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Stadt der Engel (1998)

Originaltitel: City of Angels
Stadt der Engel Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 4

Filmhandlung und Hintergrund

Stadt der Engel: Nach Wenders' "Der Himmel über Berlin" innovativ fotografierte Liebesgeschichte als kunstvoller Spagat zwischen Anspruch und Kommerz.

Seth gehört zu einer Gruppe von Engeln, die über die Geschicke der Bürger von Los Angeles wachen. Nachdem er sich in die Herzspezialistin Maggie verliebt, die nicht über den Verlust eines Patienten hinwegkommt, gibt er im Namen der Liebe seine Unsterblichkeit auf, um der Angebeteten immer nahe sein zu können. Doch das Schicksal holt die Liebenden schnell ein.

Der Engel Seth lernt während der Erfüllung seiner himmlischen Pflichten – er muß Sterbende ins Jenseits begleiten – die Herzchirurgin Maggie Rice kennen. Die hübsche junge Frau zieht ihn derart an, daß er beschließt, ihr sichtbar gegenüberzutreten – aus einem körperlosen Geist wird ein undurchschaubarer Fremder. Trotz gewisser Zweifel fühlt auch Maggie sich zu dem mysteriösen Seth hingezogen. Allmählich entwickelt sich ihre Freundschaft zu einer tiefen Liebe. Nun muß Seth sich zwischen Unsterblichkeit und dem Chaos des Lebens entscheiden…

Nach Wenders’ “Der Himmel über Berlin” innovativ fotografierte Liebesgeschichte als kunstvoller Spagat zwischen Anspruch und Kommerz.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das Leben nach dem Tod existiert. Gott existiert. Jedenfalls laut "Stadt der Engel", dem US-Remake von Wim Wenders "Der Himmel über Berlin". Der Film ist ein guter Beweis dafür, dass es den Amerikanern doch nicht gelingt, bei der Hollywood-Tauglichmachung europäischer Filme den Stoff grundsätzlich zu verhunzen. Trotz relativ hohem Kitschfaktor ist "Stadt der Engel" ein ruhiger, sehr poetischer Film voller magischer Momente.

    Zum einen ist er eine Liebesgeschichte - die zwischen dem Engel Seth und der Ärztin Maggie. Zum anderen versucht er, mögliche Antworten auf die essentiellen Fragen nach Leben und Tod zu liefern. Und dies gelingt ihm - für einen Hollywoodfilm - äußerst überzeugend. "Stadt der Engel" ist ein typischer Film, bei dem man im Kino das Taschentuch zücken muss, wie könnte man auch nicht mit zwei Stars wie Nicolas Cage und Meg Ryan mitleiden.

    Besonders Cage kann hier beeindrucken, auch wenn seine deutsche Synchronisation grauenhaft ausgefallen ist. Mit leeren Augen steht der Engel Seth dar. Voller Trauer und ohne Lebensfreude. Er kennt das Grauen des menschlichen Alltags, doch er kennt auch das Schöne, beides wird ihm jedoch nur vorgelebt und so bleiben Liebe, Hass, Tod, Schmerz für ihn nur graue Theorie. Der Mensch Seth hingegen strotzt nur so vor Lebensfreude und Energie, er lässt sich, obwohl er es jetzt am eigenen Leibe erfahren muss, nicht unterkriegen. Denn er hat Hoffnung auf die eine wirklich wahre Liebe, die er nun erleben kann.

    Kurz vor Ende blickt der Mensch Seth wieder genauso leer wie er es als Engel tat, jetzt zerfressen von der Frage, ob er das Richtige getan hat, denn seine Hoffnung ist der Hoffnungslosigkeit gewichen. Solange, bis er erkennt, dass er immer noch fühlen, riechen und schmecken kann. Dann sieht man auch wieder das Funkeln in Seths Augen. Wohl kaum jemand könnte den Engel und den Menschen Seth so spielen wie Nicolas Cage. Meg Ryan hingegen wird etwas zur Staffage, besonders wenn sie gegen Cage antreten muss. Es gibt eine Szene in dem Film, wo Maggie den Hinterbliebenen eines verstorbenen Patienten erklären muss, dass ihr Angehöriger tot ist. Sie bleibt kühl, versucht die Nerven zu behalten und gelassen zu sein. Doch man sieht in ihren Augen Verzweiflung, Angst und Hoffnungslosigkeit. Dies ist Meg Ryans beste Szene, eine der besten, die sie je gedreht hat, ansonsten geht ihre Leistung neben der von Cage unter.

    Brad Silberling arbeitet in seinem Film viel mit Lichteffekten, meistens, um eine Gottessymbolik zu schaffen. Seth und Maggie schauen oft zum Himmel, die Sonne fällt auf ihre Gesichter. Seths Gesicht bleibt dabei - jedenfalls solange er Engel ist - meistens dunkel, Maggie hingegen schaut immer direkt in die Sonne. Dies verdeutlicht den Kontrast zwischen Mensch und Engel sehr deutlich. Die gleiche Symbolik verwendet Silberling bei der Kostümauswahl. Der Engel Seth taucht immer in vornehmer schwarzer Kleidung auf, mit einem langen schwarzen Mantel, der im Wind flattert. Der Mensch Seth hingegen rennt in Jeans und Pullover durch die Gegend - genauso wie Maggie.

    "Stadt der Engel" ist ein Film, den man zu Tode interpretieren und diskutieren kann. Am besten jedoch ist, sich diesen wunderschönen Film einfach anzusehen und sich danach vielleicht ganz in Ruhe mal 'ne halbe Stunde zur Seite zu setzten und drüber nachzudenken. Darum fange ich an dieser Stelle auch gar nicht erst an, auf die ethischen Fragen des Themas einzugehen, denn jeder dürfte hier andere Gedanken zu haben.

    Fazit: Eine ungewöhnliche und wunderschöne Liebesgeschichte zwischen Leben und Tod mit einem großartigen Nicolas Gage in der Hauptrolle
  • Dem Himmel sei Dank! Wahrhaft himmlischer Intervention bedurfte es, um Warner nach einer beinahe einjährigen Durststrecke wieder einen reinrassigen Kassenschlager zu schenken. Daß es sich dabei ausgerechnet um das mehrmals verschobene US-Remake von Wim Wenders’ “Der Himmel über Berlin” handelt, verblüfft nur auf den ersten Blick. Denn die brillant und innovativ fotografierte Liebesgeschichte eines Engels und einer von Lebenszweifeln geplagten Chirurgin bietet eben nicht nur den kunstvollsten Majorfilm-Spagat zwischen Arthouse-Ambititon und massenkompatibler Unterhaltung seit langem, sondern mit Nicolas Cage und Meg Ryan auch das erste Traumpaar, das es in diesem romantischen Kinofrühjahr mit Leo und Kate aufnehmen kann.

    “Stadt der Engel” markiert einen Quantensprung für Brad Silberling. Vor drei Jahren reüssierte der Regisseur mit “Casper” und beschwor kommerziell erfolgreich erstmals überirdische Wesen. Keinen Hinweis gab dieser eher belanglose Ausflug ins Popcorn-Universum von Spielbergs Amblin Entertainment, daß Silberling bereits mit seiner zweiten Kinoarbeit ein Film gelingen könnte, der hinlänglich bekannte Melo-Motive modern und erwachsen aufbereitet und sich zudem mutig Fragen über die Vergänglichkeit allen Seins stellt. Von Wenders’ Vorlage blieb in Silberlings Ode an das Leben freilich nur das Handlungsgerüst übrig. Wieder gibt ein Engel, der in der Stadt der Engel unsichtbar für die Augen der Menschen über ihre Geschicke wacht, im Namen der Liebe seine Unsterblichkeit auf, nachdem er sich in eine Herzspezialistin verliebt, die nicht über den Verlust eines Patienten hinwegkommt.

    Wie Wenders’ Film ist aber auch Silberlings himmlischer Streifzug durch die Millionenmetropole von Südkalifornien vor allem eine Hommage an die Stadt, in der er spielt. Seit “L.A. Story” und vielleicht “Grand Canyon” wurde die City of Angels nicht mehr in so fantasie- und liebevollen Bildern eingefangen wie hier. Mit der gleichen Zärtlichkeit, dem gleichen Verlangen, mit dem Nicolas Cage als Schutzengel Seth jede Bewegung von Meg Ryan geradezu in sich aufsaugt, streicht Silberling mit der Kamera durch die Straßen und nimmt L.A. jeglichen Nimbus des Großstadtmolochs. Ähnlich viel Poesie investiert er in die Handlung, die sich langsam zu einem sinnlichen Pas de deux zwischen Cage und Ryan steigert und ihren bewegenden Höhepunkt findet, wenn sich Cage von einem Hochhaus stürzt, um sein Dasein als Engel aufzugeben und den Mantel der Sterblichkeit überzustreifen. Daß “Stadt der Engel” im letzten, hochdramatischen Akt in die Welt des Melos driftet und emotionale Kniffe bemüht, wie man sie im Oeuvre von Douglas Sirk findet, schmälert die Wirkung dieses sinnlichen, entwaffnend naiven Ritt auf den hohen Wogen des prallen Lebens nicht im geringsten.

    Wie schon in “Im Körper des Feindes” findet Nicolas Cage, Hollywoods jüngster Umsatzgarant (ob Action oder Lovestory: zur Zeit ist der Oscar-Gewinner unfehlbar), einen ungewöhnlichen darstellerischen Ansatz für seine Rolle. Mit “traumhaft” ist sein Auftritt am besten beschrieben, wenn er im Comme-de-Garcon-Look mit weit ausholenden Bewegungen und ungeahnter Sensibilität immer ein wenig over the top durch den Film wandelt und Vorgänger-Engel wie John Travolta (“Michael”) und Denzel Washington (“Rendezvous mit einem Engel”) auf die Plätze verweist, während Meg Ryan als Ärztin in der Glaubens- und Schaffenskrise einen unbedingt realistischen, aber nicht weniger überzeugenden Gegenpol bildet. Ebenfalls klasse sind die Fernsehstars Dennis Franz aus “NYPD Blue” als das Leben in voll auskostender Ex-Engel und Andre Braugher aus “Homicide” als Seths bester Freund Cassiel, der sich ebenfalls danach sehnt zu erfahren, was es bedeutet, zu berühren und zu schmecken. Daß der Film in den USA schnurstracks auf ein Einspiel im 70-Mio.-Dollar-Bereich zusteuert, ist ein gutes Omen für den Einsatz in deutschen Landen, wo Nicolas Cage und Meg Ryan auf eine große Fanbasis bauen können. Und schließlich wird es viele Neugierige geben, die es interessiert, wie sehr sich der Himmel über Los Angeles von dem über Berlin unterscheidet. ts.

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