Unter Kontrolle (2008)

Originaltitel: Surveillance
Unter Kontrolle Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Unter Kontrolle: Serienkillerjagd zwischen Groteske und Grauen, Humor und Horror.

Nachdem mitten im amerikanischen Nirgendwo ein grausamer Mord geschah, schickt das FBI mit den Agents Anderson (Julia Ormond) und Hallaway (Bill Pullman) zwei Ermittler an den Ort des Geschehens. Im Büro von Captain Billings (Michael Ironside) müssen sie widersprüchliche Zeugenaussagen gegeneinander abwägen: Kokserin Bobbi (Pell James), die 8-jährige Stephanie (Ryan Simpkins) und ein verquerer Cop geben verwirrende Statements ab.

Beherzt springt Davids Tochter Jennifer Lynch (“Boxing Helena”) in den Psychopool ihres kultisch verehrten Daddys und taucht nach allerhand menschlichen Abgründen. Das leistet einem schwarzhumorigen, surrealen Mordpuzzle Vorschub, das von schrägen Typen und starken Stilismen lebt.

Ein Ermittler-Duo des FBI will in der Provinz eine brutale Bluttat aufklären. Gegensätzliche Zeugenaussagen eines Cops, einer zugedröhnten White-Trash-Braut und eines achtjährigen Mädchens können nur bedingt weiterhelfen. Auf der Spur zweier psychopathischer Killer stolpert man schließlich auch über Hinweise, die die lokalen Gesetzeshüter in den Fall verwickeln.

Mit den Zeugenaussagen eines Ordnungshüters in einem entlegenen Polizeirevier in der Mitte von Nirgendwo will ein Ermittlerduo des FBI eine brutale Bluttat aufklären. Seine Erinnerungen decken sich aber nur bedingt mit denen zweier anderer Zeugen, einer zugedröhnte White-Trash-Braut und einem achtjährigen Mädchen. Allesamt waren sie auf offenem Highway Betroffene einer unfasslichen Bluttat zweier maskierter Psychopathen. Und die sind nun näher, als es allen Beteiligten lieb sein kann, und wollen beenden, was sie begonnen haben.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mit dem Thriller „Unter Kontrolle“ kehrt Jennifer Lynch nach mehr als zehn Jahren Leinwandabstinenz zurück in den Regiestuhl. Für die, die ihr Regiedebut „Boxing Helena“ verpasst haben: Ja, sie ist die Tochter von David Lynch und ja, auch wenn der Stil ihres Vaters manischer und punkiger ist, so lassen sich doch gewisse Parallelen erkennen – nicht zuletzt durch die Tatsache, dass Bill Pullman (z.B. Lost Highway) eine der Hauptrollen übernommen hat. Und vielleicht lässt sich so erklären, dass sie sich als Frau eines solchen Themas angenommen hat.

    „Unter Kontrolle“ erinnert eindeutig an „Rashomon“ von Kultregisseur Akira Kurosawa. Auch in Lynchs Film erzählt jeder Augenzeuge seine eigene subjektiv eingefärbte Geschichte, lässt hier ein bisschen was weg, dichtet da ein bisschen was dazu – flunkert also ein wenig und der ein oder andere verkauft sogar an manchen Stellen handfeste Lügen. Jeder Überlebende berichtet eben von seinem individuellen Standpunkt aus, die persönlichen Erfahrungen und Eindrücke unterscheiden sich und mancher hat tatsächlich auch etwas zu verbergen.

    Kameratechnisch werden die verschiedenen Perspektiven auf unterschiedliche Weise aufgelöst, um auch auf dieser Ebene die Differenzen deutlich zu machen und hervorzuheben. So sind die Bilder, die zur Aussage des Cops gehören, gestochen scharf und die Kamera steht meist in niedrigen Positionen, um ihn wie einen Superhelden erscheinen zu lassen. Die Rückblende aus Bobbis Sicht hingegen besticht durch verrückte Kamerabewegungen und grobkörnigeres Bildmaterial, um einen Eindruck davon vermitteln zu können, dass eine zugedröhnte Frau die Welt um sich herum anders wahrnimmt, als jemand, der nüchtern ist. Und Stephanies Sicht ist in erster Linie die eines kleinen Mädchens, was die Kamera ebenfalls versucht zu verdeutlichen. Was allen Konzepten jedoch gemein ist, sind die Lichtverhältnisse. In jeder Version ist spürbar, wie heiß und somit auch bedrückend es an diesem Ort, einem Highway in der Wüste, sein muss.

    Der Film gehört zu denjenigen, die radikale Gewaltszenen zeigen, ohne dass sie besonders hervorgehoben werden, was sie allerdings nicht weniger drastisch oder schockierend wirken lässt – ganz im Gegenteil. Sie enthalten nur keine spezielle Botschaft – was man solchen Filmen sicherlich auch zum Vorwurf machen kann. Aber in speziell diesem Fall geht es darum, zu demonstrieren, dass ein gewisses Gewaltpotential in jedem von uns stecken kann und es manchmal nicht viel bedarf, damit es explodiert. Bei Lynch genügt schon Langeweile, die zur falschen Entscheidung führt und somit den bekannten Stein ins Rollen bringt.

    Fazit: Atmosphärisch dichter Thriller – ungewöhnlicherweise durch eine weibliche Hand inszeniert –, bei dem niemand weiß, wer zu was fähig ist.
  • Menschliche Abgründe sind der Turf von Jennifer Lynch, die – ganz wie Vater David – eine surreale Gewaltgroteske anzettelt und diese mit furiosem Stil als wahres Feuerwerk abbrennt.

    Die Gratwanderung zwischen Groteske und Grauen, zwischen Humor und Horror beherrscht die Tochter von Regie-Ikone David Lynch vorzüglich. Ihre eigentlich simple Story fächert sie mit enormen inszenatorischen Aufwand zu einem verwirrend alptraumhaften Vexierspiel auf. Das hat die Regisseurin derart unter Kontrolle, dass man als Zuschauer in einer unkontrollierten Achterbahnfahrt durch die Abgründe ihrer skurrilen Figuren stürzt.

    Provinzielle Originale und sonderbare Typen haben es ihr angetan: Ausgiebig delektiert sich Lynch an den kriminellen Marotten degenerierter Landpolizisten, deren aus Langeweile geborenen Psycho-Orgien sie mit Gusto als anrüchige Komödie ausstellt. Anlass sind die Zeugenaussagen eines Ordnungshüters, durch die ein Ermittler-Duo des FBI (Julia Ormond und Bill Pullman) eine brutale Bluttat aufklären will, die immer wieder als verstörende Fragmente dunkel durch den Film rauschen. Die beiden anderen Zeugen sind eine zugedröhnte White-Trash-Braut (Pell James) und ein achtjähriges Mädchen (beachtliche Leistung: Ryan Simpkins), deren Schicksal sich auf einer einsamen Straße verquickt.

    Ein Whodunit zum Mitraten liegt nicht im Sinne der Regie, die mehr Wert auf spleenige Figuren als auf einen stringenten Plot legt. Über weite Strecken wähnt man sich im “Twin Peaks”-Universum, aus dem die Polizeistation nebst Personal zu entspringen scheint. Lynch zelebriert bizarre Situationen, wechselt die Zeitebenen, derweil geschickte Andeutungen, in denen etwa “evidence” per Kugelschreiber in “violence” umgetauft wird, einen Twist vorwegnehmen, der zwei psychopathische “Natural Born Killers” vorstellt, die mit viel Enthusiasmus bei der blutigen Sache sind.

    Das eröffnet eine famose Spielwiese für die Darsteller, die eine exzentrische Show abliefern, mal mit Overacting, mal per Understatement, wie etwa Michael Ironside, der als Polizeichef mit Zahnstocher im Mundwinkel Bauklötze staunt, was seine verantwortungslosen Untergebenen so alles an groben Unfug anrichten. Über Wahrscheinlichkeit des Geschehens, Verhalten der Beteiligten sowie die ruhelose Diktion lässt sich trefflich diskutieren. Doch verglichen mit ihrem Erstling, dem Skandalfilmchen “Boxing Helena”, hat Jennifer Lynch einen gewaltigen Entwicklungssprung vollzogen und einen Thrillertrip geschaffen, der irritiert wie fasziniert.

    tk.

Darsteller und Crew

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