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Autopiloten

Autopiloten

Drama - Deutschland 2007
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Vier Männer unterwegs im Ruhrgebiet. Der Badewannenliftvertreter Jörg fürchtet um seinen guten Job, der ihn zuweilen in Kontakt mit einsamen Frauen brachte. Lokalreporter Dieter, heute mal begleitet vom unbegeisterten Teenagersohn, ist immer auf der Suche nach einer heißen Story. Da kommt die Geschichte vom desertierten Schalke-Trainer Georg gerade recht. Auch nicht uninteressant: Der alternde Schlagerstar Heinz beschallt das lokale Einkaufszentrum und beginnt ein Techtelmechtel mit Dieters Frau.
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KRITIK
Autopiloten
Einen "Transitfilm" nennt Bastian Günther (Buch und Regie) sein Debütwerk: weil die Hauptfiguren im Gegensatz zum Road-Movie kein Ziel haben, sondern einfach unterwegs sind. Deshalb sind in Zwischenschnitten auch immer wieder die Autobahnen zu sehen, die das Ruhrgebiet zerschneiden. Ihre Rastplätze sind die Fixpunkte der Handlung: Die vier Protagonisten sind unbehaust, es gibt keinen Fluchtpunkt mehr. Selbst wenn noch ein Daheim existiert: Sie selbst haben dort allenfalls körperlich noch Zutritt; emotional aber sind sie längst verabschiedet.

Zu Beginn gelingt es Günther, die parallel erzählten Handlungsstränge so kunstvoll miteinander zu verknüpfen, dass allein aus der Montage eine gewisse Spannung entsteht. Etwa zur Hälfte geht dem Film allerdings die Luft aus: Man hat das Prinzip der Konstruktion verstanden, und die Figuren haben keine Geheimnisse mehr. Jetzt rächt sich die von Anfang an zu erahnende Perspektivlosigkeit der Männer, die Günther fast schon dokumentarisch auf einem Stück ihres Lebensweges begleitet: der glücklose Trainer von Schalke 04, der seine Entlassung provoziert (Walter Kreye); der unscheinbare Handelsvertreter für Badewannenlifte, dessen vermeintlicher beruflicher Aufstieg den alltäglichen Druck erhöht (Charly Hübner); der freischaffende TV-Reporter, der wie eine Spinne am Knotenpunkt des Autobahnnetzes auf Neuigkeiten aus dem Polizeifunk lauert (Wolfram Koch); und schließlich der einstige Schlagerstar, dessen Fans ihm bei seiner Tour durch Supermärkte und Sparkassen so lange von früher vorschwärmen, bis er ihnen den Saft abdreht und sein Hörgerät ausschaltet. Die Lieder, die Manfred Zapatka zum Besten gibt, wurden von Bernd Begemann eigens für diesen Film geschrieben.

Bei allem Respekt für die einprägsamen Leistungen der Darsteller und die kunstvolle Verstrickung der verschiedenen Ebenen, die sich auch im Rahmen der Handlung immer wieder beiläufig überschneiden: Günthers Film fehlt ein richtiger Schluss. Dramaturgisch hätten sich mehrere Möglichkeiten angeboten, etwa wenn sich der Frust des Vertreters durch Zufall ausgerechnet am Sohn des Reporters entlädt. Günther aber zog es vor, seine Geschichte unbestimmt enden zu lassen. Das passt zwar zum distanzierten Stil der Inszenierung, hinterlässt jedoch auch eine gewisse Unbefriedigtheit. Aber das Leben ist nun mal kein Roman. tpg.
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