Niveau- und optisch reizvolle Verfilmung von Ian McEwans Romans über die tragischen Konsequenzen einer Denunziation.
Niveau- und optisch reizvolle Verfilmung von Ian McEwans Roman über die tragischen Konsequenzen einer Denunziation.
Fantasie hat Briony (Saoirse Ronan) genug, doch Erfahrung fehlt der 13-jährigen Jungautorin. An einem heißen Sommertag des Jahres 1935 verwirrt sie das freizügige Verhalten ihrer älteren Schwester (Keira Knightley), enttäuscht sie die Reaktion Robbies (James McAvoy), ihres eigenen romantischen Helden.
Am Abend beschuldigt sie den Sohn der Haushälterin, ihre minderjährige Cousine Lola (Juno Temple) sexuell belästigt zu haben, und sieht zu, wie er von der Polizei abgeführt wird. Mit dieser einen Falschaussage verändert sie drei Leben für alle Zeiten.
Gelungene MischungWie schon in "Stolz und Vorurteil" meistert der Engländer Joe Wright eine Literaturverfilmung mit inszenatorischer Kreativität. Seine Adaption eines Romans von Ian McEwan ist anspruchsvoll in der Dramaturgie, die Zeiten und Perspektiven wechselt, und stark in der Bildkomposition, wobei die Kamera nicht nur malerisch schöne Bilder zeigt, sondern auch Verhalten und Emotionen der Figuren verdeutlicht.
von bf / bef
veröffentlicht am 18-10-2007 um 12:42
Auszeichnung der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW)
Kurztext:
Ein Schauspielerfilm mit einem perfekt besetzten und geführten Ensemble, eine rundum gelungene, ambitionierte Literaturverfilmung und zugleich pralles, grandioses Kino. Abbitte muss am Lebensende eine Frau leisten, die als Dreizehnjährige mit einer Lüge das Leben mehrerer Personen beschädigte. Zusatzbonus: Eine als über vier Minuten lange Panorama-Plansequenz am Strand von Dünkirchen gestaltete Kriegsszene setzt einen neuen Standard in der Filmkunst.
Jurybegründung:
Die Abbitte muss in dieser Geschichte Briony Tallis leisten, die als 13jährige den jungen Robbie Turner, einen Freund ihrer Familie, fälschlich beschuldigte, wodurch sie sein ganzes Leben, das ihrer Schwester Cecilia und auch ihr eigenes unwiederbringlich beschädigte. Als Schriftstellerin kann sie nur mit der Literatur diese Wiedergutmachung leisten, und einer der raffinierten Schachzüge in Ian McEwans Roman besteht darin, dass das Buch selber, das der Leser in den Händen hält, zum Werkzeug dieser Abbitte wird.
Dem Regisseur Joe Wright und dem Drehbuchautor Christopher Hampton ist hier solch eine intelligente und kongeniale Adaption gelungen, dass sie auch diese Ebene der Vorlage filmisch umsetzen konnten. So hört man als erstes das Geräusch der Schreibmaschine und man sieht ein Modell der Villa, in der die ersten 50 Minuten des Films spielen. Ein Sommertag im Jahr 1935 wird hier lebendig.
Der Film lässt Raum und Zeit, um die drei Protagonisten kennen zu lernen. In Ton und Stimmung erinnert er ein wenig an die Gesellschaftsromane jener Zeit - auch hier ein subtiler Hinweis darauf, dass eine Geschichte erzählt wird. Einige Szenen, die von verschiedenen Personen verschieden gesehen werden, zeigt der Film in Alternativversionen. Später gibt es auch Zeitsprünge, Rückblenden und Perspektivwechsel - aber all das ist so stilsicher und souverän komponiert, dass der Film nie überladen oder unnötig verrätselt wirkt.
Die Niederlage der britischen Armee in Dünkirchen, in deren Chaos Robbie sich wiederfindet, ist mit einer virtuosen, über vier Minuten langen Plansequenz als ein Panorama von grauenhafter Schönheit inszeniert, das einen neuen Standard in der Filmkunst setzen wird. Kurz und prägnant ist dagegen der letzte Teil des Films, in dem Vanessa Redgrave die sterbende Briony verkörpert, die auf bewegende Weise deutlich macht, in welcher Weise die Geschichte selber ihre Abbitte ist.
Von dieser letzten Enthüllung her gesehen, macht alles an diesem Film plötzlich Sinn - auch die hochemotionale Musik, das Artifizielle mancher Sequenzen und die zum Teil unchronologische Montage. Aber neben dieser kühnen und komplexen Konstruktion ist "Abbitte" auch ein Schauspielerfilm mit einem perfekt besetzten und geführten Ensemble, aus dem Keira Knightley und James McAvoy als das tragische Liebespaar, aber auch die junge Saoirse Ronan herausragen. Ihr gelingt es, die komplizierten Gefühlswallungen der dreizehnjährigen Briony nachvollziehbar zu machen.
"Abbitte" wird so der literarischen Vorlage gerecht und ist zugleich pralles, grandioses Kino.
Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
Auf dem Landsitz ihrer Upper-Class-Eltern in Surrey beendet die 13-jährige Jungautorin Briony (Saoirse Ronan) 1935 ihr Stück um aufkeimende Gefühle. Auch ihre eigenen melden sich zu Wort, während die der Erwachsenen an dem heißen Sommertag für Verwirrung sorgen. Ihre ältere Schwester Cecilia (Keira Knightley) macht Haushältersohn Robbie (James McAvoy) Avancen. Aus Enttäuschung über Robbies Reaktion beschuldigt Briony ihn, ihre Cousine Lola (Juno Temple) verführt zu haben.
Die tragischen Konsequenzen einer Denunziation malt Joe Wright wie in "Stolz und Vorurteil" mit kreativer Regie und optischer Raffinesse aus. Seine Adaption von Ian McEwans Roman übernimmt dessen Niveau und emotionale Intensität.
| Originaltitel | Atonement |
| OV | Ja |
| OmU | - |
| Genre | Drama |
| Filmpreis | - |
| USA-Start | 07.12.2007 |
| Kinostart (D) | 08.11.2007 |
| Besucher (D) | 435.077 |
| Einspielergebnis (D) | € 2.834.549 Bes. (EDI) 435.077 Bes. (FFA) 448.464 |
| FSK | ab 12 Jahre |
| WWW | - |
Juno Temple
Lola Quincey
Peter Wight
Polizeiinspekto r
Harriet Walter
Emily Tallis
Michelle Duncan
Fiona MacGuire
Gina McKee
Schwester Drummond
Daniel Mays
Tommy Nettle
Nonso Anozie
Frank Mece
Anthony Minghella
Interviewer
Jérémie Renier
Luc Cornet
Charlie von Simson
Jackson
Felix von Simson
Pierrot
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Evacuees' Mutter
Tim Bevan
Produzent
Eric Fellner
Produzent
Paul Webster
Produzent
Richard Eyre
Ausf. Produzent
Liza Chasin
Ausf. Produzent
Robert Fox
Ausf. Produzent
Debra Hayward
Ausf. Produzent
Ian McEwan
Ausf. Produzent
Ian McEwan
Buchvorlage
Sarah Greenwood
Produktionsdesi gn
Katie Spencer
Produktionsdesi gn
Seamus McGarvey
Kamera
Paul Tothill
Schnitt
Dario Marianelli
Musik
Jacqueline Durran
Kostüme
Jina Jay
Casting
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