Vanity Fair - Jahrmarkt der Eitelkeit (2004)

Originaltitel: Vanity Fair
Vanity Fair - Jahrmarkt der Eitelkeit Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Vanity Fair - Jahrmarkt der Eitelkeit: Opulente Verfilmung des Klassikers von der "Moonsoon Wedding"-Regisseurin MIra Nair.

Im England des frühen 19. Jahrhunderts träumt die in Waisenhäusern aufgewachsene Rebecca Sharp (Reese Witherspoon) vom gesellschaftlichen Aufstieg. Ihre Anstellung als Gouvernante auf dem Anwesen des exzentrischen Sir Pitt Crawley (Bob Hoskins) ist da ein guter Anfang, zumal sie sich schnell mit dessen Tochter anfreundet und schließlich gar den Sohn des Hauses ehelicht. Als der in den Krieg zieht, ist Rebecca schon auf der nächsten Sprosse und macht dem Adeligen Marquis von Steyne (Gabriel Byrne) schöne Augen. Doch wer hoch hinaus will, kann auch tief fallen …

Mira Nair

Vollwaise Becky, Tochter eines verarmten britischen Künstlers und einer französischen Sängerin, kämpft sich mit Schläue und Sexappeal in der Gesellschaft von London um 1820 nach oben.

Im Haus von Sir Pitt Crawley erobert die Waise Becky die Herzen der exzentrischen Erbtante Mathilda und ihres Sohnes Rawdon, den sie wenig später heimlich heiratet. In der neuen Heimat London setzt ihr dagegen die Herablassung der blasierten Adelsgesellschaft zu. Doch mit Charme, Gewitztheit und Unkonventionalität behält die schöne Aufsteigerin selbst dort Oberwasser und bringt den mächtigen Marquis von Steyne dazu, Tür und Geldbeutel für sie zu öffnen. Doch genau diese Bekanntschaft führt schließlich zu ihrem tiefen Fall.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein Film über die englische Gesellschaft Anfang des neunzehnten Jahrhunderts von der indischen Regisseurin von MONSOON WEDDING. Wer denkt, dass es abwegiger nicht geht, hat weit gefehlt. Denn Mira Nair schafft es auch in ihrem neuesten Film überzeugende Charaktere zu einer interessanten Gesellschaftsstudie zu formen.

    In einer Gesellschaft, in der alles auf gute Abstammung und einen adligen Titel ankommt, ist die junge bürgerliche Becky offensichtlich fehl am Platze. Nichtsdestotrotz riskiert sie sogar ihr persönliches Glück um endlich zu der oberen Klasse gezählt zu werden. Nicht um des Ruhmes willen, sondern um endlich anerkannt zu werden. Immer wieder spürt sie selbst bei Freunden die Gesetze des Adels, die Klüfte, die sich auf einmal zwischen ihr und den umgebenen Menschen auftun. Hollywoods Nachwuchshoffnung Reese Witherspoon vermag es die opulenten Kleider des 19. Jahrhunderts schauspielerisch auszufüllen, obwohl man sie bisher eher aus seichten Komödien kannte.

    William Makepeace Thakeray hatte, wie viele seiner zeitgenössischen Autoren, eine Vorliebe für Geschichten, die sich aus vielen verschiedenen Charakteren zusammen setzen. Mira Nair geht nicht immer auf die literarische Vorlage ein, doch behält sie die wichtigsten Charaktere bei. Dadurch entsteht ein umfassendes Bild über alle noch so widrigen Dinge, die in der englischen Gesellschaft vor sich gehen. Mira Nairs Film ist nicht umsonst in Cannes gewürdigt worden, ihre Regiearbeit beweist ein Gespür für die Feinheiten ihrer Figuren, so dass wirkliche Charaktere entstehen, deren Schicksale den Zuschauer nicht unberührt lassen. Nichtsdestotrotz schwiert einem irgendwann der Kopf ob der vielen Figuren und ihrer verschachtelten Beziehungen zueinander. Ab der Hälfte des Filmes steigert Nair zudem das Tempo und so findet man sich unversehens in der Schlacht von Waterloo, Beckys Flucht aus Brüssel und letztendlich sogar in Baden-Baden. Es ist schwer hier den Überblick zu behalten und gleichzeitig alle Entscheidungen der Figuren nachzuvollziehen. Letztendlich behält Mira Nair die Geschichte aber nichtsdestotrotz in der Hand und macht nicht den Fehler sich in weitere Einzelheiten zu verstricken, die die literarische Vorgabe eigentlich vorgesehen hat.

    Mit einem kleinen Augenzwinkern nimmt man zu Kenntnis, dass die Wurzeln der Regisseurin aber auch in diesem Film eine Rolle spielen. Dankbar nimmt die Regisseurin den Verweis auf ihr Heimatland an, und inszeniert eine kleine Hommage an Indien als Abschluss des Filmes.

    Fazit: Eine weitere filmische Umsetzung von Thakerays Stoff, sehr gelungen inszeniert mit überzeugenden Darstellern.
  • Als neuestes Mitglied einer langen Reihe von Filmemachern wagt sich nun auch die indische Regisseurin Mira Nair an die Verfilmung von William Makepeace Thackerays titelgebendem Klassiker. Durch ihren Bollywood-Background und eigene Werke wie “Monsoon Wedding” mit verzwickten Gesellschafts-Epen vertraut, fühlt sich Nair sichtlich auch bei diesem 900-Seiten-Wälzer auf sicherem Terrain, verliert bisweilen jedoch Charakterzeichnung und Spannungsbogen ein wenig aus den Augen. Die charmante Hauptdarstellerin Reese Witherspoon und die Bekanntheit der Vorlage dürften dennoch zu einem ordentlichen Erfolg an den Kassen führen.

    Ehemalige Studentin der englischen Literatur, eifrige Sammlerin alter Stoffe und Stickereien, aufgestiegen in die Top 25 der Mächtigsten Hollywoods – Reese Witherspoon empfahl sich in vielerlei Hinsicht für ihre jüngste Rolle. Zum zweiten Mal nach “Ernst sein ist alles” schnürte sie für die Dreharbeiten zu einer Klassiker-Adaption das Korsett. Nicht sehr eng allerdings, war sie doch bei Drehbeginn schon im fünften Monat mit ihrem zweiten Kind schwanger. Nun also gibt Witherspoon Becky Sharp, Hauptfigur von “Vanity Fair”. Adaptiert von den britischen TV-Autoren Matthew Faulk und Mark Skeet sowie “Gosford Park”-Schreiber Julian Fellowes, nahm sich Indiens Vorzeige-Export Mira Nair (“Salaam Bombay!”) William Makepeace Thackerays umfangreichen Wälzers an. Der erblickte einst in Kalkutta das Licht der Welt und gab der Filmemacherin so noch mehr gute Gründe an die Hand, indische Einflüsse in das erz-britische Geschehen einfließen zu lassen.

    Erzählt wird vom Aufstieg und Fall der englischen Waise Becky, die – arm, aber gebildet und mit unbeirrbarem Aufstiegswillen gesegnet – im Haushalt des Landadeligen Sir Pitt Crawley (Bob Hoskins) als Erzieherin arbeitet. Dort erobert sie sowohl das Herz der exzentrischen Erbtante Mathilda – Eileen Atkins brilliert mit spitzer Zunge – als auch das des Sohnes Rawdon (James Purefoy aus “Resident Evil”), den sie wenig später heimlich heiratet.

    In ihrer neuen Heimat London muss sie sich hingegen mit der Herablassung der blasierten Adelsgesellschaft und insbesondere der von George (“Alexander”-Schönling Jonathan Rhys Meyers), Ehemann ihrer Jugendfreundin Amelia (Romola Garai), auseinandersetzen. Doch mit Charme, Gewitztheit und einer gewissen Missachtung der Konventionen behauptet sich die schöne Aufsteigerin selbst in diesem Löwenkäfig und bringt schließlich auch den mächtigen Marquis von Steyne (Gabriel Byrne) dazu, Tür und Geldbeutel für sie zu öffnen. Doch genau diese Bekanntschaft führt schlussendlich zum Bruch mit dem spielsüchtigen Rawdon und zum erneuten tiefen Fall.

    Opulente Kulissen und die atemberaubend farbenfrohen Kostüme aus indischer Seide von Kostümbildnerin Beatrix Aruna Pasztor sind neben Reese Witherspoons charmanter Darbietung die auffallendsten Attribute von Nairs Gesellschaftsdrama. Denn die Regisseurin erweckt nur selten den Grad an Begeisterung für ihre Figuren, den man bräuchte, um das Geschehen 141 Minuten lang gebannt zu verfolgen. Ein echter Rapport entsteht kaum, zu glatt, zu emotionslos werden Höhepunkte und Tiefschläge der Protagonisten abgehandelt. So ist Becky hier weniger die durchtriebene, kaltblütige Karrieristin der Vorlage, sondern eher eine modern wirkende, stets optimistische und gewitzte Gewinnerin. Und genau das nimmt dem Stoff die Schärfe und Kontur, ebenso wie das Fehlen sichtbarer Alterungserscheinungen der Figuren – mehr als ein Dutzend Jahre ziehen am Zuschauer beinahe unbemerkt vorbei. Mehr Aufmerksamkeit erregen die Darstellungen des hochkarätigen Ensembles, aus dem vor allem Eileen Atkins und Gabriel Byrne mit den besten, unverblümtesten Dialogen der Arbeit hervorstechen. Weitere bemerkenswerte Auftritte absolvieren der britische TV-Darsteller Tony Maudsley als naiv-sympathischer Verehrer Beckys sowie Rhys Ifans, der nach seinem “You Have Beautiful Eyes – Fancy a Fuck?”-T-Shirt aus “Notting Hill” nun in Militäruniform als unglücklich Liebender eine gute Figur macht. Sie heben das ambitionierte Werk aus der Gefälligkeit heraus und mildern auch so manch fehl am Platz erscheinende Indien-Referenz wie Beckys exotischer Tanz im Hause des Marquis. Die vielköpfige Anhängerschar von Literaturadaptionen im Gefolge von “Sinn und Sinnlichkeit” sollte sich also auch bei diesem Sittenbild zufrieden zeigen. geh.

Darsteller und Crew

News und Stories

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