Als sein Partner ermordet wird, bekommt Ben Sievert einen Bodyguard. Der Baulöwe und die hübsche Polizistin können sich auf Anhieb nicht leiden, zumal sie in verschiedenen Lagern stehen: Bens Vater ist die Hamburger Kiezgröße. Nadjas Chef ist überzeugt, dass auch Ben seine Finger im schmutzigen Spiel hat. Als sie ihn vor einem Killer rettet und entdeckt, dass er ziemlich charmant sein kann, ist sie hin und gerissen zwischen Liebe und Loyalität.

Es ist alles andere als Liebe auf den ersten Blick; und das macht die Sache so interessant. Ohnehin haben Personenschützerin Nadja und der Mann, den man nach der Ermordung seines Partners ihrer Obhut überlassen hat, nichts gemeinsam; und das keineswegs bloß, weil er einflussreicher Baulöwe und sie unterbezahlte Kriminalwachtmeisterin ist.
Die Polizistin und der Millionär stehen in verschiedenen Lagern. Sie verkörpert die Moral, er die Unterwelt: Sein Vater ist die Hamburger Kiezgröße schlechthin. Ben beteuert zwar, mit den Machenschaften des alten Sievert nichts zu schaffen zu haben, doch Nadjas Chef ist überzeugt, dass seine Firma bloß die saubere Fassade ist, hinter der das schmutzige Geld des Rotlichtpaten gewaschen wird, und der Junior "genauso ein Dreckskerl wie sein Vater". Daher trägt der junge Sievert seiner Meinung mindestens eine Mitschuld am Tod des Kompagnons; und deshalb soll Nadja den Millionär gleichzeitig beschützen wie auch bespitzeln.
Silke Bodenbender und Benjamin Sadler sind die perfekte Besetzung für die beiden Rollen: sie als moralisch zwar über jeden Zweifel erhabene, aber auch etwas naive Polizistin, er der arrogante "Unternehmer des Jahres", der allerdings einen unwiderstehlichen Charme entwickeln kann. Die darstellerische Herausforderung wiederum liegt in der Doppelbödigkeit der Rollen: Nadjas Integrität zwingt sie geradezu dazu, die Seiten zu wechseln, während man bei Ben nie sicher sein kann, ob er nicht doch ein kaltblütiger Mörder ist. Erst recht reizvoll wird die unfreiwillige Liaison, als sich die Leibwächterin und ihr Schutzbefohlener widerwillig ineinander verlieben. Nun muss sich Nadja entscheiden: zwischen Loyalität und Liebe.
Krimi-Routinier Peter Fratzscher inszeniert die Geschichte (Buch: Sönke Lars Neuwöhner) schnörkellos, aber auf hohem Niveau, zumal die beiden Hauptdarsteller von charismatischen Nebenfiguren unterstützt werden. Während man Vadim Glowna den Kiezkönig naturgemäß ohne weiteres abnimmt, stand Markus Boysen vor der größeren Herausforderung: Er spielt Nadjas Chef mit einer energischen Mischung aus Gerechtigkeitswille und Obsession.
Der Rest ist Genre: Verrat bei der Polizei wie auch beim Paten, Angriffe aus dem Dunkel, Rettungen in letzter Sekunde, ein packendes Finale am Hafen. Silke Bodenbender macht als in jeder Hinsicht schlagfertige Beamtin eindrucksvoll gute Figur bei den verschiedenen Stunts, die sie selbst übernahm, während Sadler sein blendendes Aussehen beisteuerte; beides macht den zwar spannenden, aber weitgehend gewaltfreien Krimi zum fesselnden Filmvergnügen für Männer wie Frauen. tpg.
| Darsteller: | Silke Bodenbender | als Nadja Mohn | |
|---|---|---|---|
| Camille Dombrowski | als Clarissa Mohn | ||
| Benjamin Sadler | als Ben Sievert | ||
| Vadim Glowna | als Werner Sievert | ||
| Markus Boysen | als Gustav Breker | ||
| Hannes Hellmann | als Willy Muhr | ||
| Ann-Cathrin Sudhoff | als Sabine Venske | ||
| Martin Klempnow | als Peer Garmatter | ||
| Max Gertsch | als Max Camend | ||
| Kerstin Radt | als Marilu Kerkhoff | ||
| Oli Bigalke | als Stepe | ||
| Udo Swann | als Mario Boltz | ||
| David Berton | als Dany | ||
| Christoph Grunert | als Gerry Weyrauch | ||
| Anne Sarah Hartung | als Renée | ||
| Regie: | Peter Fratzscher | ||
| Drehbuch: | Sönke Lars Neuwöhner | ||
| Produzent: | Reinhold Elschot | ||
| Kamera: | Wolf Siegelmann | ||
| Schnitt: | Ursula Höf | ||
| Musik: | Oliver Kranz | ||
| Produktionsdesign: | Florian Langmaack | ||
| Kostüme: | Astrid Möldner | ||
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