Staub auf unseren Herzen (2012)

Staub auf unseren Herzen Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Staub auf unseren Herzen: Hervorragend gespieltes, zwischen Tragik und grotesker Komik changierendes Drama um eine Mutter-Tochter-Beziehung.

Kathi ist 30 und hat es im Leben noch nicht zu viel gebracht. Ihre Versuche, Schauspielerin zu werden, sind nicht gerade von Erfolg gekrönt und zu allem Unglück ist sie auch noch von ihrer Mutter abhängig, die sie mit guten Ratsschlägen versorgt und ihr sogar den vierjährigen Sohn wegnimmt, weil sie glaubt, die Tochter sei unfähig zur Erziehung. Als dann noch der Vater auftaucht und die Familie mit der Vergangenheit konfrontiert ist, entscheidet sich Kathi, sich von der Mutter abzunabeln.

Der 30-jährigen Kathi ist es nie gelungen, sich von ihrer Mutter abzunabeln, worunter sie zunehmends zu leiden hat. Zwischen Tragik und grotesker Komik changierendes Drama mit Susanne Lothar in ihrer letzten Rolle.

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Kritiken und Bewertungen

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    Kathi ist 30, allein erziehende Mutter und Schauspielerin, immer auf der Suche nach einer Karrierechance. Doch diese will sich nicht recht einstellen. So bleibt Kathi auch finanziell abhängig von ihrer dominanten Mutter Chris, die eine Wohnung für sie gekauft hat. Chris möchte Kathi in ihrer Nähe wissen. Doch als Kathis Vater nach langer Zeit wieder in ihr Leben tritt und die Probleme vorprogrammiert sind, wird Kathi klar, dass sie ihr eigenes Leben führen muss. Und eine Abnabelung beginnt. STAUB AUF UNSEREN HERZEN ist der Abschlussfilm von Hanna Doose, die Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin studierte. In teils improvisierten Dialogen und kammerspielartigen Sequenzen entspinnen sich intensive Auseinandersetzungen zwischen den Figuren, die ihr seelisches Gepäck stets mit sich tragen. Doose lässt sich Zeit für die Geschichte, erzählt in ruhigen Bildern, sodass der Zuschauer eintauchen kann in diese kleine parabelhafte Welt der Generationskonflikte. Stephanie Stremler spielt die Kathi intensiv und findet in Susanne Lothar, die hier ihre letzte große Rolle spielt, eine kongeniale und ebenbürtige Partnerin. Die Szenen zwischen Mutter und Tochter gehen unter die Haut und lassen Identifikationsmöglichkeiten jeder Art zu. Ein sensibler und mitreißender Film und ein würdiges Vermächtnis einer großen Charakterdarstellerin.

    Jurybegründung:

    Hanna Doose traut sich etwas in ihrem ersten langen Spielfilm. Denn wenn sie statt mit einem ausformulierten Drehbuch mit einem Treatment arbeitet und so den Schauspieler/innen große Freiräume für Improvisationen gibt, vertraut sie sich diesen auf Gedeih und Verderb an. Wie riskant diese Methode ist, kann man an den wenigen misslungenen Szenen von Stephanie Stremler und Florian Loycke sehen, dem man leider immer anmerkt, wie angestrengt er sich bemüht, auf Ansage spontan zu reagieren. Dies fällt vor allem darum so auf, weil die Szenen zwischen Susanne Lothar und Stephanie Stremler solche eine explosive Kraft haben.
    Die beiden spielen furchtlos, und da dies der letzte große Auftritt von Frau Lothar ist, bekommen die Szenen mit ihr zusätzlich ein tragisches Gewicht. Denn weil Hanna Doose, wie sie selber beschreibt, versuchte, die Darsteller dazu zu bringen, "sich mit ihrer ganzen Persönlichkeit" einzubringen, ist dies auch ein verstörend intimer Einblick in die Psyche der Schauspielerin. Als die erfolgreiche Mutter der 30jährigen Kathi versucht sie, das Leben der alleinerziehenden Frau und arbeitslosen Schauspielerin zu kontrollieren. Dieser Grundkonflikt steht im Zentrum des Films. Stephanie Stremler überzeugt mit ihrer extrem langsamen und manierierten Spielweise, die sie so konsequent und glaubwürdig ins Extreme treibt, dass ihre Figur entweder enervierend oder faszinierend anrührend wirkt. Es gelingt hier auch, das Milieu der Berliner Künstlerszene sowohl authentisch wie auch pointiert darzustellen. Alle Figuren leben in unsicheren Verhältnissen - sowohl emotional wie auch ökonomisch, und Hanna Doose schaut auf sie mit einem zugleich liebevollen und schonungslosen Blick. Dies ist das Spielfilmdebüt einer eigenwilligen und talentierten Regisseurin.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Susanne Lothar in ihrer letzten großen Rolle als gestrenge Übermutter, die ihre Tochter für die eigenen Bedürfnisse benutzt.

    Bewusst als “Berlin-Film” mit bekannten Bildern vom Mauerpark oder dem Alexanderplatz bezeichnet Hanna Doose ihr leises Drama über eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung. Zwischen Susanne Lothar (“Funny Games”, “Das weiße Band”) als Übermutter und Stephanie Stremler als unsichere Schauspielelevin stimmt es schon lange nicht mehr, die erfolgreiche Psychologin dominiert und tyrannisiert, die jüngere flüchtet sich in Kleinmädchengehabe und dem wie ein Mantra herunter gebeteten Satz “ich kann mich eben nicht verstellen”. Die Versuche der 30Jährigen, Schauspielerin zu werden, sind nicht gerade von Erfolg gekrönt, sie schleppt sich lustlos von einem Casting zum nächsten und zu allem Unglück gerät sie immer mehr in Abhängigkeit zur Mutter, die sie mit guten Ratsschlägen versorgt und ihr sogar den vierjährigen Sohn wegnimmt, weil sie der labilen Tochter Erziehung und Verantwortung nicht zutraut. Als dann noch nach 15 Jahren Abwesenheit der Vater auftaucht und die Familie mit der Vergangenheit konfrontiert ist, spitzt sich der quälend und drastisch inszenierte Konflikt zu und die junge Frau trifft die schmerzhafte aber notwendige Entscheidung, der Mutter den Kampf um Selbständigkeit und Selbstbestimmung anzusagen. Beide müssen sich von alten Verhaltensmustern befreien.

    Auch wenn die Zwischentöne gut herausgearbeitet sind und die Kombination zwischen den gegensätzlichen Charakteren Interesse weckt, möchte man die unentschlossene Filmfigur manchmal schütteln und aus ihrer Defensivhaltung holen, denn es dauert sehr lang, bis sie sich abnabelt und ihr eigenes Leben in Angriff nimmt. Die Regisseurin gab in diesem dffb-Abschlussfilm den Schauspielern viel Raum und nur einige Leitlinien vor, es existierte ein ausgearbeitetes Treatment und ein dramaturgischer “roten Faden”, Szenen und Dialoge wurden am Set entwickelt. So fehlt streckenweise eine klare Struktur und entstehen Längen. Dennoch “Staub auf unseren Herzen” ist großes Schauspielerinnenkino, das mit Preisen wie dem Förderpreis Produktion und den Förderpreis Regie beim Filmfest München und dem First Steps Award belohnt wurde. mk.

Darsteller und Crew

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