Originaltitel: Extraordinary Measures
USA 2010
Brendan Fraser
Harrison Ford
Keri Russell
Regie: Tom Vaughan
Verleih: Concorde
Weil zwei seiner drei Kinder an einer unheilbaren Stoffwechselkrankheit leiden, die in den nächsten ein bis zwei Jahren wohl zum Tod führen wird, fällt John Crowley eine riskante Entscheidung. Er kündigt seinen Job und überredet den exzentrischen Wissenschaftler Dr. Stonehill, seine Forschung zur Pompe'schen Krankeit beschleunigt zu einem praktischen Ergebnis zu führen. Unter dem Druck von Zeit und den Investoren eines Pharmakonzerns arbeitet das Duo an einem Heilmittel, das es bisher nicht einmal in der Theorie gab.

Brendan Fraser und Harrison Ford kämpfen in Tom Vaughns berührendem Drama für ein medizinisches Wunder, um todkranke Kinder zu retten.
Nach "Crossing Over" ist auch Fords jüngster Film ein sozial engagiertes Drama, zieht sich der erfahrene Fighter als exzentrischer Querkopf hinter dem dominanten Sympathieträger und glatter gezeichneten Protagonisten zurück, mit dem sich Brendan Fraser nach längerer Auszeit wieder darstellerisch profilieren kann. Frasers Figur John Crowley ist glücklich verheiratet, aber zwei seiner drei Kinder haben eine seltene unheilbare Stoffwechselkrankheit, die mit spätestens neun Jahren zum Tod führt. Weil bei seiner Tochter und auch dem etwas jüngeren Sohn die Lebensuhr abläuft, wendet sich der verzweifelte Vater an den Wissenschaftler Dr. Stonehill (Ford). Dieser arbeitet an einem Enzym, das die Pompe'sche Krankheit zwar nicht heilen, das Leben der Betroffenen vielleicht aber retten kann.
"Noch ist es eine Theorie, keine Therapie", schränkt Stonehill ein, eröffnet damit aber einen spannenden Wettlauf gegen die Zeit, wie man das von einem Forschungsdrama erwarten darf, das Hollywood-Ergebnisse liefern soll. Der eigenbrötlerische Wissenschaftler und Marketing-Mann Crowley gründen mit Hilfe von Investoren eine Firma, die innerhalb eines Jahres ein Medikament bis zur Testreife entwickeln soll. Die Kollision der grundverschiedenen Hauptfiguren miteinander, aber auch mit den ausschließlich kommerziell orientierten Entscheidungsträgern der Pharmakonzerne liefern Konfliktstoff genug für den neuen Film von Tom Vaughn ("Love Vegas"), der auch bei diesem Stoff Nischen für Humor findet.
"Inspiriert von einer wahren Geschichte", heißt das PR-freundliche Etikett, das für zusätzliches Medieninteresse sorgen wird, dabei aber wörtlich zu verstehen ist. Das Drehbuch von Robert Nelson Jacobs ("Chocolat") nimmt sich Freiheiten, dampft den mehrjährigen Kampf des Vaters auf etwa ein Jahr ein, komprimiert mehrere Ärzte, die an dem Medikament arbeiteten, zur fiktiven, zu explosiven Ausbrüchen neigenden Figur Stonehill und bemüht auch in der Spannungserzeugung konventionelle Hollywood-Dramaturgie, wenn Fraser sich mit Pharmabürokraten duelliert oder mit gestohlenem Ausweis in Labors einbricht. Tatsächlich ist auch die Wirksamkeit des schließlich entwickelten Medikaments umstritten, doch alle Einwendungen verpuffen letztlich, weil der Film emotional funktioniert. Wie schon beim großen thematischen Bruder, George Millers "Lorenzo's Öl", ist man als Zuschauer involviert, versteht man die "Ausnahmesituation" und die in die Fiktion eingebetteten realen Tragödien und übermenschlichen Anstrengungen im Kampf um Leben. kob.
| Darsteller: | Brendan Fraser | als John Crowley | |
|---|---|---|---|
| Harrison Ford | als Dr. Robert Stonehill | ||
| Keri Russell | als Aileen Crowley | ||
| Meredith Droeger | als Megan Crowley | ||
| Diego Velázquez | als Patrick Crowley | ||
| Sam Hall | als John Crowley Jr. | ||
| Courtney B. Vance | als Marcus Temple | ||
| Jared Harris | als Webber | ||
| Patrick Bauchau | als Jurgen Axelsson | ||
| Regie: | Tom Vaughan | ||
| Drehbuch: | Robert Nelson Jacobs | ||
| Produzent: | Carla Santos Shamberg | ||
| Michael Shamberg | |||
| Stacey Sher | |||
| Koproduzent: | Jordana Glick-Franzheim | ||
| Josh Rothstein | |||
| Karen Willaman | |||
| Ausf. Produzent: | Harrison Ford | ||
| Nan Morales | |||
| Buchvorlage: | Geeta Anand | ||
| Kamera: | Andrew Dunn | ||
| Schnitt: | Anne V. Coates | ||
| Produktionsdesign: | Derek R. Hill | ||
| Kostüme: | Deena Appel | ||
| Casting: | Margery Simkin | ||
Schauspieler haben's schwer, denn sie müssen verdammt viel auswändig lernen. Doch Veteran Harrison Ford hat keinerlei Verständnis für Textpannen bei seinen Kollegen.
Zwiegespräch mit Spickzettel: Harrison Ford und Brendan Fraser in "Ausnahmesituation" (Foto: Concorde)
Allerdings waren die Dialoge in Harrison Fords neuem Film "Ausnahmesituation" auch besonders vertrackt. Er spielt einen Wissenschaftler, der ein Heilmittel für den seltenen, lebensbedrohlichen Gendefekt zweier Kinder sucht. Den Vater der beiden mimt "Mumie"-Star Brendan Fraser. Die Unterhaltungen zwischen den beiden Hauptdarstellern strotzen daher nur so vor schwierigen medizinischen Fachbegriffen.
Am Ende eines langen Drehtags verhedderte sich Fraser derart bei seinen Textzeilen, dass Harrison Ford der Geduldsfaden riss. Fraser wollte sich noch entschuldigen und meinte kleinlaut: "Mann, es tut mir leid, ich kriege diesen Satz irgendwie einfach nicht hin ..."
Darauf polterte Ford: "Fuck, Du musst diesen Satz aber hinkriegen, denn in dem verdammten Satz steckt eine Menge Geld!" Dann schnappte sich der sichtlich wütende Harrison Ford ein Stück Klebeband, schrieb den gesamten Dialog darauf und pappte sich den Streifen direkt auf die Stirn, die in der Aufnahme nicht zu sehen war. Im nächsten Take las Brendan Fraser seinen Text von dort ab und die Szene war endlich im Kasten.
Dass der ansonsten für seine Freundlichkeit beliebte Harrison Ford derart ausrastete, hat übrigens einen guten Grund. Der Film, der auf einer wahren Geschichte basiert, ist für den Star aus "Indiana Jones" ein echtes Herzensprojekt. Harrison Ford ist daher auch Produzent von "Ausnahmesituation". Als er also sagte, es gehe um Geld, meinte er damit sein eigenes ...
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