Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street (2007)

Originaltitel: Sweeney Todd - The Demon Barber of Fleet Street
Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street: Tim Burtons makaber-düstere Verfilmung von Stephen Sondheims Musical über den mörderischen Barbier von London.

Obschon unschuldig, warf Richter Turpin (Alan Rickman) mit Hilfe des verschlagenen Anthonay Hope (Jamie Bower) Sweeney Todd aka Benjamin Barker (Johnny Depp) ins Gefängnis. Seitdem schwor Todd Rache für seine brutale Strafe und das grausame Schicksal seiner Frau und Tochter Joanna (Jayne Wisener). Nun kehrt er nach London zurück, eröffnet einen dämonischen Frisiersalon und tötet mit Hilfe von Mrs. Lovett (Helena Bonham Carter) all jene, die ihm Schaden zufügten.

Als legendäres Theatermusical schrieb “Sweeney Todd” bereits Geschichte und mit der famosen Musik von Stephen Sondheim versehen, schickt sich Kultregisseur Tim Burton (“Big Fish”) an, den Erfolg des dämonischen Barbiers in der Fleet Street mit Stil und Starpower zu wiederholen.

Als gebrochener Mann kehrt Benjamin Barker, der von dem lüsternen Richter Turpin unschuldig zu 15-jähriger Haft verdonnert wurde, unter dem Namen Sweeney Todd nach London zurück. Er erfährt, dass seine Frau sich nach ihrer Vergewaltigung durch Turpin vergiftet hat und seine Tochter Johanna von ihm unter Verschluss gehalten wird. Todd will Rache und übt seine Messerkünste als Herrenfriseur erst einmal an Unbeteiligten, die von der umtriebigen Bäckerin Mrs. Lovett zu köstlichem Fleischauflauf verwurstet werden.

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Kritikerrezensionen

  • Tim Burton erfindet sich in jedem seiner Filme neu. Seine Handschrift ist dabei jedoch so einzigartig, dass man sie auch dieses Mal nach nur wenigen Filmsekunden erkennt, ohne gleichartiges je gesehen zu haben. Das betrifft vor allem auch die unglaubliche visuelle Ästhetik des Films. Die Handlung spielt in einem hoffnungslos-düsteren London, einem bodenlosen Abgrund, hasserfüllt, romantisch, blutig und zärtlich zugleich.

    Das gleichermaßen morbide wie tragische Broadway-Musical von Stephen Sondheim scheint für eine Verfilmung durch Tim Burton wie geschaffen zu sein. Dabei ist es wohl die bislang düsterste Geschichte, die dieser bislang in Szene setzte. Denn dem Zuschauer wird jeder Hoffnungsschimmer auf bleibendes Glück spätestens dann genommen, wenn Barkers Tochter Johanna ihrem naiv-jugendlichen Liebhaber deutlich macht, dass einmal heraufgezogene Schatten niemals wieder verschwinden werden. Und die Schatten, die sich über die Protagonisten dieses Schauermärchens legen, sind undurchdringlich.

    Dass sich Burton dafür entschied, nicht mit ausgebildeten Sängern zu arbeiten, sondern durch Johnny Depp und Helena Bonham Carter auf seine gewohnte Besetzung zurückzugreifen, lässt sich leicht nachvollziehen, wenn man eben diese Darsteller das erste Mal singend erlebt. Zu einem schmerzerfüllten und verbitterten Helden hätte in der Tat keine klar modulierte Stimme gepasst. Und so spiegelt gerade die laienhaft gebrochene, monotone Stimme Johnny Depps den seelischen Zustand seiner Rolle passend wider.

    Ähnlich klingt das bei der vom Leben enttäuschten Mrs. Lovett, deren sehnsüchtige Liebe an Mr. Todd abprallt wie an einer Mauer aus Eis. Doch anstatt zu verzweifeln wählt Mrs. Lovett den Weg ausgeprägter Coolness und so darf sie auch die mit Abstand unterhaltsamsten Dialogzeilen zum Besten geben. Erwähnung finden muss an dieser Stelle selbstverständlich auch Richter Turpin, der mit Alan Rickman idealbesetzt wurde. Mit verführerischer Arroganz mimt er Sweeneys Gegenspieler. Dass die Grenzen von Gut und Böse angesichts eines solchen Figurenensembles aufweichen macht diese Auseinandersetzung besonders interessant.

    Neben all der Tragik sollte man selbstverständlich die Komik nicht aus den Augen verlieren. Denn auch hiervon gibt es reichlich. Es handelt sich hierbei um Humor der schwärzesten Art, der – mal derb mal feinfühlig – den Film überaus kurzweilig macht. Dass es sich hier um ein Musical handelt, dessen Gesangsstücke die gesprochenen Dialoge bei weitem überwiegen, dürfte für viele Zuschauer zumindest anfänglich ungewohnt sein. Doch da man sich einen Film von Tim Burton ohne weites immer und immer wieder anschauen kann, wird man sich auch daran schnell gewöhnt haben.

    Fazit: Ein blutiges und düsteres Musical-Märchen, von Tim Burton meisterhaft in Szene gesetzt.
  • Kultregisseur Tim Burton und sein Dauerstar Johnny Depp drücken Stephen Sondheims ohnehin bizarrem Broadway-Musical ihren gewohnt exzentrischen Stempel auf.

    Gewissermaßen schließt die mittlerweile sechste Zusammenarbeit des langjährigen Gespanns Burton/Depp mit dem makabren Mördermusical einen kreativen Kreis. Die zarte Seele von “Edward mit den Scherenhänden” ist zum diabolischen Barbier “Sweeney Todd” herangereift, der seine gewetzten (Rasier)Messer nicht zum kunstvollen Heckenschnitt, sondern vorrangig zum Kehlendurchtrennen seiner ahnungslosen Klienten nutzt. Nach einer komprimierenden Drehbuchadaption von John Logan (“Aviator”, “Gladiator”) wurde Stephen Sondheims Original von drei auf zwei Stunden gestutzt, indem unter anderem etliche der Gesangsnummern entweder gekürzt oder ganz gestrichen wurden. Mit dem zynischen Song “No Place Like London” beweist sich Depp sogleich beim Auftakt als durchaus kompetenter Sänger. Etwaige Limitierungen seiner Stimme kaschiert er mit der schieren Gefühlswucht, mit der er seine tragische, von Rache getriebene Figur versieht. Als Benjamin Barker erinnert er sich an seine ungerechtfertigte Verurteilung zu 15-jähriger Haft durch den lüsternen Richter Turpin (Alan Rickman makellos als moralisch marode Machtfigur). Als gebrochener Mann kehrt er, sich nun Sweeney Todd nennend, zurück und erfährt von seiner ehemaligen Vermieterin Mrs. Lovett (Burtons Lebensgefährtin Helena Bonham Carter im Goth-Ikonen-Look), dass seine Frau sich nach ihrer Vergewaltigung durch Turpin vergiftet hat und seine junge Tochter Johanna (Jayne Wisener als lebendiges Porzellanpüppchen) von dem Lustmolch unter Verschluss gehalten wird. Todd greift nun sein altes Handwerk als Herrenfriseur auf, hat dabei allerdings nur Rache im Sinn. Bevor er Turpin und dessen wieseligen Assistenten an die Gurgel gehen kann, übt er seine Messerkünste an etlichen Unbeteiligten (wie “Borat” Sacha Cohen Baron). Diese werden von der umtriebigen Bäckerin Mrs. Lovett zu köstlichem Fleischauflauf verwurstet und mit blendendem Absatz unters Volk gebracht. Parallel findet sich für Johanna ein junger Verehrer, der sie aus Turpins Klauen befreien will.

    Das gesellschaftssatirische Horrormusical dezent dissonanten Tonfalls schwelgt in gedeckter Farbpalette von schmutziggrau, schwarz und dreckiggrün, womit Produktionsdesigner Dante Ferretti eine düster Dickenssche Version Londons im 19. Jahrhundert kreiert. Im Kontrast dazu hebt Burton im Slasherrausch das ausgiebig spritzende Blut mit phosphorisierender Intensität hervor, womit gleichzeitig die surreale Stimmung der Moralfabel unterstrichen wird. Dies geschieht auch bei Mrs. Lovetts romantischer Traumsequenz zum “Song By The Sea” (Carters Gesangsstunden haben sich ebenfalls bezahlt gemacht), die eine idyllisches Illusion voll warmer Farbenfröhlichkeit heraufbeschwört. Doch umgehend wird der ansonsten konsequente Pessimismus des mit grimmigem Humors durchsetzten Schattenspiels wieder aufgegriffen. Visuell perfekt reflektiert sich der seelische Zerfall des Protagonisten in den an Vermoderung und Verwesung erinnernden Bildern von Kameraleiter Darius Wolski wieder, die in einer blutigen Schlussszene von grotesker Schönheit gipfeln. Fürwahr ein teuflisches Vergnügen für Freunde unkonventioneller Unterhaltung. ara.

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