Yellow Cake - Die Lüge von der sauberen Energie (2009)

Originaltitel: Yellow Cake
Yellow Cake - Die Lüge von der sauberen Energie Poster
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    Kurztext:

    Über einen langen Zeitraum verfolgte und recherchierte das Team um Dokumentarfilmer Joachim Tschirner genauestens die Entwicklungen zum gern tot geschwiegenen Thema der Uranerzgewinnung, dem ersten Glied der atomaren Kette, dessen Produkt Yellow Cake der Wirtschaft gigantische Gewinne einbringt. Ausgangspunkt sind Thüringen, Sachsen und die Folgen der Arbeitsweise des ehemaligen DDR-Konzerns Wismut. Von dort führt der Weg die Filmemacher zu den größten Uranminen der Welt nach Namibia, Australien und Kanada. Hier führen sie vielsagende Gespräche mit Arbeitern und Landbesitzern sowie entlarvende Interviews mit der Industrie. YELLOW CAKE ist eine anspruchsvolle und journalistisch sorgfältig aufbereitete Dokumentation über den Umgang mit Natur und Menschenleben, über die Machtverhältnisse zwischen Demokratien und Industrie, die Zerstörung wunderbarer Landschaften und die Belastungen von Ökosystemen, in ihren vollen Konsequenzen heute noch gar nicht abschätzbar. Ein sehenswerter Dokumentarfilm, der die Decke der Geheimhaltung zu lüften vermag.

    Gutachten:

    Dies ist ein sehenswerter und wichtiger Dokumentarfilm, weil Joachim Tschirner versucht, die Decke der Geheimhaltung zumindest ein wenig zu lüften, die immer noch über dem Uranerzbergbau liegt. Dabei beschreibt er die Rohstoffgewinnung als globales Problem und gibt, untermauert mit hervorragendem Archivmaterial, überaus wertvolle Einsichten in die Geschichte der Länder. Riesige Mengen an Erde müssen bewegt, verarbeitet und dann wieder gelagert werden, und dabei wird Radioaktivität in unkalkulierbaren Mengen in der Umwelt freigesetzt.

    Der Ausgangspunkt dieser Dokumentation ist das Uranbergwerk der Wismut, das in Thüringen und Sachsen betrieben wurde, und nun in einem gigantischen Sanierungsprojekt zurückgebaut wird. Einige Jahre lang begleiten die Filmemacher diesen Prozess, reisen aber auch nach Namibia, Australien und Kanada, wo heute massenhaft Uran gefördert wird. Der Film ist vollgepackt mit Informationen, und Tschirner hat offensichtlich eher einen journalistischen als einen künstlerischen Anspruch. So bombardiert er in einigen Sequenzen den Zuschauer mit Fakten und vertraut weniger auf die Aussagekraft seiner Bilder. Die Erzählstimme wirkt in Teilen etwas zu pädagogisch. Die Erzählstruktur sowie der Schnitt sind ausgesprochen konventionell.

    Im ersten, in Deutschland gedrehten Kapitel, zeigt Tschirner vor allem Landschaften, Maschinen und ganz am Rande ein paar Menschen, die reine Funktionsträger sind. Das ändert sich zum Glück bei den Sequenzen in Namibia, wo etwa die in der Mienenanlage arbeitenden Frauen von ihren Erfahrungen berichten. Auch in Australien und Kanada lässt Tschirner die beteiligten Menschen und die Zustände für sich sprechen, aber immer wieder fällt der Film in seinen ausufernden Partei beziehenden Ton zurück, was einige Juroren zunehmend störend empfanden. Statt darauf zu vertrauen, dass der Zuschauer sich selber ein Urteil bilden kann, argumentiert der Film oft einseitig - das beginnt schon mit dem plakativen Untertitel: "Die Lüge von der sauberen Energie".

    Trotz dieser Einschränkungen überzeugt der Film durch die Tiefe der Recherche und die Brisanz der Informationen. Man hätte ihm nur eine stilistisch etwas anspruchsvollere Form gewünscht.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Darsteller und Crew

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