Ummah - Unter Freunden (2012)

Ummah - Unter Freunden Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (8)
  1. Ø 4.3
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 3.5

Filmhandlung und Hintergrund

Ummah - Unter Freunden: Drama aus Deutschland über einen Polizisten, der Unterschlupf in der Islam-Gemeinde Neuköllns findet.

Mit einem Bauchschuss überlebt V-Mann Daniel seinen Undercover-Einsatz im Neonazi-Milieu denkbar knapp. Frustriert will er den Dienst quittieren, seine skrupellosen Vorgesetzten schicken ihn aber nach Berlin-Neukölln, wo er in einer Bruchbude monatelang untertauchen und dabei Verletzung sowie Zweifel kurieren soll. Der deprimierte Drogenabhängige lernt Elektrohändler Abbas und seinen Kumpel Jamal kennen, die ihn gastfreundschaftlich in ihr familiäres Netz aufnehmen. Als Daniel ganz aussteigen will, schlägt der Verfassungsschutz zurück.

Ein V-Mann aus dem Neonazi-Umfeld taucht ausgerechnet in Neukölln unter und findet dort neue Freunde. Beachtliches Spielfilmdebüt, das Versatzstücke des Verschwörungsthriller mit Einblicken in den Neuköllner Kiez verbindet.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das Culture-Clash-Drama "Ummah – Unter Freunden" will mit einer bewegenden Geschichte Berührungsängste gegenüber Muslimen in Deutschland überwinden helfen. Das Spielfilmdebüt des deutsch-türkischen Regisseurs Cüneyt Kaya ("Home from Home", Co-Regie bei "Die Summe meiner einzelnen Teile") ist in doppelter Hinsicht mutig und optimistisch. Zum einen schlägt die Geschichte einen kühnen Bogen zwischen einem V-Mann des rechtsradikalen Milieus und einer Gruppe arabischer Berliner Bürger. Zum anderen wurde die No-Budget-Produktion ohne Filmfördergelder und Unterstützung von Fernsehanstalten verwirklicht. Vermutlich auch deswegen verfügt der engagierte Film über eine so deutliche eigene Handschrift.

    Es ist ein ziemlicher Spagat, den Daniel Klemm in Neukölln hinlegt. Sein Rücken ziert das in der Skin-Szene verwendete Tattoo „Schwarze Sonne". Der Film lässt es zwar offen, ob er die Ideologie der rechten Szene teilte, aber den Umgang mit Türken und anderen Muslimen ist Daniel eindeutig nicht gewöhnt. Da klopft Dina (Mona Pirzad), eine junge afghanische Nachbarin, an seine Tür, um ihn mit einem Kuchen willkommen zu heißen. Daniel reagiert irritiert und schließt ihr die Tür vor der Nase zu.

    Holprig verläuft auch das Kennenlernen von Abbas und Daniel. Hier spielt der Film ironisch mit Vorurteilen in den Köpfen der Zuschauer, um sie genüsslich zu widerlegen. Die unbeschwerte Offenheit der muslimischen Gemeinschaft – übersetzt Ummah - schenkt Daniel Geborgenheit. Aber der Film thematisiert auch Konflikte, etwa die häufigen Polizeikontrollen, denen die Neuköllner allein wegen ihres Aussehens ausgesetzt sind. Außerdem betont er, welche Meinungsvielfalt in dieser Bevölkerungsgruppe herrscht.

    Frederick Lau spielt Daniel als unbeholfenen Underdog, dem die seelische Not Falten auf die Stirn zeichnet. Wie er kann man sich der natürlichen Freundlichkeit von Abbas und seinen Leuten nicht verschließen. Die Geschichte könnte dabei auch gut auf den trotz aktueller Bezüge unglaubwürdigen Plot mit dem bösen Verfassungsschutz verzichten, der nur dazu dient, die Spannung zu schüren.

    Fazit: Mit herzlichen, sympathischen Charakteren zeichnet "Ummah – Unter Freunden" ein sehenswertes Porträt einer arabisch-muslimischen Kiezgemeinschaft in Berlin, das Vorurteile abbauen hilft.
  • Namhaft besetztes, eigenständig finanziertes Milieu-Drama in Neukölln, mit dem Spielfilmdebütant Cüneyt Kaya die arabische Community – Ummah – als hilfsbereit, liebenswert und tolerant darstellt. Das mit vielen komischen Elementen aufgelockerte Drama will Vorurteile abbauen und schießt dabei manchmal über das Ziel hinaus, reißt dank gelungener Dramaturgie und tollen Schauspielern aber emotional mit und geht auch stilistisch immer wieder interessante Wege.

Darsteller und Crew

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