Regie: Eric Darnell, ...
Verleih: Paramount
Die Arbeiterameise Z träumt von einem Leben jenseits der strikten Kolonieregeln. Um der hübschen Prinzessin Bala zu imponieren, zieht er mit der Ameisenarmee in den Krieg gegen die Termiten. General Mandible hat das Suizidunternehmen von langer Hand vorbereitet, um die königinnentreuen Truppen zu schwächen. Er hat jedoch nicht damit gerechnet, daß Z als Kriegsheld zurückkehrt.

Das große Wettkrabbeln um die Krone der Computeranimation ist eröffnet: Mit zweimonatigem Vorsprung vor Disneys Insektenspektakel "Das große Krabbeln" legt Dreamworks seinen Einstieg in die Welt des Trickfilms vor - seinerseits ein blendend und aufregend aufwendig realisiertes Abenteuer über den Triumph einer kleinen Ameise über die Allmacht und Konformität eines perfekt durchorganisierten Ameisenstaates. Muß man auch bei der deutschen Auswertung auf die Zugkraft der Stimmen von Woody Allen, Sylvester Stallone, Sharon Stone und Gene Hackman verzichten, sollte es bei einem derart liebevoll konzipierten Filmerlebnis dennoch mit dem Teufel zugehen, wenn sich Filmfreunde jeder Altersgruppe nicht wie die Ameisen um "Antz" scharen würden.
Man muß nicht Woody Allen sein, um beim Gedanken an ein Leben als Arbeiter in einer Ameisenkolonie Neurosen zu entwickeln. Wenn man dann den leibhaftigen "Stadtneurotiker" zur Hand hat, um Z, dem Helden von "Antz", mit selbstverfaßten Texten und seiner unverkennbaren Stimme Lebenszweifel einzuhauchen, ist das schon die halbe Miete: Gleich nach einem Schwenk von der verdächtig der New Yorker Skyline ähnelnden Silhouette eines Rasens durch die Tiefen des Erdreichs in die straff durchgeplante Welt der Ameisen landet die Kamera bei einer Therapiesitzung, in der Z einem Psychiater seine Wehwehchen klagt. Was Sie schon immer über Ameisen wissen wollten, aber bislang nie zu fragen wagten: Als mittleres Kind in einer Familie von fünf Millionen, so der kleine Held, erhielte man nicht die Nestwärme, die man bräuchte. Und die tägliche Arbeit mit Dreck sei auch nicht das Wahre. Weder die wohlmeinende Arbeiterkollegin Azteca (Jennifer Lopez mit jeder Menge Sexappeal hinter ihrem Chitinpanzer) und der Muskelprotz Weaver (Sylvester Stallone mit bewundernswerter Selbstironie), ein leuchtendes Exemplar einer Soldaten-Ameise, können Zs Gefühle von Insignifikanz mindern. Erst als er beim allabendlichen Tanz ("Guantanamera", als würde es von Devo auf Prozac gespielt) zufällig die Prinzessin Bala (Sharon Stone) kennenlernt, erhält das Leben von Z einen Sinn. Um sie zu beeindrucken, schmuggelt er sich in die Soldatentruppen, ahnt aber nicht, daß die Königinnentreuen von dem verschlagenen Eisenschädel General Mandible (böse: Gene Hackman) auf eine Suizidmission gegen die übermächtigen Termiten geschickt werden. Als Z als einziger die Schlacht im überraschend deftigen "Starship Troopers"-Ambiente überlebt, ist das erst der Beginn des Abenteuers, in dessen Verlauf der Neurotiker eine Revolution im Ameisenhügel anzettelt, unbeabsichtigt Prinzessin Bala entführt, mit ihr die Reise ins Insektenparadies Insectopia antritt und schließlich die Kolonie vor den grausamen Machenschaften Mandibles rettet.
Als müsse er seine Pointen in einem "Manhattan" mit sechs Beinen an den Mann bringen, läuft Woody Allen, losgelöst von seinem Körper, zu komödiantischer Hochform auf. Aber auch seinen Mitstreitern wurden Dialoge in den Mund gelegt, die so todsicher wirken wie Insektizid. Vor allem ein screwballartiger Schlagabtausch zwischen Z und Bala läßt keine Wünsche offen. Gleichzeitig läuft die künstlerische Abteilung unter Leitung von Eric Darnell und Tim Johnson zu Hochform auf und präsentiert ihr animiertes Wunderwerk, in dem bisweilen tausende von Ameisen gleichzeitig durchs Bild wuseln, visuell als Mischung aus "Mikrokosmos" und "Metropolis". Da mag die Botschaft von der Selbstverwirklichung des Individuums ein bißchen dick aufgetragen wirken - sattsehen kann man sich an diesem zweiten computeranimierten Film nach "Toy Story" dennoch nicht. ts.
| Sprecher: | Woody Allen | ||
|---|---|---|---|
| Sharon Stone | |||
| Sylvester Stallone | |||
| Dan Aykroyd | |||
| Anne Bancroft | |||
| Jane Curtin | |||
| Danny Glover | |||
| Gene Hackman | |||
| Jennifer Lopez | |||
| Grant Shaud | als Foreman | ||
| Paul Mazursky | als Psychologist | ||
| Regie: | Eric Darnell | ||
| Tim Johnson | |||
| Lawrence Guterman | |||
| Drehbuch: | Todd Alcott | ||
| Chris Weitz | |||
| Paul Weitz | |||
| Produzent: | Brad Lewis | ||
| Aron Warner | |||
| Patty Wooton | |||
| Ausf. Produzent: | Penney Finkelman Cox | ||
| Sandra Rabins | |||
| Carl Rosendahl | |||
| Schnitt: | Stan Webb | ||
| Musik: | Harry Gregson-Williams | ||
| John Powell | |||
| Produktionsdesign: | John Bell | ||
| Kendal Cronkhite | |||
| Ton: | Steve Maslow | ||
| Gregg Landaker | |||
Pixar hatte mit "Toy Story" 1995 zwar den ersten komplett am Computer animierten Trickfilm geschaffen, doch die Konkurrenz ließ nicht lange auf sich warten.
Die gegnerischen Dreamworks-Studios brachten am 2. Oktober 1998 mit "Antz" ihre Kampfansage in die amerikanischen Kinos. Damit war der Grundstein für viele weitere CGI-Filme wie "Shrek" und "Madagascar" gelegt, die das Publikum von jung bis alt in Zukunft begeistern sollten.
Allerdings blieb der richtig große Kassenerfolg aus, da Pixar nur einen Monat später mit "Das große Krabbeln" ebenfalls einen Film über das Leben im Ameisenstaat startete. Während "Das große Krabbeln" überwiegend für Kinder gemacht war, zielte "Antz" auf ein etwas älteres Publikum ab. Die Dialoge enthielten viel Wortwitz, und die Story zeichnete sich durch deutlich politische und sozialkritische Töne aus.
Woody Allen lieh der neurotischen Arbeiterameise Z im Original seine Stimme und inspirierte auch die Optik der animierten Figur. Er spendete sogar einige Textpassagen, die in seinem Aufklärungsfilm "Was sie schon immer über Sex wissen wollten..." nicht verwendet wurden.
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