Weil Waffenhändler einem von FBI-Agenten und Berufskillern verfolgten Ganoven eine Atombombe verkaufen, die dann zwei geistig schlichten Dieben in die Hände fällt, erlebt Miami einige chaotische Tage. Die explosive Atmosphäre erweist sich aber auch als beziehungsstiftend und lässt zwei Teenager, zwei Ehegeschädigte und einen Träumer unerwartetes Glück finden.

Bevor Komödienspezialist Barry Sonnenfeld im Sommer mit der Fortsetzung seines Welthits "Men in Black" zur erwarteten Effektschlacht antritt, reicht er eine verschrobene und wegen der Ereignisse vom 11. September verschobene Ensemblefarce nach. Diese gehört als Miami-Melange aus exzentrischen Figuren, Diätplot, Slapstick und Dialogwitz zu den humoristischen Angeboten, die erfahrungsgemäß trotz variierender Qualität gerne vom Publikum umarmt werden.
Die Stärken dieser Verfilmung des Debütromans des bekannten und scharfzüngigen US-Kolumnisten Dave Barry sind die kleinen versteckten Gags und komödiantische Naturtalente wie Dennis Farina und Janeane Garofalo, die todernst urkomisch wirken können. Die Schwächen sind Déjà-vu-Erlebnisse, weil Ähnliches in den letzten Jahren Stammgast im Kino war, sowie ein Turbo-Tempo, das Charakterporträts, wie sie noch im denkbaren Vorbild "Schnappt Shorty" möglich waren, durch Kurz-Polaroids ersetzt. So gibt es Fehlzündungen, aber auch wirklich witzige Passagen, wenn der Film seine sieben zentralen Paare in unterschiedlichen Gruppierungen immer wieder in neue chaotische Situationen verwickelt. Handlungsmotor und ein im Sinne Hitchcocks inhaltsleerer MacGuffin ist ein Koffer mit mobiler Atombombe, den russische Waffenhändler in Miami einem Fußfetischisten und Gauner (Stanley Tucci) verkaufen, der von der Chefetage seiner Firma auf die Todesliste gesetzt wurde. Während ein Killer mit Floridaphobie (Dennis Farina, schon in "Schnappt Shorty" ein Glanzpunkt) Maß nimmt, duellieren sich zwei hormonell aufgeheizte Teens mit Farbkanonen, genießen zwei FBI-Agenten ihre Handlungsvollmachten, balzt ein Macho-Cop (Patrick Warburton) um die Gunst seiner strengen Partnerin (Garofalo), verliebt sich ein Ökoträumer und Baumschläfer in ein Dienstmädchen und ein Ex-Journalist in eine verheiratete blonde Versuchung (Rene Russo), stehlen schließlich zwei grenzdebile Schläger die Bombe, nehmen Russos Tochter als Geisel und bringen so das ganze Ensemble zum Flughafen, wo Starkomiker Tim Allen schließlich als Actionheld ein strahlendes Florida zu verhindern sucht. Die Gags über die katastrophalen Sicherheitskontrollen und das Bombenszenario im Flugzeug, das mit einer Verbeugung vor Stanley Kubrick endet, setzten Sonnenfelds Film nach dem 11. September auf die schwarze Liste. Mit der Distanz von heute sind Klagen auch über diese Szenen wohl nicht mehr zu erwarten. Für einige andere ließen sich dagegen Gründe finden, wenn man, überrollt von Turbulenz und Gags, zur Schlussfolgerung kommt, dass in der Kürze (Laufzeit etwa 80 Minuten) nicht immer die Würze liegt. kob.
| Darsteller: | Tim Allen | als Eliot Arnold | |
|---|---|---|---|
| Rene Russo | als Anna Herk | ||
| Stanley Tucci | als Arthur Herk | ||
| Tom Sizemore | als Snake | ||
| Johnny Knoxville | als Eddie | ||
| Dennis Farina | als Henry Algott | ||
| Jack Kehler | als Leonard | ||
| Janeane Garafalo | als Monica Romero | ||
| Patrick Warburton | als Walter Kramitz | ||
| Ben Foster | als Matt Arnold | ||
| Zooey Deschanel | als Jenny Herk | ||
| Heavy D | als Greer | ||
| Omar Epps | als Seitz | ||
| Jason Lee | als Puggy | ||
| Sofía Vergara | als Nina | ||
| Andy Richter | als Jack/Ralph Pendick | ||
| Lars Arentz-Hansen | als Leonid | ||
| Dave Corey | als Dwight | ||
| Cullen Douglas | als Justin Hobart | ||
| Nathalie Latronico | als Heather Weintraub | ||
| Daniel London | als Ivan Chukov | ||
| Philip Nolen | als Ken Deeber | ||
| Regie: | Barry Sonnenfeld | ||
| Drehbuch: | Robert Ramsey | ||
| Matthew Stone | |||
| Produzent: | Tom Jacobson | ||
| Barry Josephson | |||
| Barry Sonnenfeld | |||
| Koproduzent: | Graham Place | ||
| Ausf. Produzent: | Jim Wedaa | ||
| Buchvorlage: | Dave Barry | ||
| Kamera: | Greg Gardiner | ||
| Schnitt: | Steven Weisberg | ||
| Musik: | James Newton Howard | ||
| Produktionsdesign: | Garreth Stover | ||
| J. Mark Harrington | |||
| Kostüme: | Mary E. Vogt | ||
| Ton: | Peter F. Kurland | ||
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