Transpapa (2012)

Transpapa Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Transpapa: Sensibles Drama über ein Mädchen in der Pubertät, das plötzlich erfahren muss, dass der eigene Vater sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen hat.

Maren ist ein typischer Teenager: unzufrieden mit sich und ihrem Aussehen, von den getrennt lebenden Eltern entfremdet. Von ihrer Mutter fühlt sie sich weniger geliebt als ihre Halbschwester und ihre beste Freundin ist ohnehin viel hübscher als sie selbst. Ihren Vater, ein Künstler und Frauenschwarm, glaubt sie in Nepal auf einem Selbstfindungstrip. Umso größer ist der Schock, als sie feststellen muss, dass dieser sich in der Zwischenzeit einer Geschlechtsumwandlung unterzogen hat und nun Sophia heißt. Langsam können die beiden sich einander wieder annähern.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • In ihrem Debütfilm "Transpapa" verarbeitet Sarah Judith Mettke ihre eigene Geschichte. Viele Erstlingsfilmer greifen auf einen Aspekt aus ihrer eigenen Biographie zurück und erzählen von etwas, das ihnen bestens vertraut ist. Mettke erzählt davon, wie sich Vater und Tochter in ihren neuen Körpern kennen lernen. Bei der letzten Begegnung waren sie noch Vater und Kind, jetzt sind sie auf unterschiedliche Weise heranwachsende Frauen. Und während Sophia glaubt, beide würde es verbinden, herauszufinden, wie es ist als Frau zu leben, bringt das für Maren verständlicherweise erst mal eine Kluft zwischen die beiden.

    Das schafft Konfliktpotential und wirft Fragen auf, auf die es keine eindeutigen Antworten gibt. Und Mettke hütet sich auch davor, welche zu liefern. Aber das Konfliktpotential nutzt die junge Regisseurin voll aus: Mal komisch, wenn Maren Sophia mit offenem Bademantel aus der Dusche kommen sieht. Mal tragisch, wenn Maren immer wieder versucht, etwas von ihrem Vater in Sophia wiederzufinden und diese sich dem konsequent verweigert. Dabei gelingt es Mettke, ihrer Figuren weder zu verurteilen, noch bloßzustellen. Natürlich fühlt man mit Maren in ihrer Wut auf ihre Mutter, die ihr die Wahrheit verheimlicht hat und man spürt, dass ein gekränktes Ego wohl auch eine Rolle bei dieser Entscheidung gespielt hat, aber im gleichen Moment hat man auch Verständnis für die Mutter. Wie genau soll man seiner heranwachsenden Tochter begreiflich machen, dass ihr Vater ein Transsexueller ist, der mittlerweile seine männliche Identität vollkommen hinter sich gelassen hat, um als vollwertige Frau zu leben? Genauso facettenreich sind auch Maren und Sophia aufgebaut.

    Wie Devid Striesow als Frau aussieht? Nun, attraktiv ist definitiv etwas anderes. Sophias Kleidungsstil ist schrullig, schon irgendwie elegant, aber trotzdem furchtbar - genauso wie auch die Einrichtung ihres Zimmers. Sophia ist eine Figur, die sich selbst befreien will und doch zieht es sie ausgerechnet ins eigentlich eher bedrückende Rheinland in einen Spießervorort. Dort erfüllt sie das konservative Rollenbild einer Hausfrau - hervorragend gespielt von Devid Striesow. Ein weiteres Schmankerl des Films ist Marens beste Freundin, die auf die Neuigkeit mit „Scheiße, darf ich das bitte weitererzählen?!“, reagiert und deutlich an Junos beste Freundin aus dem gleichnamigen Independenterfolg erinnert.

    Die Regisseurin Sarah Judith Mettke nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise, an deren Ende er nicht auf alles eine Antwort erhält, aber trotzdem versteht, dass sich manche Sachen weniger mit dem Kopf und besser mit dem Herzen erklären lassen.

    Fazit: "Transpapa" ist ein gelungenes autobiographisches Erstlingswerk - komplex und facettenreich, aber auch mit viel Herz und Witz erzählt.
  • Devid Striesow nähert sich nach einer Geschlechtsumwandlung in dem humorvollen Indie-Drama seiner entgeisterten Teenie-Tochter an.

    Eine Geburtstagsüberraschung, auf die der knatschige Teenager Maren am liebsten verzichtet hätte, betrifft ihren seit Jahren abwesenden Vater, der tatsächlich als Frau in einer anderen Stadt lebt. Daraus entwickelt sich ein Vater-Tochter-Drama, das für Transsexualität und alternative Lebensentwürfe wirbt und in dem Nachwuchsregisseurin Judith Mettke autobiografische Erfahrungen verarbeitet.

    Ihr Spielfilmerstling im waschechten Independent-Gewand setzt auf diffizile bis schrullige Charaktere, die sich aneinander reiben, was hart an der Realität kratzt, aber auch trockenen, gut dosierten Humor und fast schon Kaurismäki-artige Kauzigkeit kennt. Vorstellig wird Luisa Sappelt (“Madonnen”) als Maren, die mit sich und der Welt im Clinch liegt, genervt von allem und jedem, ausgesprochen unleidig und so frostig wie die kalte Jahreszeit, in der “Transpapa” spielt. Empört über die Lügentaktik ihrer sonst so locker-jugendhaften Mutter Ulrike, die ihr seit acht Jahren verschweigt, dass Bernd, der Vater des Trennungskinds, mitnichten nach Nepal exiliert ist, sondern sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen hat und als Frau nahe Köln lebt, reist Maren heimlich zu ihm. Nur heißt er jetzt Sophia (Devid Striesow beweist Würde und Wandlungsfähigkeit), sieht sich als andere Person, bemüht sich aber sehr um die humorlose Maren, an der noch alle Auflockerungsversuche abprallen.

    Das vorsichtige Herantasten des spröde-kratzbürstigen Mädchens und ihres überkandidelt weiblich-tuntigen Erzeugers sorgt für Heiterkeit, forscht aber auch sensibel die Gefühlslagen von Menschen aus, die sich einigermaßen weit vom Glück entfernt haben. Identitätsfindung, Bekenntnis zueinander und Akzeptanz sind Problemstellungen, mit der vor allem Maren überfordert ist, von ihrer Mutter ganz zu schweigen. Wie sich Geschlechterfragen einschleichen, dazu eigenwillige Lebensmodelle, deren Selbstbefreiung die Spießigkeit mitunter neu zementiert, wie daraus ein irritierendes Patchworkfamilien-Bild entsteht, das sind nur einige der Stärken eines ungewöhnlichen Coming-of-Age, das nie (ver)urteilt, sondern dem Zuschauer selbst überlässt, wie er diese lebensecht beobachteten Figuren bewertet. tk.

Darsteller und Crew

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