Spieltrieb (2013)

Spieltrieb Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Spieltrieb: Verfilmung von Juli Zehs Bestseller: Dramatischer Thriller um zwei junge Außenseiter, die ein perfides Spiel um Sex und Macht beginnen.

Die frühreife Ada ist 15 und Schülerin am Ernst-Bloch-Gymnasium. Sie ist überdurchschnittlich intelligent, was dazu führt, dass sich die Außenseiterin meistens im Unterricht langweilt. Das ändert sich, als Alev neu in die Klasse kommt. Alev ist ebenfalls hochbegabt, attraktiv, äußerst selbstbewusst und gerissen. Ada ist fasziniert von dem jungen Mann, sucht seine Nähe und wird alsbald in ein gefährliches Spiel aus Sex und Macht, Lust und Leidenschaft hineingezogen. Ihr ahnungsloses Opfer wird Sport- und Deutschlehrer Smutek.

Zwei junge Außenseiter finden einander im Klassenzimmer und beginnen ein perfides Spiel um Sex und Macht. Drama-Thriller-Mix nach dem Roman von Juli Zeh, mit dem sich Gregor Schnitzler eines brisanten Themas annimmt.

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Kritikerrezensionen

  • Leben wir nicht alle in einer Welt der Spieler? Intelligenter Film, der sich mit der Frage beschäftigt, wie man unanständige Taten moralisch rechtfertigen kann.
  • Ada (Michelle Barthel) ist klug, hat mit fünfzehn schon zwei Klassen übersprungen und langweilt sich. Als Alev (Jannik Schümann) an ihre Schule kommt, fühlt sie sich gleich zu ihm hingezogen. Er ist witzig, frech, intelligent – wohltuend anders. Die beiden Außenseiter erkennen schnell, dass sie Seelenverwandte sind. Als Alev ein gefährliches Spiel vorschlägt, ist Ada dabei. Auch als sie merkt, dass es um Macht und Manipulation geht – schließlich will sie dem charismatischen Alev, in den sie sich verliebt hat, imponieren. Bis die Situation aus dem Ruder läuft und Ada nicht mehr weiß, wer in dem Spiel ihr wirklicher Gegner ist und auf wen sie sich verlassen kann … Den provokanten Roman von Juli Zeh bringt “Die Wolke”-Regisseur Gregor Schnitzler überzeugend, in stylisher Videoclip-Ästethik auf die Leinwand. Die perfekte Umsetzung, denn unter der coolen Oberfläche brodeln Gefühle und Leidenschaften, die das geniale Nachwuchs-Duo Barthel/Schümann in selten gesehener Power und natürlicher Präsenz überzeugend auf die Leinwand bringt. Maximilian Brückner als Lehrer/Opfer und Richy Müller als Mentor runden das perfekte Cast ab. Ein Spiel um Abhängigkeit, Mobbing, Manipulation, Sex und Emotionen. Wild und atemlos.

    Fazit: Ein Film, der heiße Diskussionen auslösen wird: Kongeniale Umsetzung eines Zeitgeist-Romans als Thriller.
  • "Spieltrieb" ist die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Juli Zeh aus dem Jahr 2004. Die verstörende Geschichte über zwei skrupellose Jugendliche, die einen Lehrer erpressen, gehört mittlerweile an vielen Schulen zur Unterrichtslektüre. Wie der Roman, wirkt auch der von Gregor Schnitzler ("Die Wolke", "Resturlaub") inszenierte Film provozierend, weil er die Motive der Schüler ein Stück weit im Unklaren lässt und die Angst vor einer Jugend, die keine Werte kennt, schürt.

    Generell erscheint der kopflastige und unterkühlte Roman, der so viel Raum für eigene Interpretationen lässt, für eine Verfilmung nicht unbedingt geeignet. Von der Kamera lässt sich zum Beispiel die Gedankenwelt der introvertierten Ada schlecht einfangen. Hier behilft sich der Film mit einem Mittel, das nicht frei von störenden Nebenwirkungen ist: Ada macht bei dem Sex-Erpressungsspiel mit, weil sie in Alev verknallt ist. Der im Roman so indifferenten Figur Emotionen zu verleihen, macht aber den Sex mit dem Lehrer nicht wirklich plausibel und widerspricht ein wenig dem nihilistischen Fundament des Romans.

    Die Realitätsferne der Charaktere ist ein generelles Markenzeichen der Geschichte. Darüberhinaus wirkt die von Michelle Barthel gespielte Ada nicht nur wie eine unabhängige Denkerin, sondern auch mädchenhaft sensibel und fragend. Jannik Schümanns blonder Alev fasziniert mit seinem eiskalten Charme. Stets trägt er Anzug und Krawatte – auch ein Ausdruck der schneidenden Ironie dieser Figur.

    Die Kulisse greift den Kontrast zwischen dem Bildungsauftrag der Erwachsenen und den unbeeindruckten Schülern auf. Einer der Drehorte für das Ernst-Bloch-Gymnasium ist der Lichthof der altehrwürdigen Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, der geistige Tradition symbolisiert und an das politische Engagement der Geschwister Scholl erinnert. Ausgerechnet in solch einem Ambiente setzen Ada und Alev ethische Regeln außer Kraft. Die Musik verstärkt die leicht unheimliche, energiegeladene Atmosphäre, die den Film durchzieht.

    Fazit: Die Abgebrühtheit eines Schülerpärchens, das einen Lehrer sexuell erpresst, hebt das provokante Jugenddrama "Spieltrieb" nach dem gleichnamigen Roman von Juli Zeh auf ein solides Spannungsniveau.
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News und Stories

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