spirit" Leben eingehaucht

"Spirit - Der wilde Mustang" ist ein mitreißender Zeichentrickfilm über ein unzähmbares Wildpferd, der beweist, dass die traditionelle Zeichentrickkunst alles andere als traditionell ist.

<br />Spirit in typischer Pose


Spirit in typischer Pose

Die Geschichte über den Mustang Spirit, der in der Weite der amerikanischen Prärie lebt, ist der technologisch anspruchsvollste Zeichentrickfilm, den Dreamworks bisher realisiert hat und die perfekte Kombination von modernster Computeranimation und klassischer Trickfilmkunst.

Allerdings, ob nun 2D oder 3D oder beides miteinander kombiniert: Pferde sind extrem schwer zu zeichnen und naturgetreu in Szene zu setzen. Die stark ausgeprägte Muskulatur, die bei jeder Bewegung sichtbar wird, unterschiedliche Gangarten etc.: Das alles stellt jeden Zeichner vor eine besondere Herausforderung.

Dies sind wohl auch die Gründe dafür, dass vor Spirit kein Pferd eine Hauptrolle in einem Zeichentrickfilm übernehmen durfte. Das Animationsteam hatte, bevor es Spirit auf die Leinwand galoppieren ließ, die vielen Besonderheiten der Bewegung und der Anatomie ausgiebig studiert.

Davor wurde das lebende &quot;Objekt&quot; eifrig studiert

Davor wurde das lebende "Objekt" eifrig studiert

Musik und Bilder statt vieler Worte

Jeder Gedanke, jedes Gefühl musste ausschließlich durch Körpersprache, Mimik und Wiehern - das von echten Pferden aufgenommen wurde - ausgedrückt werden. Denn die Pferde im Film können nicht sprechen.

Entstanden ist "Spirit" wie ein Stummfilm: Sprechertext, Musik und Songs wurden erst nach Fertigstellung der Bilder hinzugefügt. Von Anfang an sollte die Geschichte vor allem visuell erzählt werden, nur Spirits Gedanken sind manchmal zu hören: Steffen Wink leiht als Ich-Erzähler den Gefühlen des Hengsts in den Schlüsselszenen seine Stimme.

Liebe, Trauer, Angst, Sehnsucht - das alles drückt sich dazu auch in den einfühlsamen Songs von Hartmut Engler und der bewegenden Musik von Hans Zimmer aus.

Beim gro&szlig;en Cannes-Event sang Bryan Adams die Original-Songs live zum Film

Beim großen Cannes-Event sang Bryan Adams die Original-Songs live zum Film

Die Liebe zum Wilden Westen

Die Landschaft des amerikanischen Westens ist als Heimat der Wildpferde ein wichtiger Bestandteil des Films, auch wenn auf geografische Authentizität weitestgehend verzichtet wurde.

Kühle Blau- und Grüntöne vermitteln das Gefühl von Freiheit und Freude. Gedämpfte warme Farben wie Gelb und Braun wurden eingesetzt, um eine bedrückende Stimmung zu schaffen. Die offene Prärie und die Wüste, die sich bis zum Horizont erstrecken, und die herrlichen Bergketten der weiten Canyons des amerikanischen Westens ergeben jeweils ein wunderbares Panorama.

Die amerikanische Pr&auml;rie: Mit viele Liebe zum Detail gezeichnet

Die amerikanische Prärie: Mit viele Liebe zum Detail gezeichnet

Monumentales Zeichnen

Um den Herausforderungen einer überzeugenden Naturdarstellung auf der Leinwand gerecht zu werden, gab es für die Filmemacher nur eine Wahl: Es musste in Cinemascope gedreht werden.

Für das Animationsteam bedeutete das bis zu vierzig Prozent mehr Trickszenen. Mit vierundzwanzig Einzelbildern pro Sekunde war das sowohl für die traditionellen Animatoren als auch für die digitalen Künstler ein gutes Stück Arbeit.

Dafür wurde eigens der "ToonShooter", entwickelt: Er erlaubte den Animatoren, handgezeichnete Trickvorlagen einzuscannen und sie mit anderen Elementen wie Figuren, Hintergründe und Effekte zu kombinieren.

Die Illusion einer unendlichen, abwechslungsreichen Umgebung, die als perfekter Hintergrund der Geschichte diente, entstand.

<br />Steffen Wink und Hartmut Engler<br />im Tonstudio


Steffen Wink und Hartmut Engler
im Tonstudio

Die deutschen Stimmen

Steffen Wink, der Erzähler, begeisterte als jugendlicher Partner von Götz Georges "Schimanski" in den 90ern die Fernsehzuschauer. Mit Filmen wie "Bin ich schön??" von Doris Dörrie und "Kai Rabe gegen die Vatikankiller" von Thomas Jahn eroberte der Wahl-Münchner auch die Leinwand.

Wie sein amerikanisches Alter Ego Matt Damon, der seine Rolle so verstand, als säße er mit seinem kleinen Neffen am Lagerfeuer und erzähle ihm die Geschichte vom Mustang Spirit, vermag auch er mit seiner Stimme Spirit zum Leben zu erwecken.

Für alle, denen der Mustang und der Wilde Westen gar nicht aus dem Kopf gehen, gibt es übrigens ein Spiel zum Film für den virtuellen Ritt in die unendliche Weite des Wilden Westens.

Star

Franka Potente

Franka Potente wurde mit ihrer rotschöpfigen Lola in Tom Tykwers "Lola rennt" die Galionsfigur für den Aufbruch des deutschen Films am Ende...

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Steffen Wink

Steffen Wink machte Ende der 1990er-Jahre in Kinofilmen wie "Bin ich schön?" und "Kai Rabe gegen die Vatikankiller" auf sich aufmerksam. Ab...

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