The Rum Diary (2011)

The Rum Diary Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

The Rum Diary: Johnny Depp als Journalist im Puerto Rico von 1960, der Erfolg sucht, aber Rum und schöne Frauen findet. Nach dem Kultroman von Hunter S. Thompson.

Mittel- und ahnungslos trifft Journalist Kemp 1960 auf Puerto Rico ein, um für eine lokale Zeitung zu arbeiten. Schon bald erkennt er, dass der amerikanische Traum hier mit dem Ausverkauf des Paradieses und desillusionierten Kollegen bezahlt wird, die ihren Frust in Alkohol ertränken. Als er den einflussreichen, ihm wohlgesinnten PR-Strategen Sanderson kennenlernt, winken Kemp erstmals beruflicher Erfolg und Geld. Wenn da nicht dieser verdammte Rum, diese lästige Arbeit und Sandersons bildhübsche Freundin Chenault wären.

Ein Journalist entdeckt 1960 auf Puerto Rico amerikanischen Postkolonialismus und ein Leben zwischen Scheitern und Rumrausch. Nach “Fear and Loathing in Las Vegas” Johnny Depps zweiter Auftritt als Hunter S. Thompson in einer deutlich zahmeren Thompson-Verfilmung.

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Kritikerrezensionen

  • Verfilmung einer Vorlage von Hunter S. Thompson, seines Zeichens exzessiver Trinker und viel beachteter Autor. Der Film wird seinem Vermächtnis gerecht.
  • Johnny Depp erlebt den Ärger im Paradies und die unheilige Wirkung von Alkohol, Ausbeutung und schönen Frauen.

    Hollywood-Star Depp und Hunter S. Thompson, journalistischer Chefexzentriker und Romancier, waren ein merkwürdiges, sich selbst und einander aber treu bleibendes Paar. Nach “Fear and Loathing in Las Vegas”, seiner ersten Hauptrolle in einer Thompson-Adaption, setzte Depp den Kampf um eine Verfilmung von “Rum Diary” fort, den der Autor selbst, mit großen Frustrationspausen, seit den 1960er Jahren geführt hatte. Als Produzent holte er Regisseur Bruce Robinson, fast 20 Jahre nach “Jennifer 8″, aus dem Ruhestand, und ermöglichte so einen Film, der einen Kompromiss zwischen den Sensibilitäten seines 2005 verstorbenen Freundes und den Erwartungen an eine postkaribische Depp-Produktion zu finden versucht. Womit es komische Vignetten, aber auch reichlich Alkohol und Dahintreiben im Hinterhof des Lebens zu bestaunen gibt.

    Depp selbst ist auch Erzähler und Hauptfigur des Films, tritt 1960 auf Puerto Rico seinen neuen Job bei einer Zeitung an, die im Mittelmaß um ihre Existenz kämpft und zum Parkplatz schreibender Existenzen geworden ist, die Engagement nur noch beim Alkoholkonsum zeigen. Kemp (Johnny Depp) ist dabei keine Ausnahme, zieht mit Kollege Sala durch die schäbigen Bars und betäubenden Nächte, in denen der Schweiß fühlbar am Körper klebt wie der chronische Geldmangel an den Protagonisten. Die authentisch wirkende Atmosphäre ist das größte Plus dieser Verfilmung, die mitunter Personen des Romans zusammenführt, dessen dramaturgische Eckdaten aber lose übernimmt: Die unverhohlene Kritik am amerikanischen Postkolonialismus, der Paradiese ausbeutet und nur Amerikaner reich werden lässt – und das romantische Dreieck zwischen Kemp, einem vermögenden, einflussreichen PR-Strategen (Aaron Eckhardt) und dessen verführerischer Freundin, die mit Amber Heard konsequent besetzt ist. Plot spielt eine untergeordnete Rolle in “Rum Diary”, das in den ersten beiden Dritteln seine stärksten Momente hat, sich jeder Postkartenfotografie verweigert, um auch visuell das Schäbige im Paradiesischen herauszuarbeiten, und sich an Zuschauer wendet, die in der Beobachtung ungewöhnlicher Charaktere und eines auch hier überzeugenden Superstars vielleicht keinen echten Rausch erleben, aber doch Entspannung finden. kob.
  • Nach der Hauptrolle in Terry Gilliams schrägem "Fear and Loathing in Las Vegas" (1998) und Alex Gibneys Dokumentation "Gonzo: The Life and Work of Dr. Hunter S. Thompson" (2008), huldigt US-Schauspieler Johnny Depp nun zum dritten Mal seinem unkonventionellen Freund und Idol Hunter S. Thompson. Stets widmete sich der exzentrische Schriftsteller und Erfinder des subjektiv-respektlosen "Gonzo"-Journalismus, politischen Missständen und Schattenseiten des amerikanischen Traums. In der Adaption eines spät publizierten, autobiografischen Manuskripts tritt nun Johnny Depp als dessen Alter Ego Paul Kemp auf. Da er das Independent-Werk von Bruce Robinson mitproduzierte, zeigt es sich, dass "Rum Diary" eines seiner Herzensprojekte ist.

    Als trinkfester New Yorker Reporter in Puerto Rico Anfang der Sechziger muss sich Depp zwischen seinen Idealen, den Verlockungen des Geldes durch einen Immobilienhai und den Reizen von dessen attraktiver Geliebten entscheiden. Allerdings konzentriert sich die erste Hälfte der Geschichte stärker auf die wüsten Alkohol- und Drogenexzesse von Kemp und seinen ausgeflippten Kollegen, was sie häufig mit dem Gesetz, der einheimischen Bevölkerung und ihrem cholerischen Chefredakteur in Konflikt bringt. An dessen patriarchalisch gelenkter Redaktionslinie scheitert Möchtegern-Schriftsteller Kemp häufig mit sozialkritisch angelegten Storys, die er - wie seine Schöpfer Thompson - häufig im Rausch verfasste. Allerdings belässt es Regisseur Bruce Robinson hier bei einer schrägen Alptraumsequenz.

    Für den britischen Filmemacher, der erstmals seit "Jennifer 8" aus dem Jahr 1992 wieder auf dem Regiestuhl Platz nahm, sprach wohl sein autobiografisches Debüt "Withnail & I" von 1987. Im Kern verknüpfen beide Werke einen pannenreichen, Alkohol und Drogen geschwängerten Trip zweier kreativer Kumpane mit einem tragikomischen Selbstfindungsprozess, wodurch ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt wird. In "Rum Diary" tauscht Robinson jedoch das unwirtlich-verregnete, britische Landleben durch eine traumhaft exotische Karibikkulisse aus, wobei aufgrund sonniger Strandpromenaden, Fahrten mit knallrotem Cabriolet und ausgelassenem Karnevalstreiben die episodenhafte Handlung mitunter auf der Stelle tritt. Zwischen einer absurden Bestandsaufnahme des journalistischen Alltags und introspektiver Selbstzweifel entwickelt die Ballade um Liebe, Macht und Integrität erst gegen Ende Stringenz.

    Als der exzentrische Journalist einen Pakt mit dem Teufel eingeht, konzentriert sich Robinson stärker auf die Dreiecksgeschichte zwischen Kemp, Sanderson und der verführerischen Chenault. Neben einem zusätzlichen Einkommen und dem Glanz des Luxuslebens bietet der politische Einfluss des omnipräsenten Baulöwen durchaus Vorteile für den unkonventionellen Reporter, als er mit den nicht gerade zimperlichen Behörden aneinander gerät. Doch Sandersons Einfluss bedeutet, dass sich die Auswüchse des Kapitalismus und das expansive Tourismusgeschäft zunehmend im bedrohten Paradies ausbreiten. Einher gehen Korruption sowie die Ausbeutung von Lebensräumen und Ressourcen. Daher muss sich der rebellische Schreiber entscheiden, ob er bereit ist, seine einstigen Ideale zu verraten.

    Seine entflammte Zuneigung für die glamouröse „Femme Fatale“ Chenault verstärkt den Gewissenskonflikt noch. Amber Heard mag vielleicht nicht die wandlungsfähigste Akteurin sein, aber als blonde Sirene, die ein Spiel mit dem Feuer bedeutet, zeigt sie sich ideal besetzt. Gemeinsam mit dem gewohnt lässig auftretendem Johnny Depp stellt sie ein attraktives Paar dar, bei dem es auch privat gefunkt haben soll. Letztlich kann das nicht über dramaturgische Schwächen und oberflächlich entwickelte Charaktere hinweg täuschen.

    Fazit: Reichlich Alkoholexzesse und Lokalkolorit verwässern in "Rum Diary" die sozialkritisch angelegte Journalismus-Hommage in exotischem Setting.
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