Bittersüße, gefühlvolle Liebesgeschichte zwischen einer jungen Drifterin und einem bodenständigen Fischer in der Normandie. http://images.kino.de/flbilder/max11/auto11/auto25/11250029/b150x150.jpg Angèle und Tony

Filmdetails

Angèle und Tony

Bittersüße, gefühlvolle Liebesgeschichte zwischen einer jungen Drifterin und einem bodenständigen Fischer in der Normandie.


Angèle und Tony
Start: 04.08.2011

Originaltitel: Angèle et Tony

Drama / Lovestory

Frankreich 2010
Laufzeit: 83 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Clotilde Hesme
Grégory Gadebois
Evelyne Didi

Regie: Alix Delaporte
Verleih: Kool

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Inhalt

Der ruhige Tony lebt mit seinem jüngeren, kämpferischen Bruder und der Mutter in einer Fischergemeinde an der Küste der Normandie. Mit Fischfang und -verkauf bestreiten die drei mehr schlecht als recht ihr Leben. Da platzt eine Fremde in den Alltagstrott. Der gutmütige Tony lässt die junge Angèle, die mit allen Mitteln einen Mann erobern will, um das Sorgerecht für ihren bei den Großeltern lebenden Sohn zurückzugewinnen, bei sich wohnen, geht auf ihre aggressiven Avancen aber nicht ein. Die beiden ungleichen Menschen nähern sich an, es entsteht mehr als nur Freundschaft.


Kritik

Angèle und Tony

Zarte Liebesgeschichte vor rauer Landschaft zwischen zwei Menschen, die von der Macht ihrer Gefühle überrascht werden.

Alix Delaporte erzählt in ihrem Regiedebüt keine simple Story von Boy meets Girl, sondern das schwierige Einander Finden und Zähmen zwischen einem erwachsenen Mann und einer erwachsenen Frau, einem wortkargen Fischer und einer unberechenbaren Ex-Gefängnis-Insassin im rauen Klima der Normandie. Welches Verbrechen sie begangen hat, erfährt der Zuschauer nicht, wahrscheinlich eine Beziehungstat. Wie ein Blitz schlägt sie in das Leben von Tony ein, der sie als Fischverkäuferin und Hilfskraft einstellt, beobachtet und umkreist, ihr aber nicht näher kommen will. Seit zwei Jahren hat Angèle ihren Sohn, um den sich die Schwiegereltern kümmern, nicht mehr gesehen, sie will ihn zurück und kämpft um ihn. Dazu braucht sie geordnete Verhältnisse, einen Ehepartner. Und das soll ausgerechnet der Mann sein, der nach dem Verschwinden seines Vaters auf dem Meer für Mutter und Bruder die Verantwortung übernehmen muss. Zwei vom Leben in der Seele Verwundete begegnen sich in großer Sprödigkeit, in Skepsis und Misstrauen.

Der fragile Beziehungstango ist in einer intimen Atmosphäre inszeniert, in der kleinste Gesten große Bedeutung gewinnen. Obgleich Angèle zu Beginn es mit einem Fremden schnell an der Mauer treibt, um ein Geschenk für ihren Sohn zu bekommen und den völlig irritierten Fisherman mit Begriffen wie vögeln und ficken erschreckt, umweht sie eine fast verstörende Schamhaftigkeit, wenn es um die Artikulation wahrer Gefühlen geht. Erst ganz zum Schluss wird aus ihrem unsicheren Lächeln ein befreiendes Lachen, da läuft sie mit Tony und Sohn am Strand, in eine neue Zukunft. Hoffnung auf ein Happy End. Ohne den bitteren und oft anklagenden Proletarier-Touch der Dardenne-Brüder führt Delaporte in das Milieu so genannter kleiner Leute, in ihre Sprachlosigkeit und Nüchternheit, entfernt sich aber nach und nach vom sozialen Realismus, lässt einen Hauch von Romantik zu. Ohne überflüssige Kamera-Kniffe konzentriert sich der Film auf die von Clotilde Hesme und Grégory Gardebois in großer Stärke verkörperten Figuren und weckt tiefe Empathie. mk.

Angèle und Tony

Darsteller:  Clotilde Hesme   als Angèle
  Grégory Gadebois   als Tony
  Evelyne Didi   als Myriam
  Antoine Couleau   als Yohan
  Jérôme Huguet   als Ryan
  Patrick Descamps   als Großvater
  Patrick Ligardes   als Bewährungshelfer
  Corine Marienneau   als Großmutter
  Lola Dueñas   als Anabel
 
Regie:  Alix Delaporte  
Drehbuch:  Alix Delaporte  
Produzent:  Hélène Cases  
Kamera:  Claire Mathon  
Schnitt:  Louise Decelle  
Musik:  Mathieu Maestracci  
Produktionsdesign:  Hélène Ustaze  
  Dorothée Guiraud  
Ton:  Eric Tisserand  
  Pierre Tucat  
  Arnaud Rolland  
Casting:  Laure Cochener  

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