Originaltitel: Svinalängorna
Schweden 2010
Noomi Rapace
Ola Rapace
Outi Mäenpää
Regie: Pernilla August
Verleih: NFP (Filmwelt)
Einen Tag vor Weihnachten erhält Leena einen Anruf vom Krankenhaus und wird zu ihrer im Sterben liegenden Mutter gerufen. Ihr Mann und die beiden kleinen Töchter begleiten sie auf der langen Reise. In Flashbacks zieht noch einmal ihre Kindheit mit dem kleinen schutzlosen Bruder an ihr vorbei, Gewalt, Demütigung und Suff der Eltern, ihre eigene verzweifelte Suche nach Normalität. Erst am Bett der Kranken erkennt sie, dass sie sich den Dämonen der Vergangenheit stellen und bewusst das schmerzende Kapitel abschließen muss, um eine Chance für die Zukunft mit ihrer Familie zu bekommen.

Im Regiedebüt von Pernilla August kann Millennium-Trilogie-Star Noomi Rapace den Dämonen der Vergangenheit nicht entfliehen.
Noomi Rapace ist ein Phänomen -ob als punkige Lisbeth Salander in der Verfilmung von Stig Larssons "Millennium-Trilogie", als Mutter zwischen Wahrheit und Wahnsinn in "Baby Call" oder als Frau, die in Pernilla Augusts Debut als Regisseurin und Drehbuchautorin mit nie heilenden psychischen Wunden konfrontiert ist - sie trägt jeden Film in den unterschiedlichsten Rollen. Basierend auf dem semi-autobiografischen Roman von Susanna Alakoski spielt sie Leena, glücklich verheiratet mit ihrem Mann (ihr Mann auch im richtigen Leben: Ola Rapace) und zufrieden mit den zwei Töchtern. Aus dem Gleichgewicht bringt sie ein Anruf einen Tag vor Weihnachten aus ihrer Heimatstadt, ihre Mutter liegt im Sterben. Gatte und Kids wollen sie unbedingt begleiten, um die fremde Schwieger- bzw. Großmutter endlich mal kennen zu lernen. Auf dem beschwerlichen Weg erinnert sich Leena in Flashbacks an eine schreckliche Kindheit, an ihre aus Finnland stammenden Eltern, die ihren Frust im Wohlfahrtsstaat Schweden in Alkohol ertränkten, ihre vergeblichen Bemühungen den kleinen Bruder zu schützen, die gescheiterten Versuche, eine Form von Normalität aufrecht zu erhalten, die nie existierte. Am Bett ihrer Mutter und in der einstigen Familienwohnung gibt es kein Entrinnen mehr vor den Dämonen, die sie über die Jahre perfekt verdrängt hatte. Sie versteht, nur wenn sie die schmerzhaften Kapitel ihrer Biografie abschließt, gibt es eine Chance für die Zukunft.
Absurde Situationen wie die, in der sie die Urne ihres Vaters ins Krankenzimmer bringt oder die Sterbende für ein letzte Zigarette nach draußen schiebt, wechseln mit verstörenden Bildern familiärer Gewalt und Demütigung, im Kontrast dazu steht der Wille der Heranwachsenden, als Schwimmerin zu reüssieren, der kleine Freudenmoment über einen Badeanzug. Der überragende Rapace als erwachsener Frau, die sich an Ordnungsstrukturen fest klammert, steht Tehilla Blad als junge Leena zur Seite, in einer ebenbürtigen Performance. Der Einfluss Ingmar Bergmans auf seine Lieblingsschauspielerin August ("Fanny und Alexander") ist in jeder der intensiven Einstellungen zu spüren. Geht es doch um das, was sich in Bergmans Werk immer widerspiegelt, Kindheitstraumata, verhandelte Beziehungskrisen, Suche nach einem Halt im Leben. mk.
| Darsteller: | Noomi Rapace | als Leena | |
|---|---|---|---|
| Ola Rapace | als Johan | ||
| Outi Mäenpää | als Aili | ||
| Ville Virtanen | als Kimmo | ||
| Tehilla Blad | als Leena, jung | ||
| Alpha Blad | als Marja | ||
| Junior Blad | als Sakari | ||
| Selma Cuba | als Flisan | ||
| Regie: | Pernilla August | ||
| Drehbuch: | Pernilla August | ||
| Lolita Ray | |||
| Produzent: | Helena Danielsson | ||
| Ralf Karlsson | |||
| Koproduzent: | Tero Kaukomaa | ||
| Helle Ulsteen | |||
| Ralf Ivarsson | |||
| Lone Korslund | |||
| Mikael Frisell | |||
| Lars Nilsson | |||
| Buchvorlage: | Susanna Alakoski | ||
| Kamera: | Erik Molberg Hansen | ||
| Schnitt: | Åsa Mossberg | ||
| Musik: | Magnus Jarlbo | ||
| Sebastian Oberg | |||
| Kostüme: | Kicki Ilander | ||
| Maske: | Elizabeth Bukkehave | ||
| Ton: | John Nilsson | ||
| Owe Svensson | |||
| Bo Persson | |||
| Casting: | Jeanette Klintberg | ||
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