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The Cut (2014)

The Cut Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (3)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (3)
  1. Ø 3.3

Filmhandlung und Hintergrund

The Cut: Dramatisches Epos um einen Überlebenden des Völkermord an den Armeniern und seiner abenteuerlichen, Kontinente umspannenden Suche nach seinen Töchtern.

Im Jahr 1915 lebt der Armenier Nazaret Manoogian (Tahar Rahim), ein einfacher Schmied und ein herzlicher Familienmensch, zusammen mit seiner Frau Rakel (Hindi Zahra) und seinen Zwillingstöchtern Arsinée (Zein Fakhoury) und Lucinée (Dina Fakhoury) in dem kleinen Örtchen Mardin im türkischen Teil von Mesopotamien. Eines Nachts stehen türkische Truppen vor seiner Haustür und zwingen Nazaret und seinen Schwager Hrant (Akin Gazi) vor die Tür zu kommen. Zusammen mit allen anderen armenischen und christlichen Männern werden sie ins Stadtzentrum getrieben, wo sie für Zwangsarbeiten in der Wüste eingeteilt werden. Dabei müssen sie mitansehen, wie ihre  Frauen und Kinder aus der Stadt gezerrt und von den Soldaten vergewaltigt und ermordet werden. Nachdem die Arbeiten abgeschlossen sind, erfolgt der Schießbefehl auch für die Männer, es sei denn, sie schwören von ihrem Glauben ab und bekennen sich freiwillig zum Islam. Obwohl sie damit vor den anderen Männern als Verräter dastehen, entgehen einige der Gefangenen so dem Massenmord. Die verbleibenden Männer – darunter auch Nazaret und Hrant – werden in ein Tal geführt, wo sie exekutiert werden sollen. Sein Schwager stirbt, doch durch einen glücklichen Zufall und Hilfe von unerwarteter Seite, bleibt Nazaret am Leben: Der Soldat, ein Türke namens Mehmet (Bartu Küçükçağlayan), bringt es nicht fertig, ihm die Kehle aufzuschneiden und verhilft ihm zur Flucht. Gemeinsam kämpfen sie sich durch die unbarmherzige Wüste und treffen auf eine Gruppe von Deserteuren, denen sie sich anschließen. Als Nazaret in Erfahrung bringt, dass seine beiden Töchter noch am Leben sein könnten, macht er sich sofort auf die beschwerliche Suche, die ihn schließlich bis an die mesopotamische Küste führt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Völkermord an den Armeniern im Jahr 1915 ist ein bis heute wenig bekanntes und in der Türkei immer noch tabuisiertes Kapitel aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Der deutsch-türkische Regisseur Fatih Akin holt es nun mit seinem epischen Drama "The Cut" ins öffentliche Bewusstsein. Die Odyssee eines Überlebenden, der seine Töchter sucht, ist der letzte Teil seiner Trilogie "Liebe, Tod und Teufel", zu der auch die Filme "Gegen die Wand" von 2004 und "Auf der anderen Seite" von 2007 gehören. Akins Drehbuch wurde von dem amerikanischen Armenier Mardik Martin überarbeitet, dem Co-Autor der Martin-Scorsese-Filme "Mean Streets" und "Wie ein wilder Stier".

    In der poetisch verdichteten Geschichte des armenischen Schmieds Nazaret fragt Akin nach dem Wesen des Bösen und setzt ihm die selbstlose Courage Einzelner entgegen. "The Cut" ist außerdem eine Hommage an die Ausdruckskraft des Kinos. Traumatisierte Flüchtlinge sehen in Aleppo Charlie Chaplins "The Kid" und können wieder lachen. Die universale Sprache der Bilder wird auch dadurch gestärkt, dass Nazaret seine Stimme verliert. Als Heimatloser ist er auf das Wohlwollen Fremder angewiesen. Einmal fragt ihn in der Wüste ein Mann, ob er Armenier sei. Nazaret reagiert nicht: Woher weiß er, welchen Preis er für die Antwort zahlen muss? Tahar Rahim macht Nazaret zur Identifikationsfigur, gerade indem er ihm auch seine Geheimnisse lässt.

    Die Grauen des Genozids streift der Film in wenigen, aber drastischen Szenen. Eine spielt im Todeslager Ras al-Ayn, einem Kulissenort, der die Wirklichkeit schon fast abgestreift hat. Lange geht es dann aber um das Versprengtwerden der Lebenden über die halbe Welt. Ein schönes Bild für diesen Zustand der Ungewissheit entsteht, wenn Nazaret auf einem schmalen Holzsteg zum Boot geht, das ihn von Kuba nach Florida bringen soll. Geleitet wird er oft, wie auch die Zuschauer, von der Musik. Mit Logik hat es nichts zu tun, dass seine Suche ausgerechnet in North Dakota endet. Wo Flüchtlinge bleiben, ist eben oft purer Zufall, aber der intensive Film legt auch die Wucht einer so prosaischen Erfahrung frei.

    Fazit: In Fatih Akins "The Cut" gerät die Odyssee eines Überlebenden des Völkermords an den Armeniern zum bewegenden Beispiel für die nonverbale Ausdruckskraft des Kinos.
  • Passend zum Titel ist Protagonist Nazaret (Tahar Rahim) ein Schmied, der in der Eingangssequenz einem Kunden eine Schere verkauft. Wenig später werden er und andere armenische Männer, die zum Straßenbau gezwungen wurden, abgeführt und ihnen werden die Kehlen durchgeschnitten. Doch Nazaret überlebt, kann aber wie etwa “Il grande silencio” nicht mehr sprechen. Western, aber auch große Abenteuer-Epen von Regisseuren wie Sergio Leone und David Lean, Filme von Martin Scorsese, dessen aus Armenien stammender Koautor Mardik Martin auch am Drehbuch mitwirkte, gehören zu den Vorbildern für Fatih Akins bis dato aufwändigste Arbeit. Denn der in den 1910er bis 1920er Jahren angesiedelte Film ist nicht nur ein Historiendrama, sondern erzählt auch zum großen Teil von einer Reise, die über Aleppo, wo Nazaret eine Zeit lang Zuflucht findet, über Havanna bis in den Norden der USA führt. Dort sucht Nazaret seine Töchter. Hintergründe zum Massaker vertieft “The Cut” nicht, auch wenn etliche Details historisch verbrieft sind.

    Darum geht es auch nicht, Akin hat vielmehr großes Kino im Auge. Die Kamera von Rainer Klausmann fängt starke Cinemascope-Bilder ein von weiten, kargen, in der Hitze glühenden Berglandschaften, durch die sich der Protagonist kämpft, zeigt urige Gassen in Havanna, aber auch das postapokalyptische Szenario sterbender und bereits toter armenischer Familien in einem Zeltlager. Alexander Hackes Score ist ebenfalls entsprechend groß angelegt, nutzt aber auch ein einfaches Schlaflied, von Nazarets Frau am Anfang gesungen, als emotionales Leitmotiv. Der Film will das Publikum emotional packen und ihn nicht intellektuell überzeugen. Inwieweit das gelingt, hängt vom einzelnen Zuschauer ab. Dem hohen Anspruch wird Akins “The Cut” nicht immer gerecht. Bei all den Stationen und Begegnungen mit hilfsbereiten und hassenswerten Figuren bleibt kein Raum für Vertiefung von Themen und Charakteren.

    Unter anderem Simon Abkarian in einer größeren Rolle als treuer Freund von Nazaret füllt seine Rolle mit viel Leben in einem internationalen Ensemble, zu dem auch der regelmäßige Akin-Mitstreiter Moritz Bleibtreu und Trine Dyrholm in Kurzauftritten gehören. Rahim, der in “Ein Prophet” mit Charisma und Nuancen beeindruckte, kann seine dort gezeigte Leistung leider nicht abrufen. Akin, der “The Cut” in seine selbst deklarierte “Liebe, Tod und Teufel”-Trilogie einreiht, zu der “Gegen die Wand” und “Auf der anderen Seite” gehören, thematisiert in “The Cut” den Teufel, das Böse im Menschen, und zeigt auch die Gräueltaten direkt, lässt aber die Menschlichkeit gewinnen. Das und der Mut, ein Epos wie dieses und zu einem aggressiv diskutierten bzw. verdrängten Thema in Angriff zu nehmen, sollten gewürdigt werden. hai.
  • Regisseur Fatih Akin, in Hamburg geborener Türke bringt seit 1998 seine Filme ins Kino. Seine Trilogie „Liebe, Tod und Teufel“ mit „Gegen die Wand“ und „Auf der anderen Seite“, findet jetzt den Abschluß mit dem Teufel, „The Cut“, seine Vollendung. Mit dem geschichtlichen Aufhänger des Völkermordes der Türken an die Armenier (1915) wird die Odyssee von Nazaret Manoogian auf der Suche nach seinen Töchtern erzählt.
    Nazaret (Tahar Rahim), lebt als Schmied mit seiner Frau Rakel und den Zwillingstöchtern Arsinee und Lucinee in Mesopotamien. Während des Ersten Weltkrieges im Jahre 1915 dreht sich der politische Wind im Osmanischen Reich. Die Minderheit der Armenier werden von den Türken plötzlich als Feinde angesehen und verfolgt.
    Nazaret wird mit anderen Männern aus seinem Dorf von den Türken zum Straßenbau gezwungen und anschließend wird allen Beteiligten die Kehle durchgeschnitten. Nazaret überlebt, aber er ist durch seine Verletzung der Stimmbänder taub. Er kehrt in sein Dorf zurück und erfährt das seine Kinder überlebt haben.
    Nach Ende des Krieges macht er sich auf den Weg seine Zwillinge wiederzufinden. In Waisenhäusern und Bordellen führt in seine Suche. 1922 wird er im Libanon fündig. Die Leiterin eines Waisenhauses zeigt ihm Bilder von Kindern. Auf einem davon entdeckt er seine Töchter. Die beiden jungen Frauen sind in Kuba gelandet und verheiratet. Dort erfährt er aber, das die Heiratspläne gescheitert sind und beide inzwischen in Minneapolis als Näherinnen arbeiten.
    Aber diese Spur ist kalt. Als er ankommt erklärt ihm der Fabrikant, dass seine Töchter vor einem halben Jahr gegangen sind. Ziel unbekannt. Doch er gibt nicht auf. Wird es ihm gelingen sie doch noch wieder zu finden?
    Das ist wohl der aufwendigste Film von Akin, aber bestimmt nicht sein Bester. Eine Mischung von Historiendrama und Western. Eine Odyssee von Aleppo über Kuba bis in Weiten von Dakota. Starke Cinemascopebilder und ein passender Score, können aber nicht über die schwache Inszenierung hinwegtäuschen. Insgesamt ist der Film zu lang geraten.
    139 Minuten – kein politischer, sondern ein Abenteuerfilm.
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