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Verrückt bleiben, verliebt bleiben (1997)

Verrückt bleiben, verliebt bleiben Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Verrückt bleiben, verliebt bleiben: Sensibles Porträt eines außergewöhnlichen Menschen, für den sich die Realität etwas anders verhält.

Gezeichnet von einer Kindheit aus Mißbrauch und Schrecken, in der Gesellschaft als geistig behindert angesehen, wandelt der 31jährige Thorsten Ricardo Engelholz durch sein Universum aus Trip und Traum. Mit 20 beginnt er zu malen und schauspielern, integriert sich so in seine Umwelt. Aber er sucht die Liebe, die er als Kind nie erfuhr.

Gezeichnet von einer Kindheit aus Mißbrauch, in der Gesellschaft als geistig behindert angesehen, versucht sich der 31jährige Ricardo Engelholz in seine Umwelt zu integrieren. Er malt, schauspielert – immer auf der Suche nach Liebe. Sensibles Doku-Porträt .

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Kritikerrezensionen

  • Dokumentarfilme kämpfen mit dem Vorurteil, nur tristen Alltag und ein schlechtes Gewissen zu vermitteln oder dem Publikum die Last des Elends der ganzen Welt auf die Schultern zu laden. Keine Spur von Larmoyanz bei Kamerafrau und Regisseurin Elfi Mikesch. Ihr Porträt eines Mannes, der vielleicht nicht ganz den Regeln der sogenannten Normalität entspricht, als geistig behindert gilt, macht Mut, entläßt den Zuschauer gestärkt und glücklich in die Wirklichkeit.

    Das Leben ging nicht sanft mit dem 31-jährigen Thorsten Ricardo Engelholz um. Er wuchs in einer Berliner Trabantenstadt auf, seine Kindheit war die Hölle, Jahre verbrachte er in dunklen Kammern, von der Mutter, die zwischen neuem Mann und Sohn wählen mußte, ungeliebt und unerwünscht. Abgeschoben in ein Kinderheim, mißbraucht in der Jugendpsychatrie, steckt er immer noch voller Mißtrauen, gleichzeitig aber voller Neugier. Fremden, besonders Frauen, begegnet er mit entwaffnender Naivität. Nach den Stationen des Schreckens und der Sehnsucht beginnt er mit 20 zu malen und zu zeichnen, integriert sich in die Gesellschaft. Im Theater Thikwa, einem Projekt von Behinderten und Nichtbehinderten, entwickelt er seine Begabung als Schauspieler, spielte den Kaspar Hauser, den Orpheus oder Woyzeck. Heute lebt er in einer betreuten Wohngemeinschaft, seine Leidenschaft gilt der U-Bahn, die könnte er “heiraten, denn sie ist treu. Sie verläßt mich nicht”. Seine Geschichte ist die Kunst des Überlebens in einer kalten Welt, ein Trip zwischen Traum und Wirklichkeit, die sehnsuchtsvolle Suche nach Liebe, die er als Kind nie erfuhr. Die Gleise ins Nirgendwo bedeuten für ihn Hoffnung, einen (Aus-)Weg in eine menschenwürdigere Zukunft.

    Elfi Mikesch erkundet in zurückhaltenden Bildern das Universum eines sehr speziellen Menschen, streift dabei grundlegende Lebensfragen, relativiert den Begriff der Normalität. Dabei entwickelt man eine Sympathie für den Protagonisten, dessen Bilder (mit der Lieblingsfarbe Blau) beeindrucken, sein Innerstes preisgeben und von künstlerischem Talent zeugen. Die poetischen Anklänge in dieser rundum gelungenen Dokumentation schaffen eine Atmosphäre ungewohnter Leichtigkeit, die sich auf den Zuschauer überträgt. Das einfühlsame und zärtliche Porträt, das sich in Programmkinos einige Chancen ausrechnen kann, entwirft neue Welten, verrückt und lebensbejahend, auch wenn der Protagonist zugibt, “Angst vorm Leben und vorm Tod” zu haben, und den Normalos den Spiegel vorhält. Am liebsten möchte er, der alle Bahnknotenpunkte kennt, in jeder Hauptstraße Berlins eine U-Bahn haben, damit er ständig fahren und sich am Puls der Zeit fühlen kann. Denn, so Engelholz, “wenn zwei Verliebte am Bahnsteig stehen, ruft der Schaffner: Verliebt bleiben, bitte! Und wenn da welche verrückt sind und so ein bißchen Graffiti machen, heißt es: Verrückt bleiben!” mk.

Darsteller und Crew

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