The Limits of Control (2009)

The Limits of Control Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

The Limits of Control: Jim Jarmuschs Roadmovie-Hommage an "Point Blank", in der ein geheimnisvoller Fremder nach Spanien reist, um einen mysteriösen Auftrag zu erfüllen.

Ein geheimnisvoller Namenloser (Isaach De Bankolé) reist durch Spanien. Er hat dort einen nicht minder geheimnisvollen Auftrag zu erledigen, der nichts Gutes bedeuten kann. Dafür bewegt sich der Fremde stets am Rande der Legalität. Auf seiner Odyssee durch das Land trifft er immer wieder merkwürdige Gestalten, die ihm rätselhafte Botschaften überbringen. Ob und an welches Ziel er dabei gelangen kann, wird unterwegs immer mysteriöser…

Indie-Ikone Jim Jarmusch, zuletzt heiter-melancholisch mit “Broken Flowers” unterwegs, führt in dieser Tour zu den Abgründen des Unterbewusstseins. Die betont mysteriös-dunkle Odyssee durch spanische Seelenlandschaften fügt sich mit kriminellen Verwicklungen zu einem faszinierenden Bildergewebe.

Ein geheimnisvoller Fremder in einem gut sitzenden Anzug kommt in Spanien an und macht sich auf den Weg, einen Auftrag zu erfüllen, der so mysteriös ist, dass teilweise nicht einmal der Fremde selbst zu wissen scheint, was sein Inhalt ist. Bei sich trägt er einen kleinen Koffer mit unbekanntem Inhalt und einen Satz Schlüssel. Auf verschiedenen Stationen trifft der Fremde auf undurchsichtige Figuren, die rätselhafte Botschaften für ihn bereithalten. Nur eines ist klar: keine Waffen, kein Sex, kein Mobiltelefon während der Arbeit.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Eines vorneweg: „The Limits of Control“ wurde als Thriller angekündigt. Diese Bezeichung trifft es nicht wirklich. Das ist aber auch nicht schlimm, denn langweilig ist der Film trotzdem nicht – sondern ein spannendes post-modernes Gedankenspiel, wie eine Essenz von Jim Jarmuschs Werken, und strengstens durchkomponiert wie ein klassisches Musikstück. In den Strophen bewegt sich der namenlose Held (Isaach de Bankolé) von Ort zu Ort. Er startet an einem französischen Flughafen und reist dann mit dem Zug quer durch Spanien, ohne genau zu wissen, wohin ihn sein Weg führt - bis er am Ende sein Opfer trifft. Und im Refrain wiederholt sich, von kleinen Nuancen, den beteiligten Schauspielern, abgesehen, ein immergleiches Szenario: Der Killer setzt sich in ein Café, bestellt zwei Espressi in zwei einzelnen Tassen, wartet auf einen Boten, der sich versichert, dass er kein Spanisch spreche. Der Killer verneint. Dann kommt es zum Austausch zweier Streichholzschachten. Sobald der Bote gegangen ist zieht der Killer einen kleinen Zettel aus der Schachtel, schaut kurz auf die Informationen, spült den Zettel mit einem Schluck Espresso runter und macht sich auf den Weg.

    Der geheimnisvolle Fremde ist ein Mann mit einer Mission – kühl, präzise, fast stoisch geht er seinen Weg. Diesem Weg, von dem er nicht weiß, wohin er ihn führen wird, stellt er seine absolute Ordnung gegenüber: jeden Morgen Tai Chi, an jedem Ort ein neuer Anzug mit messerscharfen Bügelfalten und zwei einzelne Tassen Espresso. Keine Frage, Isaach de Bankolé ist die brilliante Verkörperung dieses coolen, in sich ruhenden Auftragskillers. Ihm gelingt es, durch minimale, kaum wahrnehmbare Veränderungen seiner Mimik die Geschichte des Films zu erzählen, am Ende sogar ein mildes Lächeln aufzusetzen, dass man kaum sieht, aber zu spüren glaubt.

    Worum es eigentlich geht in „The Limits of Control“? Der Auftragskiller auf dem Weg zu seinem Opfer scheint für Regisseur Jim Jarmusch nur ein Vorwand zu sein – ein Vorwand, um als Boten eine ganze Menge Berühmtheiten und Lieblingsschauspieler von ihm auftreten zu lassen, von Tilda Swinton über Gael Garcia Bernal bis Bill Murray. Ein Vorwand, um einen Film über den Film zu drehen, um lakonisch mit den Konventionen des Film Noir zu spielen und Tilda Swinton über Orson Welles philosophieren zu lassen, als spiele sie in einem französischen Autorenfilm mit. Und ein Vorwand, um selbst ein bisschen über das Leben zu philosophieren, über die menschliche Existenz, über Bohemians, Musik und die Biologie. Und ein Vorwand, um fröhlich Querverweise innerhalb des Films und zu anderen Werken einzustreuen – immer mit einem leicht humorvollen Unterton, als wolle Jarmusch den Zuschauern sagen : „Nehmt mich bloß nicht zu ernst.“

    Man kann diesen Film als selbstdarstellerisch kritisieren – oder man kann sich im Kinosessel zurücklehnen und den geheimnisvollen Fremden auf seiner Reise begleiten und die brillianten Bilder von Kameramann Chris Doyle genießen, als würde man selbst mit im Zug sitzen, der den Killer auf seiner Mission durch Spanien bringt.

    Fazit: Streng durchkomponierte, enigmatische Parabel über die Kunst und das Leben, voller Andeutungen und Querverweise. Ob man das selbstverliebt oder mediativ findet bleibt Geschmackssache. Aber Fakt ist: allein für Hauptdarsteller Isaach de Bankolé und die beeindruckenden Bilder lohnt sich der Weg ins Kino.
  • Skurrile Geschichte in bester Jarmusch-Manier um einen geheimnisvollen Fremden, der nach Spanien reist, um einen nicht ganz legalen Auftrag auszuführen.

    Es ist nicht zu übersehen, Jim Jarmusch lässt sich vom film noir eines Jean-Pierre Melville inspirieren und von den konspirativen Figuren eines Jacques Rivette. Sein namenloser Fremder (Isaach De Bankolé) ist auf einer nicht ganz durchschaubaren Mission und schöpft seine Ruhe und Kraft aus Tai Chi. Bevor er in einem blau irisierenden Maßanzug zu einem Treffen mit seinen Auftraggebern geht, lässt er sich die Schuhe am Automaten putzen, wäscht sich akribisch die Hände, um sich dann am Flughafen in der Lounge von zwei dubiosen Herren mit Sonnenbrillen einen kleinen Koffer und einen Satz Schlüssel geben zu lassen. Hier wird erstmals die Running-Gag-Frage gestellt, ob er spanisch spricht, die sich durch den ganzen Film zieht. Der Geheimnisvolle reist nach Spanien. Was er bezweckt, bleibt im Dunkeln. Immer wieder trifft er Leute, die ihm Botschaften übermitteln, er verschluckt kleine Zettelchen mit Nummern und spült sie mit Espresso runter. Er ist ein Typ, den nichts aus der Balance bringt, außer wenn der Kellner nicht wie bestellt zwei Tassen Espresso bringt, sondern einen doppelten. Der Sinn der Aktionen erschließt sich nicht, der Weg ist das Ziel, auch wenn es am Ende zu einem Showdown mit einem Amerikaner (Bill Murray) im schwer bewachten Bunker kommt.

    Jarmusch setzt auf das Intuitive und Imaginative, nicht auf das Rational-Analytische. Auf dem Trip durch Spanien begegnet er der Blonden (seiner Muse und seinem “Fetisch” Tilda Swinton) mit Cowboyhut, die über Orson Welles’ “Die Lady von Shanghai” parliert, der Japanerin, die sich den Molekülen verschrieben hat, dem Mexikaner, dessen Pickup mit der Inschrift “La vida no vale nada” verziert ist oder der Spanierin, die ihn verführen will. Aber er folgt seinen Prinzipien: Keine Waffen, kein Sex, kein Mobiltelefon während der Arbeit. Zwischendurch besucht der Schweigsame mit den unbeweglichen Gesichtszügen gerne das Museum, um sich jeweils nur auf ein Bild zu konzentrieren. Es geschieht wie in einer Endlosschlaufe so gut wie nichts, er sitzt im Café, im Hotelzimmer, im Flugzeug, manchmal knattern US-Überwachungshubschrauber am Himmel, eine Aneinanderreihung wiederkehrender Dialoge und Variationen von Szenen. Christopher Doyle fängt die Farben Spaniens ein, von den Landschaften bis hin zu feinen Keramikmosaiken, als Kontrast dazu gibt es immer wieder Close-Ups auf Bankolés unbewegtes Gesicht. Gedreht wurde auf 35mm mit entsprechenden Linsen. “Limits of Control”, eine irritierende Reise durch ein experimentelles Labyrinth, ist weniger gefällig und zugänglich als “Broken Flowers”, streift durch philosophische Gefilde und mysteriöse Zusammenhänge, könnte auch ein großer Bluff sein. Die Quintessenz? “Reality is arbitrary”. mk.

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