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Sieben (1995)

Originaltitel: Seven
Sieben Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (3)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 0

Filmhandlung und Hintergrund

Sieben: Thriller über ein ungleiches Ermittlerduo, das einem perfiden Serienmörder auf der Spur ist.

Detective Lt. William Somerset (Morgan Freeman) ist schon viele Jahre im Dienst und steht kurz vor seiner Pensionierung. Nur noch eine Woche in den verregneten Straßen der amerikanischen Großstadt, dann beginnt der wohlverdiente Ruhestand. Für den Übergang wird ihm sein Nachfolger Detective David Mills (Brad Pitt) als Partner zur Seite gestellt, der gerade mit seiner Ehefrau Tracy (Gwyneth Paltrow) zugezogen ist und schon Erfahrungen bei der Mordermittlung hat. Zunächst verstehen sich die beiden Polizisten nicht besonders gut, aber der erste Fall, den sie zugeteilt bekommen, macht die Verständnisprobleme zwischen dem ehrgeizigen und arroganten Jungspund und dem desillusionierten alten Hasen erst mal zur Nebensache. Bei der Untersuchung des Tatorts bietet sich den Beamten ein grausames Bild: Ein krankhaft fettleibiger Mann, der um die 400 Pfund auf die Waage bringt, wurde in seiner Wohnung offenbar festgehalten und zu Tode gemästet. Die Arme und Beine sind mit Draht gefesselt, unter dem Tisch steht ein Eimer mit Erbrochenem. Erst mal können sich Somerset und Mills keinen Reim auf die Tat machen, aber nachdem ein zweites Mordopfer gefunden wird, das vor seinem Tod ebenfalls brutal misshandelt wurde, stoßen sie auf eine Verbindung: Der Killer bestraft seine Opfer für die sieben Todsünden. Die bisherigen Morde repräsentierten  Maßlosigkeit und Habsucht, bleiben noch fünf weitere Morde für Hochmut, Neid, Zorn, Wollust und Trägheit, die bald folgen werden. Alles deutet darauf hin, dass die Ermittler es mit einem ebenso verrückten wie intelligenten Mann zu tun haben, der mit ihnen ein perfides Spiel treibt. Der Mörder hinterlässt an den Tatorten zwar subtile Hinweise auf zukünftige Opfer, doch die beiden Polizisten hinken dem Killer immer einen Schritt hinterher…

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (8)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Gefräßigkeit, Habgier, Faulheit, Begierde, Stolz, Neid und Zorn: die sieben Todsünden, anhand derer ein eiskalt kalkulierender Serienkiller mit Erlöserkomplex seine Opfer auswählt, um die Öffentlichkeit auf den moralischen Zerfall der Gesellschaft aufmerksam zu machen und Buße tun zu lassen. Das ist die pessimistische Prämisse für das morbid-faszinierende Kriminaldrama “Sieben”, das einen fabelhaft agierenden Morgan Freeman (“Die Verurteilten”) und Shooting Star Brad Pitt (“Legenden der Leidenschaft”) als Polizei-Team vereint. Kompromißlos von David Fincher (“Aliens 3″) inszeniert, entfaltet die New-Line-Produktion ein emotional verstörendes Pandemonium, dem man sich nicht entziehen kann. Im Gegensatz zum thematisch entfernt verwandten “Das Schweigen der Lämmer” wird bei “Sieben” lediglich in Form von Pitts Charakter eines ignoranten Landeis ein Hauch von Comic Relief angeboten; die Darstellung der Crime Scenes und Leichen wirkt bis zur Schmerzgrenze real, die beiden Cops führen eine sozial isolierte Existenz. Ihre Stadt ist ein verrottetes, schwelendes Sündenbabel, in dem es ununterbrochen sintflutartig zu regnen scheint. Der Effekt einer stilisierten Unterwelt wurde dabei mit einer speziellen Filmentwicklungstechnik erzielt, die die dunklen Farben leuchtend vertieft und weiße Töne heller und härter wirken läßt. Der erste Mord, den der altgediente Detective William Somerset (Freeman) und der junge Heißsporn David Mills (Pitt, der mit Kurzhaar und Bartstoppeln bewußt gegen sein “Sexiest Man Alive”-Image ankämpft) zusammen bearbeiten, ist ein extrem übergewichtiger Mann, der bis zum Platzen zwangsgefüttert wurde. In Folge serviert ihnen ein unglaublich methodischer, obsessiver Killer (Kevin Spacey ist großartig als sadistischer Jammerlappen) für jede Todsünde ein passendes Opfer. Der raffinierte Trick Finchers ist es, die Gewalt lediglich zu suggerieren. Er beschränkt, sich darauf, ihr Resultat, also die verstümmelten sterblichen Überreste der Opfer, zu zeigen. Der einzige Anflug von Humanität in dieser desolaten Umgebung, hervorgehoben von einem hypnotisch-kakophonischen Soundtrack, wird von Mills Frau Tracy (Pitts Verlobte Gwyneth Paltrow) eingebracht. Es ist schließlich die Büchereikarte des Maniacs mit einer Vorliebe für Dante, Shakespeare und Marquis de Sade, die die beiden Cops auf seine Spur führt. Doch der beschließt ohnehin, geradewegs in die Polizeistation zu marschieren, um so sein perverses Spiel auf die Spitze zu treiben. Im Kontrast zum naß-tristen Stadtbild verlegt Fincher das in seiner Intensität einem Tritt in die Magengrube gleichende Finale in eine Prärielandschaft zwischen Hochspannungsmasten. Kameramann Darius Khondji (“Vor dem Regen”) leistet hervorragende Arbeit. Darüberhinaus sind die Opening Credits – im minimalistischen Stil mit verstörenden, superschnell geschnittenen Bildfetzen und einem Musik-Sample der Industrial-Ikonen “Nine Inch Nails” unterlegt – ein kleines Meisterwerk für sich. Seine klaustrophobische Alptraumatmosphäre macht “Sieben” zu einem film très, très noir, der am US-Startwochenende trotz seiner kompromißlosen Härte mit einem Einspiel von fast 14 Mio. Dollar sündhaft erfolgreich war. ara.

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