Unbeschwert-bestechende Ruhrpott-Gaunerklamotte über einen Raubzug, bei dem wirklich alles schiefgeht. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz30/z0230048/b150x150.jpg Bang Boom Bang - Ein todsicheres Ding

Filmdetails

Bang Boom Bang - Ein todsicheres Ding

Unbeschwert-bestechende Ruhrpott-Gaunerklamotte über einen Raubzug, bei dem wirklich alles schiefgeht.


Bang Boom Bang - Ein todsicheres Ding
Start: 26.08.1999

Komödie / Kriminalfilm

Deutschland 1999
Laufzeit: 107 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Oliver Korittke
Markus Knüfken
Ralf Richter

Regie: Peter Thorwarth
Verleih: Senator

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Temperatur

lau

Inhalt

Der gemütliche Kiffer Cake steckt in der Klemme: Er hat den Großteil der Beute aus einem Raubzug mit dem eingeknasteten Schwerverbrecher Kalle bei Wetten verspielt. Als Kalle plötzlich vor seiner Tür steht, ist guter Rat teuer. Cake läßt sich mit einem Kumpel auf einen Diebstahl bei dem halbseidenen Spediteur Kampmann ein, womit seine Probleme erst so richtig beginnen.


Kritik

Bang Boom Bang - Ein todsicheres Ding

"Bang Boom Bang" macht seinem Namen alle Ehre: Als hätte Quentin Tarantino im Ruhrpott eine neue Heimat gefunden, stürmt Regieneuling Peter Thorwarth mit einer vor Ideen und originellen Figuren übersprudelnden Kleingangster-Komödie die Kinos. Auch wenn die Einflüsse deutlich erkennbar sind, wirkt die atemberaubend vertrackte Geschichte nie kopiert oder bemüht: Dafür kennt Thorwarth die Figuren - bis in die letzte Nebenrolle mit bekannten Gesichtern oder klasse Typen besetzt - viel zu gut und ist die von den im Minutentakt servierten Höhepunkten angeheizte gute Laune viel zu ansteckend.

Großes Kino mit Bildern für eine große Leinwand hat Peter Thorwarth im Sinn, wenn er seine Figuren im "Jackie Brown"-Zickzack-Verfahren sorgfältig vorstellt und langsam in Stellung bringt, um schließlich mit der Genauigkeit eines Uhrwerks und blendendem Timing ein Inferno spritziger und unvermuteter Ereignisse abzufahren. Wenn der Kühler eines schrottreifen Autos (mit Nummernschild DO-PE) die ganze Breite des Bildes einnimmt oder der Regisseur bei einer Sause durch die Stadt Zeitraffer einsetzt, denkt man unweigerlich "Amerika", doch beim zweiten Blick ist man dann doch in Unna. Immer läßt Thorwarth seine augenzwinkernde Gangsterballade einen Tick zu groß wirken - wie die Träume seiner der locker aus dem Ärmel geschüttelten Typen, die nichts lieber täten als dem Kleinstadtmief zu entfliehen.

Neben den halbseidenen Spediteuren, den kleinen Verlierern, den liebenswerten Fußballhoffnungen, die bis zur Entdeckung noch ein paar Autos frisieren, trifft das vor allem wohl auf den gemütlichen Kiffer Keek im Misfits-T-Shirt (Oliver Korittke souverän in einer charmanten Fortsetzung der Rolle, die Brad Pitt in "True Romance" spielte) zu, der das Geld aus einem gemeinsamen Raubzug mit dem eingeknasteten Kalle bei Pferdewetten und für Dope verjubelt hat. Er wird aus seiner Lethargie gerissen, als Knacki Kalle ausbricht und seinen Zaster sehen will. Jede neue Szene bringt neue Komplikationen mit sich, bis Keek und sein Kumpel Andi (Markus Knüfken) sich auf einen unerhörten Plan des kleinen Speditionsangestellten Schlucke einlassen und in der Firma von dessen windigen Chef Kampmann einbrechen. Was dann kommt, ist ohne Zweifel eines der Highlights des Kinojahres, eine absurd.aberwitzige Einbruchs-Sequenz, die immer länger und immer noch besser und unglaublicher wird.

Dazu kommen ein überraschend guter und authentischer "Straßen von San Francisco"-Soundtrack von den H-Blockx und begnadete Darstellungen, von Ralf Richter als beängstigender Prolo im purpurnen Segeltuch-Jogginganzug, Heinrich Giskes als finsterer Spießgeselle Ratte und vor allem von Diether Krebs, den man gerne öfters im Kino sehen würde, zahllose Gastauftritte deutscher Prominenz und natürlich ein wilder Clou am Schluß, der noch einmal alles auf den Kopf stellt. Da schleichen sich manchmal Längen ein, und dennoch fühlt man sich bei Thorwarth in besten Händen: Nie hat man das Gefühl, das ihm die Ideen bei seinen grellen Impressionen aus dem Pott ausgehen könnten. Vermutlich läßt sich aus den der Schere zum Opfer gefallenen Szenen von "Bang, Boom, Bang" ein Film machen, von dem mancher arrivierte Filmemacher in diesem Land (und in den USA) nur träumen kann. ts.

Bang Boom Bang - Ein todsicheres Ding

Darsteller:  Oliver Korittke   als Keek
  Markus Knüfken   als Andy
  Ralf Richter   als Kalle
  Diether Krebs   als Werner Kampmann
  Martin Semmelrogge   als Schlucke
  Heinrich Giskes   als Ratte
  Christian Kahrmann   als Mark Kampmann
  Alexandra Neldel   als Melanie
  Sabine Kaack   als Manuela
  Til Schweiger   als Til
  Hilmi Sözer   als Hilmi
  Willy Thomczyk   als Willy
  Jochen Nickel   als Franky
  Monica Nancy Wick   als Andrea
  Detlef Bothe   als Arne
  Klaus Stiglmeier   als Lars
  Brian Lentz   als Ole
  Wolfgang Dinslage   als Zellenkumpel
  Dustin Semmelrogge   als Skater Bernd
  Max Richter   als Skater Kai
  Peter Ender   als Dieter Burkhorst
  Martin Ontrop   als Heinz Wigand
  Matthias Kniesbeck   als Kripobeamter Kleibömer
  Karl Thorwarth   als Kommissar Roeder
  Mark Zak   als Rumäne
  Björn Hebeler   als Lehrling Björn
  Karin Rasenack   als Dr. Lammerts
  Katja Giammona   als Medizinstudentin Petra
  Katja Bechtolf   als Hildegard Kampmann
  Ellen ten Damme   als Maike
  Karina Krawczyk   als Mila
  Leon Ömer Simsek   als Schiedsrichter
  Ingolf Lück   als Pornoregisseur Uwe
  Ralph Herforth   als Pornodarsteller
  Hans Bayer   als Fillialleiter
  Wotan Wilke Möhring   als Fußballspieler in Kellerbar
  Alfred Holighaus   als Marcels Vater
  Nicholas Bodeux   als Vater in Einkaufszentrum
  Werner Karle jr.   als Wirt Vereinskneipe
  Jörg Wontorra   als Sportmoderator
  Peter Thorwarth   als Juppie
 
Regie:  Peter Thorwarth  
Drehbuch:  Peter Thorwarth  
  Stefan Holtz  
Produzent:  Christian Becker  
  Thomas Häberle  
Koproduzent:  Hanno Huth  
  Alfred Holighaus  
Kamera:  Eckhard Jansen  
Schnitt:  Anja Pohl  
Musik:  Rainer Kühn  
Produktionsdesign:  Uwe Stanik  
  Bettina Glier  
Kostüme:  Anke Winckler  
Ton:  William Franck  
  Tschangis Chahrokh  

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