Zerrissene Umarmungen (2009)

Originaltitel: Los abrazos rotos
Zerrissene Umarmungen Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Zerrissene Umarmungen: Hinreißend verschachteltes Melo mit Noir-Touch über eine tragische Ménage à quatre im Filmemachermilieu.

Harry Caine ist ein erblindeter Drehbuchautor, der bis zu dem Unfall, der ihm das Augenlicht raubte, unter seinem Namen, Mateo Blanco, Filme drehte. Nach dem Tod seines einstigen Produzenten Martel nimmt dessen Sohn Ray X Kontakt mit Harry auf und will ein Drehbuch von ihm, das das Andenken des verabscheuten Vaters in den Schmutz ziehen soll. Caine erinnert sich zurück an das Jahr, als er für Martel den Film “Mädchen und Koffer” drehte und eine Affäre mit seiner Hauptdarstellerin Lena begann. Der Beginn einer komplizierten Tragödie, denn Lena war mit Martel liiert. Und der ist blind vor Eifersucht.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Pedro Almodovar mit einem Film im Film-Film? In dem er Komik mit heftigem Melodram vermischt und einen Schuss Noir beigibt? Den er in seiner typisch verdrehten, ja überdrehten Weise strukturiert und inszeniert, dem er seine hyperreale Farbgebung verleiht, den er mit vielen Filmzitaten spickt, die alle zurückspiegeln auf die Befindlichkeiten seiner Filmfiguren? Der also ein auf vielen Ebenen arbeitendes, verzwickt-verzweigtes tragikomisches Vergnügen sein sollte, mit all den Emotionen und Absurditäten, die man sich wünschen kann: kann das schief gehen?

    Es kann.

    „Zerrissene Umarmungen“ wirkt selbst in sich zerrissen. Nach langer Exposition, in der die verschiedenen Figuren ausführlich etabliert werden, weiß man noch immer nicht, wohin der Film will; besser: worum es eigentlich geht. Er verzettelt sich in Nebenhandlungen, die zunächst ununterscheidbar sind vom roten Faden des Films. Und das wird nicht besser: denn am Ende findet man heraus, dass das, was den Film im Innersten zusammenhält, eigentlich ganz harmlos ist, ziemlich dünn und auf jeden Fall nichts, was den Zuschauer in irgendeiner Weise fordern würde; oder auch nur überraschen. Genau das freilich hat die Form des Films eigentlich versprochen.

    Ein Drehbuchautor, Mateo, der erblindet ist und mit Diego, dem Sohn seiner Produzentin Judit, seine Filmscripts verfasst; die wiederum seit Jahren unglücklich in ihn verliebt ist; während er selbst nur noch unter seinem Pseudonym Harry Caine lebt, sein wirkliches Ich hat er 14 Jahre zuvor, mit seinem Unfall, abgegeben, bei dem seine Geliebte Lena starb; die wiederum verbandelt war mit einem Finanztycooon, Martel, der in einer Besessenheit von ihr gefangen war, so dass er ihr einen Film mit Mateo als Regisseur finanzierte, sie aber zugleich durch seinen schwulen Sohn, der ein Making of drehte, überwachen ließ: Das ist alles so verkorkst, so miteinander vernetzt, spielt auf zwei Zeitebenen (2008 und 1994, bei den Dreharbeiten vor Mateos Unfall), doppelt zudem alles mit dem Film im Film von Mateo und zudem mit dem Making of, aus dem Martel alles erfährt über Lena und Mateo – dank einer Lippenleserin wegen des verrauschten Videotons; ist auch durchsetzt von heftigen Leidenschaften und großen Gefühlen der Liebenden untereinander, wobei sich das Drama deshalb entfaltet, weil diese Leidenschaften fehllaufen, kein Gegenüber finden: doch irgendwie kann sich alles nicht so recht entwickeln, wie es erwartbar wäre, und vor allem verpufft ihre Wirkung innerhalb des Films, überträgt sich nicht auf den Zuschauer. Das Potential des Films bleibt unausgeschöpft.

    Was nicht heißt, dass es keine großartigen Bilder, Schauspieler, Dialoge oder Szenen gäbe. Es mangelt schlicht an Substanz, die dahinterstehen könnte.

    Diego und Mateo/Harry erfinden im Film einmal die Story für ein Drehbuch, inspiriert von Blutspendeplakaten: „Dona Sangria“ soll es heißen, und sie reden sich in Feuer, spielen sich die Ideen hin und her, dass es eine Lust ist: In all den Blutbanken arbeiten Vampire, die die Blutspenden für sich behalten; die die perfekten Nachtarbeiter sind, in Discos und Gastronomie ganz dick im Geschäft stecken; die auch eine Menge Geld verdient haben, weil sie eine ganz starke Sonnencreme – zum eigenen Schutz – entwickelt haben. Eine dieser Vampire, Dona, nun verliebt sich in einen Normalsterblichen, hat aber Angst, ihn in einer Stunde der Leidenschaft zu beißen (kennen wir so was nicht von Stephenie Meyer? Aber es wird heftiger): Küssen ist nicht, Schwanzlutschen schon gar nicht; wenn er sie leckt, zerbeißt sie ein Kissen; und schließlich, wenns richtig zur Sache geht, trägt sie einen Maulkorb wegen ihrer erigierenden Zähne... Es wäre spannend gewesen, wenn Almodovar in seiner ganz eigenen Stilistik, mit seinen eigenen Manierismen [i]diesen [/i]Film gedreht hätte.

    Fazit: Irgendwie verliert Almodovar in „Zerrissene Umarmungen“ den Faden; und seine verdrehte Geschichte bleibt verdreht.
  • Nach dem Erfolg von “Volver” steht Muse Penelope Cruz in einem gefühlvoll inszenierten Melodram erneut vor der Kamera ihres Meisters Pedro Almodóvar.

    Wenn es um Emotionen geht, schöpft Pedro Almodóvar aus dem Vollen, vor allem, wenn seine Protagonisten Himmel und Hölle durchleben. Nach dem Verlust seines Augenlichts bei einem Autounfall nennt sich Mateo Blanco nun Harry Caine. Ein neuer Name, ein neues Leben? Der blinde Schriftsteller und frühere Filmregisseur wird von den Ereignissen der Vergangenheit eingeholt, als der Finanzmogul Ernesto Martel stirbt, Produzent seines Films “Frauen und Koffer”. Als dann noch dessen Sohn auftaucht und ihn bittet, an einem Drehbuch mitzuarbeiten, um Vergeltung am Vater zu üben, führt eine Rückblende ins Jahr 1992, in dem Martel seine Sekretärin und Gelegenheits-Callgirl Lena zu seiner Geliebten und Lebensgefährtin macht. Zwei Jahre später begegnet Blanco der bildhübschen jungen Frau beim Casting, es funkt zwischen ihm und der Schönen, die seine Gefühle erwidert, aber leider dem Biest gehört. Der Eifersüchtige lässt den Fortgang der Dreharbeiten mit der Kamera dokumentieren und von einer Expertin die Lippen von Blanco und Lena lesen, erfährt dabei von ihrer Untreue und ihrem körperlichen Abscheu ihm gegenüber. Bei ihrem Versuch, den goldenen Käfig zu verlassen, rastet der Düpierte aus und als sein weibliches Besitzstück letztendlich doch in die Arme des Nebenbuhlers flieht, schmiedet er einen perfiden Plan, den Regisseur seines Erfolges zu berauben. Das Schicksal gipfelt in einem tragischen Autocrash, bei dem Lena ihr Leben und Blanco die Sehkraft verliert.

    Die virtuos verschachtelte Handlung variiert die verschiedenen Zeitebenen mit überraschenden Twists und einem Labyrinth an kleinen Nebengeschichten, verknüpft kunstvoll Realität und Fiktion, schwankt zwischen Melodram, Komödie und Telenovela, zwischen einem Film über die Macht des Films und einem Film über die Macht der Liebe. Visuell folgt Almodóvar dem exzessiven Farbenrausch seiner früheren Werke, Penelope Cruz’ Gesicht und Body ist Projektionsfläche männlichen Begehrens. Für den Filmbuff interessant sind die Referenzen auf Almodóvars eigenen Arbeiten wie (bei dem Film im Film “Frauen und Koffer”) “Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs”, aber auch Referenzen auf Henry Hathaways “Kiss of Death” oder Roberto Rossellinis “Reise in Italien”. Und wenn es in der letzten Szene, in der Blanco seinen vom Produzenten zerstörten Film rekonstruiert, heißt: “Filme muss man zu Ende machen, auch blindlings”, berührt diese Liebeserklärung an die Siebente Kunst. mk.

Darsteller und Crew

News und Stories

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