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Storm und der verbotene Brief (2017)

Originaltitel: Storm: Letters van Vuur
Storm und der verbotene Brief Poster
Userwertung (2)
  1. Ø 4.5
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 0

Filmhandlung und Hintergrund

Antwerpen, 1521: Storm (Davy Gomez) ist zwölf Jahre alt und lebt mit seinem Vater Klaas Voeten (Yorick van Wageningen), der Buchdrucker ist und von seinem Beruf profitieren will, um die Lehren Martin Luthers zu verbreiten. Wir schreiben die ersten Jahre der Reformation und das neue Gedankengut ist der herrschenden katholischen Kirche mehr als ein Dorn im Auge. Anhänger Martin Luthers werden als Ketzer verfolgt und so geschieht es denn auch mit Klaas, als ein Brief Martin Luthers seine Buchdruckerei verlässt und der Inquisition in die Hände fällt. Storm und das Waisenmädchen Marieke (Juna de Leeuw) müssen Klaas helfen, wenn Storm nicht auch noch zum Waisen werden will. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bevor es zu spät ist und Klaas hingerichtet wird.

Hintergründe

Mit diesem Film vereint Regisseur Dennis Bots Jugendfilm und Historiendrama, wie er es bereits in den beiden Werken “Geheimcode M.” (2015)  und “Das große Geheimnis” (2014) tat. Das Erscheinungsjahr dieses Kinofilms ist in Abstimmung mit dem 500. Jubiläum von Luthers Thesenanschlag gewählt und bettet die historische Begebenheit in eine spannende fiktionale Geschichte, die auch einem jungen Publikum zugänglich ist.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Wir schreiben das Jahr 1521. Der 12-jährige Storm lebt mit seiner Familie in Antwerpen. Seine Mutter ist eine gottesfürchtige Frau, die auf die Aussagen der katholischen Kirche und die Einhaltung ihrer Regeln großen Wert legt. Doch Storms Vater Klaas, ein Drucker, zweifelt an deren absoluten Herrschaft und ist beeindruckt von den Aussagen Martin Luthers, der die Kirche stürzen und reformieren möchte. Und so druckt Klaas heimlich einen Brief von Luther, auch wenn ihm bewusst ist, dass er sich dadurch in große Gefahr begibt. Denn der neu in die Stadt gekommene Inquisitor verfolgt alle Ketzer und Abtrünnigen, verhört und foltert sie und lässt verbotene Schriften und Bücher verbrennen. Als auch Klaas in die Hände des Inquisitors gerät, kann dieser seine Arbeit nicht mehr vollenden. Doch Storm geht noch einmal in die Druckerei und flieht mit der Druckplatte des Briefes in die unterirdischen Katakomben der Stadt. Dort begegnet er dem tapferen Waisenmädchen Marieke. Zusammen versuchen sie, Storms Vater vor dem Scheiterhaufen zu bewahren. Doch die Zeit ist knapp. Denn der Inquisitor ist den beiden immer auf der Spur. Schon von der ersten Minute an zieht der niederländische Abenteuerfilm STORM UND DER VERBOTENE BRIEF seine Zuschauer in den Bann. Die Geschichte ist spannend erzählt, die Ausstattung und das mittelalterliche Setting lassen das Mittelalter lebendig werden und die Musik treibt die Handlung dynamisch an. Die Haupt- und Nebenfiguren sind gut gewählt und werden überzeugend von den Darstellern verkörpert. Storm und Marieke sind als junge Helden die perfekten Identifikationsfiguren für die Zielgruppe. Storm ist tapfer, mutig und dazu klug - er verlässt sich nicht auf das, was seine Eltern ihm sagen, möchte sich eine eigene Meinung bilden und steht für das ein, woran er glaubt. Und Marieke ist ihm nicht nur ebenbürtig, sondern schafft es oft durch ihren großen Mut und ihre selbst erlernten Fähigkeiten, Storm aus vielen brenzligen Situationen zu befreien. Die Kamera von Rolf Dekens liefert tolle dynamische Bilder, vor allem die Aufnahmen in den unterirdischen Gängen und den kleinen engen Gassen lassen den Zuschauer zu einem Teil des Abenteuers werden. Doch STORM UND DER VERBOTENE BRIEF ist auch lehrreiche Unterhaltung, denn ein so wichtiges Thema wie die Reformation wird ganz zielgruppengerecht und auf anschauliche Weise vermittelt. Dennis Bots' STORM UND DER VERBOTENE BRIEF ist ein mitreißendes Abenteuer, das mit seiner spannenden Geschichte und seinen großartigen Bildern nicht nur das junge Publikum begeistern wird.

    Jurybegründung:

    Kann ein Film für Kinder und Jugendliche, der im 16. Jahrhundert spielt, in dem Martin Luther einen Kurzauftritt hat und der von den Glaubenskämpfen zwischen seinen Sympathisanten und der katholischen Kirche handelt, funktionieren? Es ist eine der Überraschungen von STORM UND DER VERBOTENE BRIEF, wie spannend der Regisseur Dennis Bots hier erzählt, und wie geschickt er seine beiden jungen Protagonisten mit Stärken, Befindlichkeiten und Problemen ausstattet, mit denen das Zielpublikum sich sofort identifizieren kann. Der Titelheld ist ein 12-Jähriger, der bereits im Betrieb seines Vaters mitarbeitet. Aber dem Drucker ist nichts von dem, was sein Sohn macht, gut genug. Und das Waisenmädchen Marieke, das Storm zur Hilfe kommt und gefährliche Abenteuer mit ihm gemeinsam besteht, ist eine steinschleudernde Kämpferin mit viel Girlpower. In der Druckerin von Storms Vater soll ein in die Stadt Antwerpen eingeschmuggelter Brief von Martin Luther gedruckt werden, doch die Schergen des Inquisitoren stürmen die Druckerei und nehmen den Vater gefangen. Storm kann mit der Druckplatte des Briefes fliehen und versucht zusammen mit Marieke den Brief unters Volk zu bringen, um so seinen Vater zu befreien. Doch die Verfolger sind ihnen ständig nah an den Fersen und so gibt es einige spannend inszenierte Verfolgungsjagden durch die Gassen und die Katakomben der mittelalterlichen Stadt. Als Kontrast zu diesen Abenteuerszenen nimmt Bolt sich Zeit dafür, zu zeigen, wie in jener Zeit Bücher gedruckt werden und welche Macht das gedruckte Wort damals haben konnte. Er zeigt, wie die Menschen lebten, was sie aßen und wie sie sich kleideten. Er zeigt den Schmutz und das Elend der Armen auf den Straßen und macht deutlich, worin der Gegensatz zwischen dem alten katholischen Dogma und Luthers neuen Ideen bestand. Dazu bringt er außerdem den Konflikt in Storms Familie ein, denn während sein Vater ein fortschrittlicher Denker ist, glaubt die Mutter als fromme Christin daran, dass man sich mit einem Ablass von Sünden freikaufen kann. All das wird hier kindgerecht, aber nie zu vereinfachend vermittelt. Die Filmemacher vertrauen darauf, dass Kinder und Jugendliche mitdenken werden und dem Film neugierig in diese für sie neue und fremde Welt folgen werden. Und bei dieser Vermittlung macht er alles richtig. Die Dialoge sind nicht zu modern, aber auch nicht zu antiquiert. Viel Sorgfalt und Liebe zum Detail sind in die Ausstattung geflossen (nur bei ein paar computergenerierten Totalen bemerkt man das geringe Budget) und die Kostüme sind nicht (wie oft bei historischen Filmen) zu neu und zu sauber, sondern wirken, als hätten die Figuren sie tatsächlich schon eine Zeitlang getragen. Die Macher von STORM UND DER VERBOTENE BRIEF wussten genau, in welchem Umfang sie ihr junges Publikum fordern können, wie sie bei ihm Interesse für ein schwieriges Thema wecken und so gelang es ihnen, eine aufregende Geschichte über diese aufregende Zeit zu erzählen.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Darsteller und Crew

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