Regiedebüt des Modemoguls Tom Ford nach einem Schlüsselroman von Christopher Isherwood über einen in die Jahre gekommenen Professor, der sich auf einen Flirt mit einem Schüler einlässt. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto11/10110834/b150x150.jpg A Single Man

Filmdetails

A Single Man

Regiedebüt des Modemoguls Tom Ford nach einem Schlüsselroman von Christopher Isherwood über einen in die Jahre gekommenen Professor, der sich auf einen Flirt mit einem Schüler einlässt.


A Single Man
Start: 08.04.2010

Drama

USA 2009
Laufzeit: 101 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Colin Firth
Julianne Moore
Nicholas Hoult

Regie: Tom Ford
Verleih: Senator

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(5 Sterne bei 1 Bewertung)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

George Falconer ist ein in die Jahre gekommener britischer Professor, der an der Uni von Los Angeles unterrichtet und von seinen Schülern als schräger Vogel angesehen wird. Keiner weiß, dass der Prof ein schwuler Mann ist, der gezielt auf Distanz geht. Erschüttert erfährt er vom Unfalltod seines Geliebten Jim. Er denkt an Selbstmord, fühlt sich einmal mehr aus dem eigenen Leben ausgeschlossen. George lässt sich mit einer Freundin durch die Nacht treiben, bis er trunken auf einen seiner sehr viel jüngeren Schüler trifft.


Kritik

A Single Man

Modeschöpfer Tom Ford überzeugt mit seinem stilisierten Regiedebüt über einen alternden schwulen Professor, der den Tod seines jungen Geliebten nicht verwinden kann.

Auf den ersten Blick wirken die Bilder wie aus einem Lifestyle-Katalog, kühl und arrangiert, aber unter der glatten Oberfläche brodeln Emotionen. Ex-Gucci-Designer Tom Ford überrascht mit einem bewegenden Melodram angesiedelt im Los Angeles 1962, das vor allem aus Colin Firth' außergewöhnlicher Performance als schwuler Literaturprofessor seine Kraft zieht. Die Coppa Volpi als Bester Darsteller sollte nur Auftakt für eine Reihe von Auszeichnungen sein, Oscar-Nominierung inklusive.

Der rhetorisch überragende Brite George Falconer gibt sich im College unnahbar, seine Homosexualität ist kein Thema, bei Kollegen und Studenten gilt er als Autorität. Mit minimalen Mitteln entwickelt Firth seine Figur, die nach dem tödlichen Autounfall des geliebten Partners innerlich in Trauer versinkt und den einzigen Ausweg in Suizid sieht. Bis aufs kleinste Detail wird das Prozedere "danach" vorbereitet, sogar der Hinweis auf den gewünschten "Windsor-Knoten" und das Geld für die Haushälterin darf nicht fehlen.

Nach dem Roman von Christopher Isherwood setzt sich Ford auf die Spuren des 52-jährigen Wissenschaftlers an seinem letzten Tag - routinierte Uni-Vorlesung, Aufräumen des Schreibtischs, politische Diskussionen, Plaudereien mit den Nachbarn, folgenlose Begegnung mit einem gut aussehenden Stricher auf dem Supermarktparkplatz, Dinner und Whisky-Besäufnis mit seiner alten Freundin (Julianne Moore), gemeinsame Erinnerungen. Während sie die Contenance verliert und trotz seiner bekannten sexuellen Neigungen bedauert, dass er nie ein normales Eheleben mit ihr führen wollte, wirkt er trotz seelischer Verletzungen fest wie ein Fels in der Brandung, versteckt seine Verzweiflung und Einsamkeit hinter der intellektuellen Fassade, versucht das Gleichgewicht zwischen Vernunft und Gefühl zu halten, eine Seele im Gefrierzustand. Wenn diese Starre ein junger Student ins Wanken bringt und den Geschmack des Älteren am Leben neu erweckt, flackert für einen kurzen Moment Hoffnung auf.

Stilisierung und Ästhetisierung unterstreichen in diesem sanften Porträt die Verlorenheit eines Menschen ohne Erdung, der aus Angst vor Nähe Distanz aufbaut. Eine aus eigenen Erfahrungen gespeiste und sehr persönliche Reflexion über spirituelle Krise, Schattenseiten von materiellem und beruflichem Erfolg und die damit einhergehende psychische Zerrissenheit und Leere des "Single Man". Was bleibt ist Traurigkeit. mk.

A Single Man

Darsteller:  Colin Firth   als George Falconer
  Julianne Moore   als Charley
  Nicholas Hoult   als Kenny
  Ginnifer Goodwin   als Mrs. Strunk
  Ryan Simpkins   als Jennifer Strunk
  Jon Kortajarena   als Carlos
  Lee Pace   als Grant
 
Regie:  Tom Ford  
Drehbuch:  Tom Ford  
  David Scearce  
Produzent:  Tom Ford  
  Andrew Miano  
  Robert Salerno  
  Chris Weitz  
Koproduzent:  Jason Alisharan  
Buchvorlage:  Christopher Isherwood  
Kamera:  Eduard Grau  
Schnitt:  Joan Sobel  
Musik:  Abel Korzeniowski  
Produktionsdesign:  Dan Bishop  
Kostüme:  Arianne Phillips  

Oscar-Nominierungen: "Avatar"-Dreikampf, "Das weiße Band" und Christoph Waltz

Blau ist zwar an der Kinokasse die absolut dominante Farbe, bei den Nominierungen zum wichtigsten Filmpreis gibt's aber einen harten Konkurrenten.

Großansicht Von der Academy neun Mal gewürdigt: "Avatar - Aufbruch nach Pandora (Foto: Fox)

Von der Academy neun Mal gewürdigt: "Avatar - Aufbruch nach Pandora (Foto: Fox)

Bei uns war das Irakkriegs-Drama "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" zwar nur mäßig erfolgreich, aber bei den Oscars ist es mit neun Nominierungen der große Rivale des SciFi-Krachers "Avatar - Aufbruch nach Pandora", der ebenfalls neun Oscar-Chancen hat. Damit kommt es bei der Verleihung am 8. März zum Showdown eines Ex-Ehepaars: "Avatar"-Regisseur James Cameron und "Kommando"-Macherin Kathryn Bigelow waren einst verheiratet und sind nun beide für den besten Film und die beste Regie nominiert.

In die Suppe spucken könnte ihnen allerdings Academy-Querulant Quentin Tarantino, dessen "Inglourious Basterds" mit acht Oscar-Chancen dicht dahinter liegt. Auch Tarantino ist in den Königskategorien Bester Film und Beste Regie nominiert. Wie von allen Experten vorhergesagt, ist dabei auch Christoph Waltz als bester Nebendarsteller berücksichtigt worden - sein Sieg gilt als ziemlich sicher.

In der Kategorie Bester Film wurden erstmals seit 1939 wieder statt fünf nun zehn Filme nominiert. So fanden neben "Avatar", "Tödliches Kommando" und den "Inglourious Basterds" auch kleinere Filme wie das Liebesdrama "An Education", das recht Experimentelle SciFi-Juwel "District 9" und mit "Oben" sogar ein Animationsfilm Berücksichtigung. Außerdem sind nominiert das Football-Drama "Blind Side - Die große Chance", "Up in the Air" mit George Clooney, die harte Romanverfilmung "Precious - Das Leben ist kostbar" sowie der neue Coen-Film "A Serious Man".

Bei den Hauptdarstellern ist Jeff Bridges in der Rolle als versoffener Country-Sänger in "Crazy Heart" der klare Favorit. Sein härtester Gegner ist wohl George Clooney als vielfliegender Entlassungsexperte auf Sinnsuche in "Up in the Air". Der sensible Film heimste insgesamt sechs Nominierungen ein - diese aber alle in wichtigen Kategorien wie Bester Film, Regie (Jason Reitman) und Hauptdarsteller. Dazu sind außerdem gleich beide Nebendarstellerinnen Vera Farmiga und Anna Kendrick nominiert. Ansonsten haben bei den Herren Jeremy Renner aus "Tödliches Kommando", Colin Firth als schwuler Professor in "A Single Man" und Morgan Freeman als der große Nelson Mandela in "Invictus - Unbezwungen" Chancen.

 
Bilder und Trailer der Oscar-Nominierten

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Großen Jubel gab's in den Sälen der Academy über die Nominierung von Sandra Bullock als beste Hauptdarstellerin im Football-Drama "Blind Side - Die große Chance". Gabourey 'Gabby' Sidibe spielt im Drama "Precious - Das Leben ist kostbar" als misshandelte übergewichtige Schwarze groß auf und gilt ebenfalls als aussichtsreiche Kandidatin. Wie immer ist auch Meryl Streep unter den Oscar-Anwärterinnen, ihr Auftritt als Koch-Ikone in "Julie & Julia" könnte ihr auch tatsächlich den nächsten Goldjungen bescheren. Außenseiterchancen dürfen sich Carey Mulligan als 16-Jährige machen, die in der Nick-Hornby-Verfilmung "An Education" einem wesentlich älteren Liebhaber verfällt, sowie Helen Mirren in der Tolstoi-Hommage "Ein russischer Sommer".

Erneut zeigt sich, wie wichtig der Academy die Regie-Arbeit ist, denn alle nominierten Filmemacher wurden auch in der Königskategorie Bester Film berücksichtigt: Cameron für "Avatar", Bigelow für "Tödliches Kommando", Reitman für "Up in the Air", Tarantino für "Inglourious Basterds" und Lee Daniels für "Precious - Das Leben ist kostbar".

Als bester Animationsfilm wird wohl "Oben" ausgezeichnet werden, der vier weitere Nominierungen einheimsen konnte - erstaunlicherweise auch die als Bester Film, was ein absolutes Oscar-Novum darstellt! Die Konkurrenten "Der fantastische Mr. Fox", "Coraline", "Küss den Frosch" (hier sind gleich zwei Songs nominiert) und "The Secret of Kells" werden daher wohl das Nachsehen haben.

Michael Haneke darf nach dem Triumph bei den Filmfestspielen in Cannes mit "Das weiße Band" auch auf den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film hoffen. Schärfster Konkurrent ist vermutlich die französische Eingabe "Ein Prophet".

Verkündet hat die Nominierungen mit viel Charme und Witz Anne Hathaway, die Verleihung selbst wird am 8. März von Steve Martin und Alec Baldwin moderiert - zum ersten Mal seit 1987 gibt es also wieder ein Duett, wenn es heißt: "And the Oscar goes to..."

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