Werther (2008)

Werther Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Werther: Moderne Adaption von Goethes Briefroman "Die Leiden des jungen W." durch Theaterfilm-Experte Uwe Janson.

“Immer gehen, wenn’s am besten ist” lautet das Lebensmotto des jungen Berliner Fotografen Werther. Bei seinem Verleger hat er dessen Freundin kennen gelernt, eine junge Frau von düsterer Schönheit, die sich seinem Werben allerdings widersetzt. Trotzdem lädt sie ihn in eine einsame Hütte ein. Werther folgt ihr, zwei skurrile Freunde im Schlepptau, und erweckt mit seiner Hartnäckigkeit alsbald den Zorn von Lottes Freund. Als er sie endlich erobert hat, nimmt er sich das Leben.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • “Immer gehen, wenn’s am besten ist”: Nicht nur Werthers Daseinsmotto nimmt den Schluss vorweg, sondern natürlich auch die Kenntnis von Goethes Vorlage. Hier wie dort scheidet die Hauptfigur am Ende freiwillig aus dem Leben: der eine, weil ihm im das Glück im Diesseits verwehrt bleibt, der andere, weil er endlich erreicht hat, wonach er strebt.

    Im Rahmen seiner Adaptionen klassischer Dramen für den ZDF-Theaterkanal (“Baal”, “Lulu”) hat sich Uwe Janson nun also den Briefroman “Die Leiden des jungen Werthers” vorgenommen. Anders als Ulrich Plenzdorf, dessen moderne Dramatisierung “Die neuen Leiden des jungen W.” (mit Klaus Hoffmann) 1975 Spiegelbild einer ganzen Generation war, dient Jansons Film jedoch nicht als Standortbestimmung. Während sich Romantiker mit Todessehnsucht sowohl bei Goethe wie auch bei Plenzdorf scharenweise in dem jungen Schwärmer wiedererkannten, ist der Werther des Jahres 2008 kein Prototyp, sondern ein Individualist, dessen Haltung zudem etwas weltfremd anmutet. Das gilt erst recht für die aus dem Off eingesprochenen Originalpassagen. Vielleicht liegt’s auch am Hauptdarsteller, aber bei Plenzdorf waren die literarischen Texte glaubwürdiger; hier sind sie Fremdkörper.

    Um so besser ist Janson die Inszenierung seines überwiegend aus Nachwuchsschauspielern bestehenden Ensembles gelungen. Mögen Stefan Konarskes Goethe-Zitate auch allzu deklamatorisch klingen, vor der Kamera macht er seine Sache gut. Gleiches, aber das ist ja alles andere als eine Überraschung, gilt für Hannah Herzsprung. Im Gegensatz zu den Rollen, durch die sie bekannt wurde (“Vier Minuten”, “Das wahre Leben”), darf die enorm begabte Schauspielerin als Lotte endlich mal richtig hübsch sein; sie wird von Philipp Sichlers Kamera regelrecht liebkost und umschmeichelt. Prompt verdreht die düster gewandete Freundin des jungen Verlegers Albert (David Rott), der Werther gerade die Abfuhr für einen Bildband erteilt hat, dem Berliner Fotografen auf Anhieb den Kopf. Kurz entschlossen folgt er, seinen Busenfreund Wilhelm (Aaron Hildebrandt) und den Alltagsphilosophen Bernd (Fritz Roth) im Schlepptau, Lottes Einladung in eine einsame Hütte, wo die Dinge ihren Lauf nehmen: Albert, zunächst noch amüsiert über Werthers Ambitionen, findet die Liebelei zunehmend ärgerlich und geht schließlich mit dem Gewehr auf den Nebenbuhler los.

    Die analog zu Werthers Stimmungsschwankungen immer wieder irrlichternde Kamera sowie die gern rockige Musik (Chris Bremus & Miss Kenichi) sorgen dafür, dass “Werther” optisch und akustisch sehr modern wirkt, was den Kontrast zu Goethes Texten naturgemäß noch verstärkt. Aber Sichlers Winterlandschaften sind ein Genuss. Schon allein die ästhetische Gestaltung des Films rechtfertigt die neue Adaption. Außerdem hat Janson mit “Onkel Bernd” und dessen schrägen Kommentaren zu allen Lebenslagen eine echte Type erfunden. Bernds trockene Einzeiler verdeutlichen aber auch das größte Manko der Hauptfigur: Werther redet einfach zu viel. tpg.

Darsteller und Crew

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