Originaltitel: Forces of Nature
USA 1999
Sandra Bullock
Ben Affleck
Maura Tierney
Regie: Bronwen Hughes
Verleih: Paramount
Auf dem Weg von New York nach Savannah kreuzen sich die Wege der lebenslustigen, ein wenig ausgeflippten Sarah und des biederen Sam, der zu seiner Zukünftigen unterwegs ist. Wegen eines Hurricans müssen sie das Flugzeug verlassen und mit anderen Verkehrsmitteln weiter kommen, gar nicht so leicht:. Das Paar wider Willen landet im Knast, in der Honeymoon-Suite und lernt sich kennen.

Am kommerziell traditionell schwerfälligen Oscar-Wochenende brachten Sandra Bullock und Ben Affleck mit einer turbulenten romantischen Komödie frischen Wind in die US-Kinocharts. Das gefällige Neo-Screwball-Roadmovie schickt seine beiden Hauptdarsteller nach bester "Ein Ticket für Zwei"-Manier (stand bereits bei Paul Harathers "Weihnachtsfieber" überdeutlich Pate) mit dem Flugzeug, Zug, Automobil und Bus auf Reisen, wobei die Natur dem ungleichen Paar mit Wind, Wasser und Feuer heillose Hindernisse in den Weg schleudert. Als Treibstoff dieses in punkto Storygehalt doch recht bescheidenen Starvehikels fungiert das beträchtliche Charisma und die ungezwungene Chemie der zwei attraktiven Reisepartner, die recht gelungenen und ziemlich modern in den Schuhen Cary Grants und Katharine Hepburns wandeln.
Regisseurin Bronwen Hughes bewies bereits in ihrem Debüt, dem spritzig-gewitzten Kinderfilm "Harriet, die kleine Detektivin", daß sie über ein Talent für energiegeladene visuelle Kompositionen verfügt. Dieses High-Energy-Flair schlägt sich auch positiv in "Auf die stürmische Art" nieder und trägt maßgeblich dazu bei, die romantische Roadshow konstant in Bewegung zu halten. Ein hochernergetischer Soundtrack mit Songs angesagter Electro-Künstler wie den Propellerheads und Tricky kommt dabei hervorragend zum Einsatz. Mit der Musik wird vor allem Bullocks Figur, die leicht ausgeflippte und scheinbar sorglose Sarah, blendend in Szene gesetzt.
Im Flugzeug von New York nach Savannah findet sich die Lebefrau neben dem braven Businessmann Ben wieder, der sich auf dem Weg zu seiner Hochzeit befindet. Ein Turbinenschaden noch vor dem Start der Maschine wirbelt beider Reisepläne durcheinander, die sich aufgrund eines herannahenden Hurricanes dazu druchringen, den Weg trotz spürbarer Antipathie fortan gemeinsam fortzusetzen. Es kommt, wie es in einer Hollywood-Komödie kommen muß: Sie landen im Gefängnis, auf dem Abstellgleis, in einer Honeymoon-Suite, im Supermarkt, im Pool, im Schwulenstripschuppen, verlieren ihr gesamtes Geld und nach anfänglicher Schnupperphase auch ihre Herzen aneinander. Doch in Savannah wartet immer noch sehnsüchtig Bens liebenswerte Verlobte Bridget (Maura Tierney).
Trotz seiner frenetischen Flippigkeit bringt die Komödie auch leisere, melancholische Töne unter. Sarah, mit schwarz umrandeten Augen und wallendem Haar hexenhaft schön, will sich von ihrem unzuverlässigen Ehemann Nr. 2 scheiden lassen und hat zudem einen Sohn, um den sie sich kaum kümmert. Ihre exotische Exzentrik bekommt damit einen ernsthafteren Anstrich, den sie mit ihrem Satz: "Alles was du jetzt so exotisch und aufregend an mir findest, sind die Dinge, für die du mich später hassen wirst." summiert. Ben Affleck erweist sich als kompetenter, sympathischer Lead, der als geradliniger Jedermann das Gegenstück zu Bullocks unkonventionellen Freigeist bildet. Gegensätze ziehen sich bekanntlich an, ein Umstand, der hier die knisternde sexuelle Spannung zwischen den Protagonisten zum Sieden bringt. Das moralisch lupenreine Ende dürfte indes nicht von allen Zuschauerinnen positiv aufgenommen werden, und es bleibt abzuwarten, mit welcher Windstärke "Auf die stürmische Art" langfristig durch die Kinos fegen wird. ara.
| Darsteller: | Sandra Bullock | als Sarah | |
|---|---|---|---|
| Ben Affleck | als Ben Holmes | ||
| Maura Tierney | als Bridget | ||
| Steve Zahn | als Alan | ||
| Blythe Danner | als Virginia Cahill | ||
| Ronny Cox | als Hadley Cahill | ||
| Michael Fairman | als Richard | ||
| Janet Carroll | als Barbara | ||
| Richard Schiff | als Joe | ||
| David Strickland | als Steve | ||
| Meredith Scott Lynn | als Debbie | ||
| George D. Wallace | als Max | ||
| Steve Hytner | als Jack | ||
| John Doe | als Carl | ||
| Regie: | Bronwen Hughes | ||
| Drehbuch: | Marc Lawrence | ||
| Produzent: | Susan Arnold | ||
| Ian Bryce | |||
| Donna Arkoff Roth | |||
| Kamera: | Elliot Davis | ||
| Schnitt: | Craig Wood | ||
| Musik: | John Powell | ||
| Produktionsdesign: | Lester Cohen | ||
| Christa Munro | |||
| Kostüme: | Donna Zakowska | ||
| Ton: | Geoffrey Patterson | ||
Hollywood ist im Heiratsfieber: Derzeit beherrschen allerlei schräge Hochzeitsfilme das Kinogeschehen und präsentieren so manchen Albtraum Heiratswilliger.
Hochzeiten eignen sich für die schlimmsten (Kino-)Fantasien: An wohl kaum ein anderes Ereignis im Leben eines Menschen sind so hohe Erwartungen geknüpft - wer heiratet, hofft auf den schönsten Tag seines Lebens, auf Perfektion - und natürlich die Gewissheit, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
Zu falschen Bräuten, verkorksten Trauungen oder unsicheren Ja-Sagern kommt es im wirklichen Leben eher selten - im Kino dafür um so öfter. Aktuell gibt es aus Hollywood eine besonders bösartige Variante der missratenen Eheschließung: Die Blind- und Fremd- Hochzeit.
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