The Day After Tomorrow (2004)

The Day After Tomorrow Poster
Nicht mehr im Kino.
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  1. Ø 4
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 5

Filmhandlung und Hintergrund

The Day After Tomorrow: Roland Emmerichs Katastrophenfilm über eine Welt, die von Fluten, Stürmen und einer neuen Eiszeit heimgesucht wird.

Weil die Welt jahrelang nicht auf Leute wie den Paläoklimatologen Adrian Hall (Dennis Quaid) und die beständigen Warnungen vor den dramatischen Folgen einer globalen Erwärmung hören wollte, peitschen nun Wetterkatastrophen und die Vorboten einer neuen Eiszeit mit Macht auf die angstschlotternde Menschheit hernieder. Statt wie alle anderen gen Süden zu fliehen, macht sich Hall auf nach New York, um seinen Sohn, den Zehnkämpfer Sam (Jake Gyllenhaal aus “Donnie Darko”), aus dem verschneiten New York zu bergen und, falls möglich, einen Ausweg aus dem Desaster aufzuzeigen.

Wenn die Welt mit Pauken und Effekttrompeten in den Orkus fährt, ist Roland Emmerich selten weit. Nach den Außerirdischen (“Independence Day”) muss diesmal das Wetter für eine Katastrophen-Odyssee mit nett-naiver Familienzusammenführung herhalten.

Nach einem gewaltigen Eisabbruch in der Antarktis bedroht eine meteorologische Kettenreaktion die Erde. Gigantische Sturmtiefs überziehen die nördliche Hemisphäre, schicken Twister nach L.A. und riesige Flutwellen nach New York. Als schließlich Blitzvereisung den Sekundentod bringt, kämpfen die letzten Überlebenden New Yorks um ein bisschen Hoffnung.

Lange prognostiziert, setzen sie plötzlich innerhalb kürzester Zeit weltweit ein, gewaltige Naturereignisse, die eine neue Eiszeit einläuten: Hagelstürme in Tokio, Schneefälle in Indien, Tornados über Los Angeles. Endlich reagiert auch die Regierung und evakuiert alle US-Bürger der südlichen Staaten nach Mexiko, während man mangels Zeit alle anderen dem sicheren Kältetod überlässt. Einzig Klimaforscher Jack Hall kämpft sich durch Blitzeis und Schnee nach Norden, denn sein Sohn sitzt in der New Yorker Bibliothek fest.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • "The Day After Tomorrow" ist ein ultimativer Katastrophenfilm. Wenn in bisherigen Filmen die Menschheit immer lediglich von einer Naturkatastrophe heimgesucht wurde, kommen hier viele Bedrohungen zusammen: die hereinbrechende Eiszeit, gigantische Tornados und die Sintflut. In unglaublichen Bildern der Zerstörungskraft und mit beeindruckenden Spezialeffekten bricht ein Desaster ungeahnten Ausmaßes über die Menschheit herein. Roland Emmerich versteht es dabei wie immer gekonnt, die Fakten mit der Fiktion zu verbinden. So wird anhand von knappen Stichpunkten in kurzen Dialogen und Konferenzen die tatsächliche Funktionsweise des globalen Klimas erklärt und auch die anfangs dargestellten, kleineren Ereignisse sind nicht rein fiktiv. Tote durch Hagel gab es bereits in China, Bilder von verheerenden Stürmen in Florida sind nichts neues und auch an die außergewöhnlichen Fluten der letzten Jahre in Mitteleuropa wird man sich noch bestens erinnern können. Für Emmerich ist es eine Leichtigkeit, diese ersten Anzeichen eines defekten Klimasystems auszubauen und die Zerstörung auf die Spitze zu treiben. Untermalt mit dem passend atmosphärischen, doch etwas charakterlosen Soundtrack von Harald Kloser wird der Zuschauer in ein kraftvolles Spektakel hineingerissen.

    Immer wieder kommt es zu neuen Ausbrüchen der Naturgewalten, welche stets an Intensität zunehmen. In Schottland gefriert das Benzin in den Helikoptern und die Menschen erfrieren am Boden innerhalb von Sekunden. Gigantische Flutwellen ertränken New York, während die Bedrohung durch einen schnell wachsenden Blizzard kontinuierlich steigt. Auf der ISS sehen die Astronauten dem nur fassungslos zu und können gelegentlich mit Bildern und Analysen weiterhelfen. Dass hinter all dem die Story etwas lasch bleibt, ist fast schon selbstverständlich. Bei allen spektakulären Bilder vergisst Emmerich jedoch nicht seine Charaktere - das Menschliche ist in Beziehungen und Unsicherheiten immer wieder präsent, der Zuschauer kann sich nie gänzlich in den Bildern der Zerstörung verlieren.

    Große Bedeutung wird dem Familienkonflikt Halls sowie der Zusammenarbeit des Wissenschaftlers mit Professor Rapson beigemessen. Auch die dezent eingearbeitete Liebesgeschichte zwischen Sam und seiner Freundin Laura (Emmy Rossum) verleiht dem Film etwas Bodenständiges. Sorgfältig gecastet wurde die schauspielerische Besetzung für alle Rollen, es finden sich keine überlebensgroßen Stars, dafür aber ausnahmslos sympathische Talente. Durch die jungen und allesamt für angesehene Preise nominierten Darsteller gewinnt der Film etwas zusätzliche Frische, die andere Actionfilme in Ermangelung qualifizierter Schauspieler oft einbüßen. Doch auch die Schauspieler in "The Day After Tomorrow" können die permanent außergewöhnlich hohe Aufopferungsbereitschaft füreinander kaum logisch begründen, und so entsteht zeitweise der Eindruck, dass es etwas sehr irrational und lebensmüde zugeht. Durch bedrohliche Situationen wird gekonnt immer wieder von neuem nervenaufreibende Spannung erzeugt. Ob nun das Eis unter den Füßen wegbricht, der Partner vor dem Sturz in die Tiefe kaum mehr zu retten ist, oder entflohene Wölfe sich auf einem im verschneiten Manhattan gestrandeten Schiff auf Nahrungssuche begeben - immer wieder ist der Ausgang der Situation unsicher. Genau in diesen Einzelmomenten, in denen eine Nebenperson sterben könnte (und dies manchmal auch tut) fiebern wir gespannt mit.

    Spannend wird auch die Reaktion auf "The Day After Tomorrow" sein. Emmerich stellt einen sehr unsympathischen Vizepräsidenten der USA dar, wagt es jedoch nicht, den Präsidenten selbst direkt anzutasten. Die Staaten werden in ihrer Umweltpolitik kritisiert, während der Vizepräsident kapitalistisch orientiert das fragile System der Natur nur mit dem angeblich noch viel fragilerem System der amerikanischen Wirtschaft vergleichen kann. Erst in letzter Sekunde, als es eigentlich zu spät ist, kommt er zur Einsicht. Er bedankt sich zudem für die bereitwillige Aufnahme amerikanischer Flüchtlinge in den Staaten der Dritten Welt. "The Day After Tomorrow" prangert nicht nur die nachlässige Behandlung des Ökosystems, sondern auch die ungerechte Weltwirtschaft an und ironisiert die missliche Lage der Industriestaaten nach dem Einbruch der Eiszeit. Es entflammt sogar etwas Kritik an den auf Spektakularität ausgelegten Medien. Ein sensationsgeiler Reporter glaubt sich sicher und berichtet um jeden Preis von den Tornados in Los Angeles - bis er von einem herumfliegenden Werbeschild mitgerissen wird. Natürlich kommt die Behandlung dieser Themen im Film relativ kurz, weil er in erster Linie ja als Sommer-Popcorn-Movie unterhalten soll. Auch ist das von der Natur gezeichnete Bild etwas fragwürdig, da sie hier als ein einziges Element der Zerstörung und der Bedrohung dargestellt wird. Die beiläufig vermittelte Botschaft ist ein positiver Nebeneffekt, welcher die brisanten Themen immerhin unterschwellig ins Bewusstsein ruft. Ein hauptsächliches Ziel ist dies natürlich nicht, sonst hätte Emmerich die auf Spezialeffekte verwendeten, endlosen Millionen von Dollars auch Greenpeace oder Amnesty spenden können und damit einen noch wirksameren Effekt erzielt. Stattdessen bekommt der Zuschauer einen unvergleichlichen Augenschmaus an beeindruckenden Bildern zu sehen und verbleibt in der Hoffnung, dies hoffentlich niemals Live miterleben zu dürfen.

    Fazit: Mitreißende Spezialeffekte in atemberaubenden Landschaften sowie gnadenlose Spannung gemischt mit dem Hauch einer Message machen aus "The Day After Tomorrow" ein sehenswertes Actionspektakel sowie ein herausragendes Meisterwerk seines Genres.
  • Dass das Wetter eine Katastrophe ist, ist eine allgemeingültige Empfindung jenseits von Fiji Island. Wenn aber die nächste Klimalaune nicht gerade auf ein Wochenende fällt, bleibt man gelassen. Das genau ist aber das Problem, denn die kleinen Symptome sind Vorboten einer großen Krankheit. Wohin Ignoranz führen kann, zeigt Roland Emmerich, der als cleverer Trendseismologe erneut ein Thema spektakulär aufgreift, das wirklich in der Luft liegt. Was wäre, wenn das Klima nicht in Jahrhunderten, sondern in Tagen kippt? Dann tanzen Tornados auf dem Sunset Boulevard, überspült eine Flutwelle New York, erobert die Eiszeit den Planeten zurück. Die menschliche Sensationslust giert nach solchen Tableaus der Zerstörung und wird von Emmerich auch befriedigt. Millionen werden also dem Ruf ihrer Neugier folgen, auch wenn keiner erfahren wird, was nun übermorgen wirklich mit der Welt geschieht.

    Wie bei allen Emmerich-Projekten seit “Independence Day” kennt die Erwartungshaltung dank massiver Marketingkampagnen keine Grenzen, das Budget aber schon. Deshalb beschränkt sich teures Desaster auf Minutenauftritte, herrscht eindrucksvoll, aber eingeschränkt Chaos im digital unterstützten Modelparadies, das keiner in Hollywood ökonomischer zerstören kann als der Mann aus Schwaben. In der ersten Stunde zeigt sich das Spektakel von seiner besten Seite, sorgt ein gewaltiger Eisabbruch in der Antarktis für die Abkühlung nordatlantischer Meeresströmungen und in der Folge für monströse Sturmtiefs, die den Planeten überziehen. Davon allerdings liefert “The Day After Tomorrow” nur geschickt dosierte Ausschnitte. Der Hagel in Tokio beschränkt sich auf eine 200-Quadratmeter-Katastrophe, deutlich in den Schatten gestellt von der Twister-Show in Los Angeles, in der sich die Himmelsschläuche flächendeckend für ein paar coole Momente austoben.

    Die echten Moneyshots reserviert der Film für New York. Hier wird die Feuerwalze aus “Independence Day”, die sich durch die Straßen in Richtung Kamera frisst, von einer gewaltigen Wasserwand ersetzt, die alles Leben ertränkt, das nicht schnell genug Höhe erreicht. In einer Bibliothek finden einige Überlebende Zuflucht, darunter ein Obdachloser mit nützlichen Survival-Tips, vor allem aber Sam (Jake Gyllenhaal), der Sohn des Klimaexperten Hall (Dennis Quaid), der den amerikanischen Vizepräsidenten vergeblich vor der nur Tage entfernten globalen Eiszeit warnt.

    Die Rettung von Sam ist dem Film sichtbar wichtiger als die Rettung des Planeten, die vom Zuschauer erwartet, aber vom Drehbuch nicht angeboten wird. So drückt sich der Film mit einer temporären Bedrohung und der Aussicht auf Stabilisierung etwas vor seiner dramaturgischen Verantwortung, macht auch die beschwerliche Odyssee des besorgten Vaters in das pittoresk vereiste New York nicht zwingend, weil Quaid, einmal angekommen, dort tatsächlich niemand zu retten braucht. Mit einer Reihe kleinerer menschlicher Dramen wird für Ablenkung von den großen Fragen gesorgt. So kämpft Quaid mit brüchigem Glas und drohendem Absturz, Gyllenhaal mit der Blutvergiftung seiner Freundin und in einer spannenden, doch zu kurzen Sequenz mit hungrigen Wölfen, die ihm in einem vereisten Tanker mitten in New York den Zugang zum Medizinschrank verwehren.

    Der Humor des Films ist im Unterschied zu “Independence Day” besser dosiert und zeigt in der ironischen Verkehrung Mexikos zum rettenden Flüchtlingsparadies einmal wirklich Größe. Das auch für den Film insgesamt und durchgehend zu erwarten, wäre als Anspruch zu hoch. Zwei Stunden kann man sich hier auf gutem Niveau unterhalten, aber die Welt verändern wird Emmerichs Katastrophenfilm, der zu den Besten seines Genres zählt, nicht. Auch wenn das vielleicht das Marketing versprochen hat. kob.

Darsteller und Crew

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