Originaltitel: Armageddon
USA 1998
Bruce Willis
Billy Bob Thornton
Liv Tyler
Regie: Michael Bay
Verleih: Buena Vista
Ein Asteroid von der Größe Texas' nähert sich der Erde. NASA-Manager Truman engagiert ein Team von Ölbohrern um Haudegen Harry Stamper, die in einer Woche als Astronauten ausgebildet werden sollen, um auf dem "Erdenkiller" in einem 300 Meter tiefen Loch einen Nuklearsprengsatz zu plazieren. Doch natürlich läuft bei der Mission nicht alles nach Plan.

"Das dreckige Dutzend" im Weltall. Eine bessere Beschreibung als die markige Inhaltsangabe von Produzent Jerry Bruckheimer gibt es nicht für diesen gigantomanischen Katastrophenfilm, der den Zuschauer in einem zweieinhalbstündigen Effekte-Marathon ohne Unterlaß in die Besinnungslosigkeit hämmert. "Deep Impact", der erste der beiden Asteroiden-Actionfilme der Saison, nimmt sich neben diesem patriotisch-lärmenden Koloß von maßgeschneidertem Blockbuster bestenfalls aus wie ein harmloser Vorfilm. Als gelte es nach "Crimson Tide","The Rock" und "Con Air" eine Art Quersumme des Geleisteten vorzulegen, ist"Armageddon" noch größer, noch gewaltiger, noch heroischer geworden, eine schier nicht enden wollende Ansammlung von Höhepunkten, Cliffhangern und Showdowns, in der Bruce Willis und seine Mannen sich nicht nur gegen einen todbringenden Global Killer behaupten müssen, sondern auch gegen Bays frenetische Kamera- und Schnittarbeit, die den Zuschauer mitten in die Action schleudert, ihm aber jeden Zugang zu den Figuren verweigert.
Wenn Bruckheimer und sein Regisseur Michael Bay klotzen, dann richtig. Der erdbedrohende Komet hat hier nicht einfach nur den Umfang von New York, sondern ist so groß wie Texas, und natürlich geht es hier nicht an, daß sich die Menschen einfach nur weinend in den Armen liegen und des Endes aller Dinge harren. Von jeher definieren sich die Männer in Bruckheimers Filmen über das, was sie tun. Da übliche Atomraketen dem heranrauschenden Asteroiden, einem, wie man später hautnah miterleben wird, neonblauen Eisklotz aus feindseligen Stalagmiten und Stalagtiten, bestenfalls Kratzer zufügen, muß man ein knapp 300 Meter tiefes Loch bohren und darin eine Atombombe plazieren, die die tödliche Stachelbeere zweiteilen und an der Erde vorbeischicken soll. Wie weiland das eingangs erwähnte "dreckige Dutzend" von Robert Aldrich werden Bruce Willis als Ölbohrspezialist Harry S. Stamper und sein Team von asozialen Kleinkriminellen und Prolo-Underdogs in einem Crashkurs ausgebildet, in diesem Fall, na logisch, als Astronauten, um anschließend im Weltall ihre Mission: Impossible auszuführen. Da gehen dann Raumstationen und Shuttles zu Bruch, erschweren Eisenplatten, Beben und Gasblasen die Bohrarbeiten und mitunter den Überblick über die apokalyptischen Geschehnisse, während großzügig über den Filmverlauf verstreute Meteoritenschauer New York, Shanghai und Paris in neu bebaubare Freiflächen verwandeln. Als würde einem bei diesem Dauerblitzkrieg gegen die Sinne nicht ohnehin schon Hören und Sehen vergehen, reißt Bay auch noch eine Lovestory zwischen Harrys Tochter Grace alias Liv Tyler und dem jungen Heißsporn A.J. alias Ben Affleck an und verschwendet für sie ganze vier Postkarten-Einstellungen, beschwört Konflikte zwischen Militär und NASA herauf und stopft die letzten freien Stellen mit coolen Sprüchen, die Steve Buscemi und seinen einstigen"Fargo"-Partner Peter Stormare (als russischer Klischee-Kosmonaut) stets blendend aussehen lassen. Während der Regisseur in seinem muskelgestählten Ausflug nach Machohausen also Subtiliät mit Lautstärke und differenzierte Gefühle mit hohl-unreflektierten Begriffen wie Stolz, Ehre, Freundschaft, Vaterland ersetzt und mit klassischem Filmemachen ähnlich auf Kriegsfuß zu stehen scheint wie Harrys Crew mit dem Erdenkiller, gefällt sich Bruce Willis als Mischung aus Red Adair und John Wayne ganz gut in der Rolle des Teamplayers, der seinen Kollegen großmütig den Vortritt läßt, sich dafür aber den bewegenden und emotionalen Höhepunkt des Films als Heldensolo sichern ließ. Natürlich ist das Vorschlaghammer-Kino Marke Bruckheimer und Bay nicht der Stein des Weisen, aber wie sie alle Regeln des Filmemachens über den Haufen schmeißen und einem auf den Trümmern diesen eiskalt funkelnden Brocken Film um die Ohren hauen, das ringt auch Respekt und Faszination ab. Es sollte schon mit dem Teufel zugehen, wenn man es ab 16. Juli nicht Bruce Willis gleich tun und fünf abschließende Worte formulieren müßte: Das wird ein riesiger Hit! ts.
Weder Fließbandarbeiter Uwe Boll noch Bruckheimer-Buddy Michael Bay, sondern Gentleman-Filmer Mike Newell soll den Videospiel-Hit "Prince Of Persia: The Sands Of Time" auf die große Leinwand bringen.
Mit Actionspektakeln wie "Fluch der Karibik" oder "Armageddon - Das jüngste Gericht" hat Produzent Jerry Bruckheimer ein ums andere Mal bewiesen, dass er den richtigen Blockbusterriecher hat. Damit schrieb er längst Filmgeschichte. Jetzt nimmt ein weiteres Projekt des Actionpapstes Formen an: die Verfilmung des Videospielhits "Prince Of Persia: The Sands Of Time".
Von dem Moment an, als der Filmemacher zum ersten Mal von der Geschichte hörte, war er sofort Feuer und Flamme: "Der Stoff ist wie gemacht fürs Kino, das muss auf die Leinwand." Bereits 2004 sicherte sich der Erfolgsproduzent die Rechte an dem Videospielhit. Trotzdem hieß es erst einmal: Gut Ding will Weile haben. Wurde anfangs noch Bruckheimer-Spezi Michael Bay ("Transformers") als Regisseur gehandelt, scheint nun Mike Newell ("Vier Hochzeiten und ein Todesfall") das Rennen zu machen.
Bis Ende dieser Woche setzt sich der 65-jährige Brite mit Bruckheimer und Disney-Managern zusammen. Die Entscheidung dürfte nicht allzu lange auf sich warten lassen. Das Drehbuch stammt vom Spielerfinder Jordan Mechner und Topautor Jeffrey Nachmanoff ("The Day After Tomorrow").
Wie in der Videospielvorlage kämpft darin ein junger Prinz im mittelalterlichen Persien gegen dunkle Mächte, die sein Volk in dämonische Kreaturen verwandelt haben. Mit allerlei Tricks und Kniffen versucht der Blaublüter, das Geschehene rückgängig zu machen. Der Plot ist wie geschaffen für ein Special-Effects-Gewitter à la Bruckheimer!
Neben Marlon Brando in "Endstation Sehnsucht" trägt Bruce Willis das bekannteste verschwitzte und zerrissene Unterhemd der Filmgeschichte. In...
Als sanfter Killer mit schwerer Zunge war er in "Sling Blade" für den Oscar nominiert, wurde dann aber für sein Drehbuch zu dem von...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
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