Drama um eine Ärztin in der DDR zwischen Fluchtgedanken und zwei Männern auf beiden Seiten der deutsch-deutschen Grenze. http://images.kino.de/flbilder/max12/auto12/auto05/12050110/b150x150.jpg Barbara

Filmdetails

Barbara

Drama um eine Ärztin in der DDR zwischen Fluchtgedanken und zwei Männern auf beiden Seiten der deutsch-deutschen Grenze.


Barbara
Start: 08.03.2012

Drama

Deutschland 2012
Laufzeit: 108 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Nina Hoss
Ronald Zehrfeld
Jasna Fritzi Bauer

Regie: Christian Petzold
Verleih: Piffl

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Inhalt

Barbara, eine Ärztin, hat einen Ausreiseantrag aus der DDR gestellt, während ihr Geliebter Jörg im Westen ihre Flucht vorbereitet. Als Folge des Gesuchs wird Barbara von Berlin in ein Provinzkrankenhaus strafversetzt, wo sie unter ihrem neuen Chef Andre in der Kinderchirurgie arbeitet. Der Mann verwirrt sie - mit seiner Freundlichkeit, seiner Fürsorge, seinem Verständnis. Ist er ein Spitzel? Ist er in sie verliebt? Barbara beginnt den Boden unter den Füßen zu verlieren. Sie ist sich über nichts mehr im Klaren: ihre Flucht, ihre Liebe, ihre Pläne.


Kritik

Barbara

Prominent besetztes Drama mit Nina Hoss und Ronald Zehrfeld über das Weggehen und das Bleiben in der Endzeit der DDR.

Christian Petzold und Nina Hoss, das ist seit "Toter Mann" im Jahre 2001 eine symbiotische Beziehung, von der beide profitieren. Petzold fand in ihr eine Heroine der Rätselhaftigkeit und Nina Hoss eine Plattform, diese auszuleben und zu einem ihrer Markenzeichen zu machen. Wer ihre Zusammenarbeit kennt, ahnt, dass auch hier das Suchen und Finden von Liebe und sich selbst ganz oben steht.

Im Sommer 1980 wird Barbara wegen ihres Ausreiseantrags aus der Hauptstadt in die Provinz strafversetzt, die Ärztin wirkt dort wie ein Fremdköper, die Kollegen halten sie für arrogant, sie wirft sich in die Arbeit und hofft derweil, dass ihr Geliebter aus dem Westen einen Weg zur Flucht für sie organisieren kann. Wie Wasser an der imprägnierten Regenhaut perlt das Leben an ihr ab. Die Zukunft liegt woanders. Während der Tag näher rückt, in dem ein Boot sie in die "Freiheit" bringen soll, engagiert sie sich immer mehr für eine junge Ausreißerin und irritiert sie Andre, der Leiter der Kinderchirurgie, durch seinen Charme, seine Fürsorge und seine menschliche Wärme. Ihr schützender Kokon aus Abwehr, Kälte und Kontrolle zeigt Risse.

Christian Petzold zeigt die DDR als Lebensraum, in dem der Produktionsbereich eine große Rolle spielt und Ost-Frauen beim gut gemeinten Satz "Du brauchst dann nicht mehr arbeiten" von West-Männern eine Gänsehaut kriegen, die ihnen ziemlich klischeehaft den Quellekatalog als Nonplusultra des Konsums mitbringen. Die Ausstattung stimmt vom Ofenrohr über die Tapete und Gardine bis hin zum Kosmetikköfferchen. Die Wohnung von Barbara ist ein Ort der Passage, die von Andre ein von persönlichen Dingen geprägtes Refugium. Szenenbildner K.D. Gruber hat ganze Arbeit geleistet. Fulminant ist das emotionale Pingpong zwischen der spröden und in sich verkapselten Nina Hoss und dem zupackenden und herzlichen Ronald Zehrfeld, die sich abchecken und wie Boxer im Ring misstrauisch umtanzen und sich nicht aus der Deckung trauen, weil sie fürchten, Gefühle könnten ihnen eine Blöße und einen Angriffspunkt geben. Sie ist eine in sich zerrissene bürgerliche Ärztin, er ein zärtlicher Pragmatiker aus dem Proletariermilieu, nicht nur psychologisch, auch optisch bilden sie ein gelungener Gegensatz. Ohne Filmmusik (nur mit Klavier, Radio und einem Song am Schluss) gibt Petzold der DDR einen eigenen akustischen Raum und dem Zuschauer die Möglichkeit, sich noch intensiver einzulassen auf das filigrane Beziehungsgeflecht. mk .

Barbara

Darsteller:  Nina Hoss   als Barbara
  Ronald Zehrfeld   als Andre
  Jasna Fritzi Bauer   als Stella
  Mark Waschke   als Jörg
  Rainer Bock   als Schütz
  Jannik Schümann   als Mario
  Christina Hecke   als Karin
 
Regie:  Christian Petzold  
Drehbuch:  Christian Petzold  
Produzent:  Florian Koerner von Gustorf  
  Michael Weber  
Kamera:  Hans Fromm  
Schnitt:  Bettina Böhler  
Musik:  Stefan Will  
Produktionsdesign:  Kade Gruber  
Kostüme:  Anette Guther  
Maske:  Alexandra Lebedynski  
  Barbara Kreuzer  
Ton:  Andreas Mücke-Niesytka  
Casting:  Simone Bär  

Regie-Bär für Christian Petzold

Strahlende Gewinner bei der Verleihung der begehrten Berlinale-Bären. "Bester Film" wurde eine italienische Produktion, zwei Bären in Silber gingen an deutsche Filmschaffende

Großansicht 62. Berlinale: Regisseur Christian Petzold erhielt einen Silbernen Bären (Foto: Kurt Krieger)

62. Berlinale: Regisseur Christian Petzold erhielt einen Silbernen Bären (Foto: Kurt Krieger)

Die 62. Internationalen Filmfestspiele von Berlin sind beendet: Den Goldenen Bären für den besten Film verlieh die Jury um Mike Leigh dem italienischen Beitrag "Cesare deve morire" der Brüder Taviani. "Csak a szél - Just the Wind", eine ungarisch-deutsch-französische Koproduktion, von Benedek Fliegauf erhielt den Großen Preis der Jury.

Der Silberne Bär für die beste Regie wurde Christian Petzold für "Barbara" verliehen. Als bester Schauspieler wurde Mikkel Boe Følsgaard für seine Leistung in "Die Königin und der Leibarzt" geehrt.

Außerdem wurde der Film für das beste Drehbuch prämiert, das von Regisseur Nikolaj Arcel und Rasmus Heisterberg stammt. Es handelt sich um eine dänisch-tschechisch-schwedisch-deutsche Koproduktion. Beste Schauspielerin ist Rachel Mwanza für den kanadischen Beitrag "Rebelle".

Ehrenpreise für Meryl Streep und Angelina Jolie

Der Silberne Bär für herausragende technische Leistung ging an den Kameramann Lutz Reitemeier für seine Arbeit an "Bai lu yuan - White Deer Plain" von Quan'an Wang. Eine lobende Erwähnung der Jury erhielt der Film "L' enfant d'en haut" von Ursula Meier, die überdies mit einem Silbernen Bären verbunden war. Der Alfred Bauer Preis für einen Film, der neue filmische Perspektiven eröffnet, wurde an "Tabu" von Miguel Gomes überreicht, eine Koproduktion von Portugal, Deutschland, Brasilien und Frankreich.

Bereits am Donnerstag war Hollywood-Ikone Meryl Streep für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden. Ihr neuester Film "Die Eiserne Lady" startet in unseren Kinos am 1. März. Gleich doppelt geehrt wurde Regieneuling Angelina Jolie: Ihr Kriegsdrama "In the Land of Blood and Honey" wurde im Rahmen der Gala "Cinema for Peace" als "wichtigster Film des Jahres" ausgezeichnet, zudem erhielt Angelina Jolie den Ehrenpreis für ihren Kampf gegen Krieg und Völkermord.

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