Stille Liebe (2001)

Stille Liebe Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Stille Liebe: Die gehörlose Nonne Antonia verliebt sich in den ebenfalls gehörlosen Mikas, ohne zu wissen, dass dieser als Taschendieb "arbeitet".

Die gehörlose Antonia wuchs als Waisenkind in der Obhut von Klosterschwestern auf und wurde dadurch fast selbstverständlich als Erwachsene selbst zur Nonne. Eines Tages trifft sie zufällig im Zug in die Stadt den jungen Mikas, der ebenso taub ist. Mit Gebärdensprache kommt man sich näher, aus anfänglichem Interesse wird handfeste Liebe. Antonia beschließt, dem Kloster ade zu sagen – ohne zu ahnen, dass ihr neuer Freund nicht nur ein großer Hallodri, sondern obendrein ein professioneller Dieb ist.

Die gehörlose Französin Emmanuelle Laborit, bekannt aus “Jenseits der Stille”, überzeugt auf ganzer Linie in einer orginellen Liebesgeschichte vom Schweizer Regiedebütanten Christoph Schaub.

Die gehörlose Nonne Antonia fährt täglich mit dem Zug vom Kloster in die Stadt zu ihrer Arbeit in einem Obdachlosenheim. Dabei trifft sie auf den ebenfalls gehörlosen Mikas. Die beiden verlieben sich, wobei Mikas verheimlicht, dass er seinen Lebensunterhalt als Taschendieb verdient. Bis er erwischt wird und bei der Flucht ums Leben kommt. Antonia beschließt, ein neues Leben zu beginnen und reist nach Washington DC.

Von den Eltern bereits in ihrer Kindheit zur Erziehung in ein Kloster weggegeben, entscheidet sich die gehörlose Antonia als Erwachsene für ein Dasein als Nonne. Als sie erstmals den Schutz der Ordensgemeinschaft hinter sich lässt, um in einem Züricher Obdachlosenheim zu arbeiten, wirft sie das völlig aus der Bahn. Denn im Kontakt mit dem litauischen Taschendieb Mikas lernt sie das wahre Leben – und die Liebe – kennen. Als sie einen Rückschlag erhält und Mikas stirbt, lässt Antonia die Vergangenheit hinter sich und geht ihren eigenen Weg.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Schweizer Christoph Schaub traut sich was: In “Stille Liebe” verlieben sich nicht nur eine Nonne und ein Taschendieb ineinander, die beiden sind auch noch gehörlos. Nicht nur auf der Leinwand, sondern auch im richtigen Leben. Es wurde tatsächlich am Set “mit den Händen gearbeitet”, was dem Resultat eine zusätzliche Authentizität verleiht.

    Im 18. Jahrhundert entdeckt der Geistliche Abbé de l’Epée in den Straßen von Paris, wie sich Taube mit Gesten und Gebärden verständigten, ein Jahrhundert später gab es in den USA ein National College für Gehörlose, Grundstein für die erste Universität, die noch heute unter dem Namen Gallaudet University firmiert. Regisseur Christop Schaub wollte keine der üblichen Liebesgeschichten servieren, sondern eine mit der Gebärdensprache “als eine visuelle Sprache im Raum”, gleichwertig der oralen Sprache. Und es gelingt ihm, den Zuschauer so weit zu bringen, dass er nach einiger Zeit vergisst, dass man die Kommunikation nicht “hört”, sondern sieht (und liest in den Untertiteln).

    Antonia wurde als Kind wegen ihres körperlichen “Defizits”

    von Nonnen im ländlichen Kloster aufgezogen, so ist es fast selbstverständlich, dass sie sich später für den Eintritt in den Orden entscheidet. Als die junge Nonne erstmals außerhalb der Gemeinschaft in einem Zürcher Obdachlosenheim arbeitet, tastet sie sich langsam in diese ihr fremden Welt vor und setzt sich durch. Sie begegnet dem ebenfalls gehörlosen Litauer Mikas, einem durchtriebenen Taschendieb mit Herz und findet in ihm einen Freund, der sie bei ihren ersten Schritten zur Selbständigkeit außerhalb der Klostermauern unterstützt. So fährt sie gegen den Willen der Ordensschwestern nach Luzern zur Aufführung eines amerikanischen Gehörlosentheaters und verliebt sich gar in den charmanten Hallodri. Gemeinsam planen sie ein neues Leben – fern von religiöser Autorität und Pflicht. Doch die Vergangenheit holt Mikas ein, bei der Flucht vor der Polizei ertrinkt der Nichtschwimmer im Fluss. Antonia gibt nicht auf und reist nach Washington, um an der Gehörlosenuniversität Gallaudet zu studieren.

    Ein Glückstreffer sind die Hauptdarsteller, die Französin Emmanuelle Laborit und der Schwede Lars Otterstedt. Da stimmt die Chemie, auch wenn die Gebärdensprache für beide unterschiedlich war und ein Dolmetscher benötigt wurde, gemeinsam unterhielten sie sich letztendlich in der internationalen Gebärdensprache ISL. “Stille Liebe” ist ein deutschsprachiger Film, also musste Laborit für den Perfektionisten Schaub auch mit deutschen Gebärden sprechen, zumal die Oberin diese im Gespräch mit Antonia unterstützend einsetzt. Trotz der babylonischen Sprachverwirrung verstanden sich alle Beteiligten, denn daneben existierte ein fein gesponnenes System von Gesten, Berührungen, Bewegungen und Blicken, was eine universelle Verständigung ermöglicht. Das Formale tritt hinter dem Spiel der Schauspieler und deren Ausstrahlung zurück. Schaub schafft zwar nicht ganz die Emotionalität von Caroline Links “Jenseits der Stille”, dazu wirkt die Story etwas zu konstruiert, aber eins weiß der “Normale” am Ende, Liebe braucht keine Worte. mk.

Darsteller und Crew

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