Irina Potapenko
Florian Lukas
Tilo Prückner
Regie: Samira Radsi
Verleih: Filmlichter (Barnsteiner)
Die Armenierin Belinda zieht gerade mit ihrem deutschen Freund zusammen und genießt die ungewohnte Unabhängigkeit. Als ihr Vater stirbt, muss sie wieder zurück in die ihr eigentlich fremde Welt der Großfamilie. Den Clan führt die dominante Tante, bei der sie in der Schneiderwerkstatt arbeitet und die einen passenden armenischen Mann für sie sucht. Für die junge Frau, die bisher in den Tag hineinlebte, ist die Schonfrist vorbei, sie muss für ihre Mutter Verantwortung übernehmen, über ihre eigene Zukunft nachdenken.

Eine junge Armenierin in Deutschland zwischen fremder Heimat und Heimat in der Fremde.
Was ist Heimat, ein Ort der Sprache, der Selbstverwirklichung oder der Familie? Ein Mensch? Für Migranten oft eine nicht leicht zu beantwortende Frage. Zwischen allen Fronten bewegt sich die Armenierin Belinda, die mit ihrem deutschen Freund (Florian Lukas) gerade zusammen zieht, das Studium nur nebenbei betreibt und die ungewohnte Unabhängigkeit genießt. Als ihr Vater stirbt, wird sie wieder in die eigentlich fremde Welt der Großfamilie gezogen mit starren Regeln, aber Geborgenheit. Den Clan führt die dominante Tante, bei der sie bald in der Schneiderwerkstatt arbeitet und die einen passenden armenischen Mann für sie sucht. Für die junge Frau, die bisher in den Tag hinein lebte, ist die Schonfrist vorbei, sie muss für ihre Mutter Verantwortung übernehmen und sich um deren Rente kümmern, auch über ihre eigene Zukunft nachdenken.
Das beim Max Ophüls Preis in Saarbrücken prämierte Erstlingswerk von Samira Radsi (Förderpreis der DEFA-Stiftung) nähert sich etwas unsicher dem Thema Integration und Selbstfindung. Die Protagonistin steht zwischen den Kulturen und begibt sich auf die Suche nach Identität, bricht mit einem Teil der Sippe auf nach Armenien. Dort wird ihre Sehnsucht nach Heimat ebenfalls nicht erfüllt, sie bleibt eine Fremde in der fremden Heimat. Trotz Sprünge in der Handlung und in der Personenzeichnung und einem etwas süßlichen Ende weckt die Multikulti-Tragikomödie Interesse für das wohl in vielen Bereichen repräsentative Schicksal einer in der eigenen Existenz Verlorenen, die erst sehr spät weiß, wo ihr Platz ist - nicht geografisch, sondern an der Seite des Menschen, den sie liebt. Der Filmtitel "Anduni" heißt soviel wie heimatlos und ist ein traditionelles Thema armenischer Musik und Kultur, so klingt auch die Geschichte der Vertreibung und Diaspora von Millionen Armeniern an, wie auch der Genozid durch die Türken. Im Vordergrund steht aber nicht Politik, sondern der Mensch, der seine Zukunft bestimmt. mk.
| Darsteller: | Irina Potapenko | als Belinda | |
|---|---|---|---|
| Florian Lukas | als Manuel | ||
| Tilo Prückner | als Levon | ||
| Berrin Alganer-Lenz | als Margrit | ||
| Günay Köse | als Arsine | ||
| Nursel Köse | als Anoush | ||
| Peter Millowitsch | |||
| Regie: | Samira Radsi | ||
| Drehbuch: | Karin Kaci | ||
| Produzent: | Anita Elsani | ||
| Kamera: | Matthias Fleischer | ||
| Schnitt: | Thierry Faber | ||
| Musik: | Dürbeck & Dohmen | ||
| Produktionsdesign: | Christina Schaffer | ||
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