Originaltitel: Austin Powers in Goldmember
USA 2002
Mike Myers
Beyoncé Knowles
Seth Green
Regie: Jay Roach
Verleih: Warner
Keine Gefängnismauer vermag Dr. Evil bzw. seine Chargen Mini-Me, Fat Bastard, Number Two und Frau Farbissina lange zu halten. Nur drei Jahre, nachdem sie von Austin Powers geschnappt wurden, brechen sie aus, um sofort auf den unterschiedlichsten Wegen Unheil zu häufen. Unter anderem übernimmt man die Kontrolle über diverse Hollywood-Superstars, entführt Austin Powers' Daddy, den Superspion Nigel Powers (Michael Caine), und aktiviert den holländischen Superverbrecher Goldständer, dessen mächtiges Gemächt selbst Polkappen schmelzen lässt.
Viel Arbeit und illustre Gäste für Mike Myers im dritten Teil der furiosen Agentenfilmpersiflage. Neben den üblichen Verdächtigen sind unzählige Superpromis von Kevin Spacey über Britney Spears und Gwyneth Paltrow bis zu Quincy Jones und Danny DeVito zu entdecken.
Total verrückt & durchgedreht: Mike Myers - in Topform - schlüpft gleich in vier Rollen! Beyoncé Knowles ist das - mit Abstand - beste Powers-Girl! Die Story - giga-gaga - ist gespickt mit Überraschungs-Highlights!
Eigentlich ist jeder "Austin Powers"-Film eine knallbunte Wundertüte: randvoll mit Gags, Wortspielen, cooler Musik, Genre-Parodien, Slapstickeinlagen, 007-Verulkung, sexuellen Anzüglichkeiten, schlüpfrigen Witzen, infantilem Pipi-Kacka-Humor und noch einiges mehr.
Und auch der dritte Film dieser erfolgreichen Comedy-Reihe, "Austin Powers in Goldständer", lässt diesbezüglich keine Wünsche offen.
Dennoch haben sich diesmal Mastermind Mike Myers und Regisseur Jay Roach selbst übertroffen. Denn allein die Eröffungssequenz verdient einen - neuzuschaffenden - Comedy-Oscar! Also, auf keinen Fall zu spät ins Kino kommen, sonst verpasst man ein Fun-Furioso mit Goldrand!
Hatten "Austin Powers - Das Schärfste was Ihre Majestät zu bieten hat" und "Austin Powers - Spion in geheimer Missionarsstellung" noch die "Swinging Sixties" als Startrampe für ihre aberwitzigen Retro-Kult-Trip-Eskapaden, nimmt "Goldständer" treffsicher die Siebziger aufs Korn.
Und so ist es nicht verwunderlich, dass Austin Powers sexy Sidekick Foxxy Cleopatra (Beyoncé Knowles) wie die äußerst geglückte Reinkarnation von Tina Turner und der Blaxploitation-Queen Pam Grier daherkommt.
Und wie die Destiny's Child-Sängerin musikalisch - u.a. mit dem nicht ganz jugendfreien Titel "Work it out" - und optisch - u.a. in Goldlamée-Hotpants und Afro-Perücke - dem Film Schärfe verleiht, ist mehr als nur groovy.
Die durchgestylte Kriminalistin arbeitet undercover in Goldständers Disco, Club 69. Dort trifft Austin seine alte Flamme wieder, als er sich, auf der Suche nach seinem entführten Vater Nigel, auf Zeitreise ins Jahr 1975 begibt. Während seines Trips entfliehen Dr. Evil und Mini Me aus dem Hochsicherheitsgefängnis - ein Aufenthaltsort, den sie Austin zu verdanken haben. Dr. Evil verbündet sich mit dem Oberschurken Goldständer, Nigels Kidnapper. Gemeinsam hecken sie den unfehlbaren Plan "Preparation H" aus, um Austin aufzuhalten und endlich die Welt zu vernichten...
Meister Myers glänzt diesmal nicht nur als Austin Powers, Dr. Evil und Fat Bastard, sondern auch noch in der Titelrolle als der holländische Rollschuh-Playboy Johann van der Smut alias Goldständer.
Dieser Vier-Sterne-Kriminelle liebt es über die Maßen, seine teuflische Weltvernichtungs-Verschwörung damit zu würzen, dass er ab und an ein großes Stück seiner frisch losgekratzten Hautschuppen isst. Sozusagen für den kleinen Hunger zwischendurch. Yummy!
Weitere Teilnehmer dieses exquisiten Spleen-Movies sind natürlich der Dr. Evil-Clon Mini-Me (Verne J. Troyer), der diesmal eine äußerst befremdliche Metamorphose durchmacht. Desweiteren Dr. Evils gehasster Sohn Scott (Seth Green), Nummer Zwei inkl. Augenklappe (Robert Wagner) nebst Frau Farbissina (Mindy Sterling) und nicht zu vergessen Austins Vater und Meister-Swinger Nigel Powers (Michael Caine) und Geheimdienst-Chef Basil Exposition (Michael York).
Mit diesem handverlesenen Irren-Personal kann bei der Pop-Humor-Orgie beim besten Willen nichts mehr schiefgehen. Am Schluss bleibt uns Austin Powers-Fans nur noch ein einziger Wunsch offen: Wir wollen endlich "Austinpussy" sehen!
| Darsteller: | Mike Myers | als Austin Powers/Dr. Evil/Goldmember | |
|---|---|---|---|
| Beyoncé Knowles | als Foxxy Cleopatra | ||
| Seth Green | als Scott Evil | ||
| Michael York | als Basil Exposition | ||
| Robert Wagner | als Number Two | ||
| Mindy Sterling | als Frau Farbissina | ||
| Verne J. Troyer | als Mini Me | ||
| Sir Michael Caine | als Nigel Powers | ||
| Fred Savage | als Number Three | ||
| Diane Mizota | als Fook Mi | ||
| Carrie Ann Inaba | als Fook Yu | ||
| Nobu Matsuhisa | als Mr. Roboto | ||
| Aaron Himelstein | als Austin (jung) | ||
| Josh Zuckerman | als Evil (jung) | ||
| Eddie Adams | als Basil (jung) | ||
| Evan Farmer | als Number Two (jung) | ||
| Danny DeVito | als Famous Mini Me | ||
| Gwyneth Paltrow | als Dixie Normous | ||
| Kevin Spacey | als Famous Dr. Evil | ||
| Britney Spears | als Britney Spears | ||
| Quincy Jones | als Quincy Jones | ||
| India Dupre | als Belinda | ||
| Jim Piddock | als Rektor | ||
| Regie: | Jay Roach | ||
| Drehbuch: | Mike Myers | ||
| Michael McCullers | |||
| Produzent: | Suzanne Todd | ||
| Jennifer Todd | |||
| Demi Moore | |||
| Eric McLeod | |||
| John Lyons | |||
| Mike Myers | |||
| Koproduzent: | Gregg Taylor | ||
| Ausf. Produzent: | Toby Emmerich | ||
| Richard Brener | |||
| Kamera: | Peter Deming | ||
| Schnitt: | Jon Poll | ||
| Greg Hayden | |||
| Musik: | George S. Clinton | ||
| Produktionsdesign: | Rusty Smith | ||
| Mark Worthington | |||
| Drew Boughton | |||
| Kostüme: | Deena Appel | ||
| Ton: | Kenneth McLaughlin | ||
| Casting: | Juel Bestrop | ||
| Jeanne McCarthy | |||
Mike Myers ist vor lauter Arbeitseifer kaum zu bremsen. Nachdem er mit dem dritten "Austin Powers"-Abenteuer die Kinokassen klingeln ließ, hat er bekanntlich schon ein neues Projekt in der Pipeline: "Dr. Seuss' The Cat in the Hat". Damit aber noch nicht genug. Jetzt versucht er sich auch noch als Film-Sampler.
Mike Myers ist zur Zeit sicher der kreativste Komiker der Traumfabrik. 1991 erfand er die Kunstfigur Wayne. Zwei äußerst amüsante "Wayne's World"-Komödien folgten. Und 1997 setzte Myers noch Einen drauf: Im Kopf des Kanadiers erlebten Austin Powers und Dr. Evil ihre Geburtsstunden. Seitdem brachten drei "Austin Powers"-Abenteuer das Kinopublikum zum Lachen.
Was Myers jetzt allerdings vorhat, übertrifft seine bisherigen Höhenflüge an Erfindungsreichtum um Längen. Der Komiker hat sich mit dem Hollywood-Studio DreamWorks zusammengetan. Der Deal: DreamWorks erwirbt die Rechte an Filmklassikern und Myers darf dann die Filme nach seinen Vorstellungen überarbeiten - und Dank digitaler Schnitt-Technik ist das alles kein Problem mehr.
"Film Sampling" - so nennt Myers sein Vorhaben. Wie beim Musik-Sampling, bei dem schon existierende Songs noch einmal überarbeitet werden, möchte er auch mit Filmen verfahren."Ich könnte zum Beispiel einen Hauptdarsteller aus einem Film herausschneiden und stattdessen selbst die Rolle nachspielen - natürlich mit verändertem Text", grinst Myers. "Rapper machen das doch schon seit Jahren. Jetzt haben wir endlich die Technik, das Prinzip des "Samplings" endlich auch im Film anzuwenden."
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