Hol Dir jetzt die neue kino.de App   Deutschland geht ins kino.de

The Sessions - Wenn Worte berühren (2012)

Originaltitel: The Sessions
The Sessions - Wenn Worte berühren Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (0)
  1. Ø 0
Kritikerwertung (4)
  1. Ø 3.8

Filmhandlung und Hintergrund

The Sessions - Wenn Worte berühren: Wunderbare Tragikomödie um einen 36-Jährigen mit eiserner Lunge, der sein erstes Mal erleben will.

Mark O’Brien leidet an Kinderlähmung. Das heißt, er ist zur fast völligen Bewegungsunfähigkeit verdammt und muss die meiste Zeit des Tages in einer Eisernen Lunge verbringen. Im Alter von 38 Jahren fasst der eloquente Journalist und begabte Poet einen ungewöhnlichen Entschluss. Er will Sex haben. Nachdem er sich beim örtlichen Pfarrer die “Erlaubnis” dazu geholt hat, findet Mark in der Sex-Therapeutin Cheryl, die sich auf derartige Fälle spezialisiert hat, die ideale Partnerin, um endlich seine Unschuld zu verlieren.

Ein 38-Jähriger, aufgrund seiner Kinderlähmung an einer eisernen Lunge, will seine Jungfräulichkeit verlieren. Perfekt ausbalancierte Tragikomödie, in der besonders Helen Hunts unbekümmerter Umgang mit der Sexualität berührt.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

So werten die User (0)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (4 Stimmen)
5
 
0 Stimmen
4
 
2 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

  • „Besonders wertvoll”

    Mark O'Brien ist Journalist, Poet, Schriftsteller. Dazu witzig, klug und äußerst belesen. Doch Mark ist außerdem ein sehr kranker Mann. Seit er ein kleiner Junge ist, leidet er an Kinderlähmung und überlebt nur durch die Unterstützung der "eisernen Lunge", einem künstlichen Beatmungsapparat. Rund um die Uhr kümmern sich Pfleger um Mark, doch er sehnt sich nach mehr. Menschliche Berührung, Intimität, Liebe - das alles fehlt ihm. Sein Wunsch ist es, ein vollständiger Mann zu sein. Sexualität eingeschlossen. Der Film von Ben Lewin basiert auf der wahren Geschichte von Mark O'Brien und seinen persönlichen Aufzeichnungen über seine Begegnungen mit einer Sex-Therapeutin, die ihm dazu verhalf, auch die körperlich-intime Liebe kennenzulernen. Obwohl es im Film fast ausschließlich um das Thema Sex geht und auch viel darüber geredet wird, ist dies doch stets subtil und auch visuell sehr zartfühlend umgesetzt. Die drei Hauptdarsteller John Hawkes, William H. Macy und Helen Hunt sind brillant in ihren Rollen und werden dem Thema mit einfühlsamer Intensität und einem subtilen Humor gerecht. Die tragischen Momente voller Trauer und Hoffnungslosigkeit wechseln sich ab mit leichten Momenten voller Charme und so nimmt der Film den Zuschauer mit auf seiner Entdeckungsreise in die Welt der Liebe. Ein ehrlicher und eindrucksvoller Film ohne jeden Kitsch, der tief berührt.

    Jurybegründung:

    Was für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit ist, bleibt für einige unerreichbar. So wird sich Mark nie natürlich bewegen können. Seit er als kleiner Junge an Kinderlähmung erkrankte, kann er kaum einen Muskel in seinem Körper bewegen und muss die meiste Zeit seines Lebens in einer eisernen Lunge verbringen. Doch er kann fühlen und hat Begierden wie ein normaler heterosexueller Mann und so meint er, mit 38 Jahren wäre es Zeit für ihn, seine Jungfräulichkeit zu verlieren. Deshalb begibt er sich in die Hände einer Sextherapeutin und diese Erfahrung geht für ihn weit über das Körperliche hinaus.
    Die wahre Geschichte basiert auf einem Artikel des Poeten und Journalisten Mark O'Brien, und Ben Lewin hat sie als ein anrührendes, zugleich humorvolles und melancholisches Drama inszeniert. In THE SESSIONS wird sachlich und detailliert gezeigt, worin die Behinderungen von Mark bestehen und welche Schwierigkeiten er überwinden muss, um zum ersten Mal in seinem Leben mit einer Frau zu schlafen. Gerade diese Präzision ist es, die den Film davor bewahrt, dass er prüde oder aber schlüpfrig wirkt. Von der ersten Einstellung an, die ihn morgens gefangen in seiner eisernen Lunge zeigt, kommt der Film seinem Helden sehr nahe. Und John Hawkes spielt ihn nicht nur absolut überzeugend, was alleine schon erstaunliche Körperbeherrschung und Einfühlungsvermögen erfordert, sondern er drückt dessen Nöte, Sehnsüchte, Enttäuschungen und Triumphe so intensiv und glaubwürdig aus, dass das Publikum vom ersten Moment an auf seiner Seite ist. Eine ähnlich erstaunliche schauspielerische Leistung gelingt auch Helen Hunt in der Rolle der Sex-Therapeutin Cheryl, die mit viel Takt, Geduld und Zärtlichkeit ihrer Arbeit nachgeht.
    Mark ist ein gläubiger Katholik und geht zu einem neuen Priester in seiner Gemeinde zur Beichte. William H. Macy spielt diesen Vater Brehan als einen für Kalifornien typischen in die Jahre gekommen Hippie, der als im Zölibat lebender Außenstehender, eine interessante Perspektive bietet. Mit ihm bespricht Mark, ob sein Tun sündhaft sei und bekommt darauf eine zugleich komische und weise Antwort. Mit Ausnahmen einer verbiesterten Pflegerin am Anfang des Films sind alle Figuren mit großer Sympathie gezeichnet. Und wenn schließlich drei Frauen große Liebe für Mark empfinden, hat dies kaum noch etwas mit Sex zu tun. Dieser war lediglich eine notwendige Stufe, über die Mark ein glücklicheres und reicheres Leben führen konnte.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Phantastische Darsteller erfüllen eine schwierige Geschichte mit Leben und schaffen das Unmögliche: Etwas Schwermütiges leichtherzig erscheinen zu lassen.
  • Urkomische wie berührende Tragikomödie um die Entjungferung eines an Kinderlähmung leidenden Mannes – mit Helen Hunt als extrem entspannte Sex-Therapeutin.

    Auf den ersten Blick mag die Geschichte eines Mannes, der wegen seiner Kinderlähmung ans Bett gefesselt ist und den Großteil seines Lebens in einer Eisernen Lunge verbringen muss, nicht unbedingt für ein breites Publikum prädestiniert sein. Doch Ben Lewin versteht es meisterhaft, auch ein so genanntes Tabuthema massenkompatibel aufzubereiten, ohne dabei in falsches Pathos oder Gefühlsduselei zu verfallen. Der aus Polen stammende Regisseur, der vor knapp 20 Jahren mit der skurrilen Komödie “Der Gefallen, die Uhr und der sehr große Fisch” auf sich aufmerksam machen konnte, beschäftigt sich in “The Sessions” nicht von ungefähr mit Kinderlähmung, leidet er doch selbst unter dieser Krankheit, wenn auch in einer nicht ganz so ausgeprägten Form wie der Journalist und Dichter Mark O’Brien, auf dessen Erlebnissen dieser Film basiert, genau genommen auf dem Artikel “On Seeing A Sex Surrogate”, in dem O’Brien mit viel Witz und Selbstironie beschreibt, wie er im Alter von 38 Jahren seine Unschuld an eine Sex-Therapeutin, die auf solche besonderen Fälle spezialisiert ist, verlor. Lewin konzentriert sich denn auch auf diese entscheidende Episode im Leben seines Protagonisten, was zwangsläufig dazu führt, dass es dem Film an einer dramaturgisch ausgereiften Struktur mangelt. Dieses Manko wird jedoch durch mehrere Faktoren wettgemacht. Da wäre etwa die ausgeklügelte Balance zwischen urkomischen und tieftraurigen Momenten – für die ersteren steht der von William H. Macy verkörperte Pfarrer, der sich mit großer Begeisterung für Marks Liebesleben interessiert und dessen “unkeuschen” Plänen letztlich auch den göttlichen Segen gibt. Letztere Augenblicke manifestieren sich insbesondere in der klassischen Amour fou zwischen Patient (empfiehlt sich für den Oscar: John Hawkes) und Therapeutin, die in einem von O’Briens ans Herz gehenden Liebesgedichten zum Ausdruck kommt. Und schließlich ist da noch Helen Hunt, die mit großem Mut und fernab von allem Hollywood-Glamour eine darstellerische Meisterleistung zeigt, die sie nicht nur mental, sondern auch körperlich Grenzen überschreiten lässt. Allen an diesem Projekt Beteiligten ist es letztlich zu verdanken, dass hier ein Nischenthema die Chance erhält, ein wenig mehr als die übliche öffentliche Aufmerksamkeit zu erhalten, indem es mit den Mitteln des Mainstreamkinos aufbereitet wurde. lasso.
  • Der mit dem Publikumspreis des Sundance Film Festivals ausgezeichnete "The Sessions - Wenn Worte berühren" nimmt das Tabuthema Sex und Behinderung beherzt in Angriff. Regisseur und Drehbuchautor Ben Lewin ("Georgia", "Lucky Break - Leidenschaft in Gips") erzählt die wahre Geschichte des 1999 verstorbenen Mark O'Brien. Der fast vollständig bewegungsunfähige Schriftsteller schilderte seine ungewöhnliche Sextherapie in einem 1990 erschienenen Zeitschriftenartikel. Ohne auf die Tränendrüse zu drücken, entwickelt sich der Film zu einer ergreifenden Achterbahnfahrt der Gefühle.

    Während Mark von verschiedenen Pflegern auf einer Liege durch die Straßen Berkeleys geschoben wird, verraten seine Kommentare in Voice Over einen erfrischenden Humor. Auch sein im Untertitel erwähntes poetisches Talent weist immer wieder eindrucksvoll darauf hin, dass sich dieser Mann nicht auf seine körperliche Behinderung reduzieren lassen will. Mark ist neugierig und hungert nach Liebe. Doch auf seinen Heiratsantrag reagiert die hübsche Pflegerin Amanda (Annika Marks) mit Flucht. Anstatt zu resignieren, wählt Mark Plan B, die Dienste der Sex-Therapeutin Cheryl. Die Selbstverständlichkeit, mit der die verheiratete Frau sich auszieht und über körperliche Lust spricht, steht in einem spannenden und dynamischen Kontrast zu Marks übergroßen Ängsten.

    Anstatt schlüpfrig zu wirken, führt diese ungewöhnliche Beziehung auf Zeit die körperliche Befriedigung und die emotionale Liebe sehr nahe zusammen. John Hawkes ("Winter's Bone", "Martha Marcy May Marlene") verwandelt Mark schrittweise in einen selbstbewussten Mann. Auf seinem stets seitlich liegenden Gesicht zeichnet sich allmählich ein frisches, jugendliches Lächeln ab. Helen Hunt ("Besser geht's nicht", "Soul Surfer") spielt die Gratwanderung Cheryls zwischen professionellem Verhalten und persönlichem Berührtsein mit authentisch wirkender Lebendigkeit. Die religiös-moralischen Gespräche, die Mark mit dem überraschten und immer mehr staunenden Pater Brendan alias William H. Macy führt, bilden ein intelligent konstruiertes Gegengewicht zur sextherapeutischen Beziehung. Selten sieht man William H. Macy ("Fargo", "Born to be Wild") seine Lebhaftigkeit und seine positive Kraft so deutlich ausdrücken wie hier.

    Fazit: Auf einer wahren Geschichte basierend, knackt "The Sessions - Wenn Worte berühren" auf ergreifende Weise das Tabuthema Sex und Behinderung.
Alle ansehen

Darsteller und Crew

Kommentare