Side Effects (2013)

Side Effects Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Side Effects: Mitreißender Thriller um den Missbrauch von Psychopharmaka mit Channing Tatum und Rooney Mara als Paar in der Krise und Jude Law als Arzt, der zur Zielscheibe wird.

Die New Yorkerin Emily Taylor sieht ihren Mann nach vier Jahren Trennung, in denen er wegen Insiderhandels im Gefängnis war, wieder. Statt sich zu freuen, fällt sie in ein tiefes Loch und begeht einen Selbstmordversuch. Ihr Psychiater, der teilnahmsvolle Dr. Jonathan Banks, verschreibt ihr auf Anraten von Emilys vorheriger Ärztin ein neues Medikament, das frei von den üblichen Nebenwirkungen sein soll. Wenig später begeht Emily eine entsetzliche Tat, und Dr. Banks gerät in ein undurchsichtiges Netz von Manipulation und Lügen.

Eine junge Frau begeht unter dem Einfluss von Psychopharmaka ein Verbrechen. Vor Gericht landet auch der Arzt. Hintergründiges Kriminaldrama mit satirischen Untertönen, hervorragend gespielt und von Steven Soderbergh inszeniert.

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Kritikerrezensionen

  • Ein Psychothriller zwischen Edel-Trash und verfehlter Ambition – Steven Soderberghs letzter Kinofilm ist so vergnüglich wie konsequent. Auf eine schräge Art zumindest.
  • Provokativer Psychothriller, in dem Steven Soderbergh souverän-spannend und unterstützt von einer exzellenten Besetzung Psychopharmaka-Missbrauch thematisiert.

    Soderbergh gilt als einer der vielseitigsten Regisseure überhaupt. Er versteht es Ton und Themen so mühelos zu wechseln, wie der Protagonist in seinem kurzweiligen Stripper-Spaß “Magic Mike” die Hüllen fallen lässt. Nun wendet sich der Ausnahmeregisseur wieder den Auswüchsen einer maroden Gesellschaft zu, wie zuvor unter anderem mit dem Drogenkrimi “Traffic” oder dem Umweltthriller “Erin Brockovich”. Nach einem Drehbuch seines “Contagion” und “Der Informant!”-Drehbuchautoren Scott Z. Burns entsteht ein vertracktes Psychopuzzle um die zwielichtigen Machenschaften der Pharmakonzerne, um die Ärzte, die von ihnen manipuliert werden und die Patienten, die ihnen mehr oder weniger hilflos ausgeliefert sind.

    Eine dieser Patienten ist die labile New Yorkerin Emily Taylor (umwerfend: David Finchers “Verblendung”-Muse Rooney Mara). Ihr Mann (Channing Tatum in einer kleinen Rolle) wird nach vier Jahren Gefängnis wegen Insiderhandel entlassen. Doch anstatt der großen Freude erlebt sie tiefen Frust und begeht einen Selbstmordversuch. Daraufhin kommt sie in Kontakt mit dem teilnahmsvollen Psychiater Dr. Jonathan Banks (Jude Law), der ihr Antidepressiva verschreibt. Auf Anraten von Emilys vorheriger Ärztin Dr. Victoria Siebert (Catherine Zeta-Jones) wechselt Banks zu einem neuen Medikament für Emily, das frei von den üblichen Nebenwirkungen zu sein scheint. Doch dann begeht Emily eine entsetzliche Tat, und Dr. Banks gerät in ein Netz von Manipulation und Lügen.

    Soderbergh inszeniert seinen “Sex, Lies and Antidepressants”-Thriller mit gewohnt sicherer Hand und scharfen Blick für intime und intensive Emotionen. Darüberhinaus steuert er die passend trüb-düstere HD-Kameraarbeit wie üblich unter seinem Pseudonym Peter Andrews selbst bei. Die morbide Atmosphäre wird auch vom eindringlichen Instrumentalscore von Thomas Newman heraufbeschworen. Dennoch geht “Side Effects” nicht durchgängig bierernst zur Sache, ein unverkennbar salopp satirischer Unterton durchzieht den Film, etwa wenn herausgearbeitet wird, dass die Nebenwirkungen der Medikamente häufig ähnlich gefährlich sind wie die Krankheiten, die sie behandeln sollen. Diverse Wendungen und Rückblenden kreieren ein komplexes Plot-Gebilde, das gegen Ende etwas überstrapaziert wird, so dass die Plausibilität leidet. Doch schon allein Maras elektrisierende Performance ist so packend, dass dies kaum ins Gewicht fällt. So ist die stärkste Nebenwirkung dieser smarten Kinozubereitung guter Unterhaltungswert. ara.
  • Steven Soderberghs "Side Effects" beginnt vielversprechend: Die erste Dreiviertelstunde wirkt das Ganze wie eine bitterböse Abrechnung mit der Pharmaindustrie. Der Zuschauer wird mit Namen von Antidepressiva regelrecht bombardiert. Jede Figur schwört auf ein anderes Medikament und empfiehlt DAS ultimative Wundermittel. Und es sieht aus, als müsse der arme Dr. Banks, gespielt von Jude Law, als Sündenbock herhalten.

    Doch dann kippt der Film und wird zu einem schnöden Thriller nach dem Motto "Nichts ist, wie es zuerst scheint" - außer Dr. Banks. Schon seine Einführung lässt keinen Zweifel daran, dass er gut in seinem Job ist - sehr gut sogar. Und um seine neue Patientin besser behandeln zu können, fordert er nicht einfach nur die Unterlagen bei ihrer früheren Therapeutin an, nein, er sucht sie persönlich auf. Auftritt Catherine Zeta-Jones. Dass die beiden aufeinander treffen ist leider nicht besonders realistisch. Doch braucht Soderbergh diesen "Plot Device", weil Zeta-Jones' Charakter Banks das neue Wundermittel Ablixa vorschlägt und so die Katastrophe erst entstehen kann.

    Der Rest des Films erinnert dann stark an den Thriller "Eiskalte Leidenschaft" von 1992 mit Richard Gere und Kim Basinger in den Hauptrollen. Auch dieser Thriller handelt von einer Frau, die ihren Mann umgebracht hat und offenbar nicht dafür verantwortlich gemacht werden kann. Wie in "Side Effects" steht ebenfalls ein Psychiater im Mittelpunkt der Geschichte, der entdecken muss, dass nichts ist, wie es den Anschein hat. Allerdings kommt der Twist in dem Thriller von 1992 tatsächlich unerwartet. Die Überraschungen, die Soderbergh für sein Publikum bereit hält, funktionieren leider nicht so gut, weil sie vorhersehbar oder nicht logisch sind.

    Das ist schade, denn "Side Effects" ließ zu Beginn auf Großes hoffen: So lässt Soderbergh zum Beispiel eine Hauptfigur völlig unerwartet bereits im ersten Drittel des Films sterben oder findet tolle Bilder für Emilys vermeintlichen Geisteszustand. So reicht zum Beispiel eine simple Kameraeinstellung, die Emilys Blick an die Decke simuliert, aus, um zu signalisieren, dass sie keinen Spaß am gerade stattfindenden Sex hat. Auch die Perspektive der Kamera unter dem Gaspedal, als Emily - vom "Exit"-Schild an der Parkhauswand scheinbar magisch angezogen - ins Auto steigt und aufs Gas tritt, ist durchaus innovativ. Und nicht zuletzt ist die Abwärtsspirale, in die sich Dr. Banks selbst immer weiter hinab schraubt, bis auch sein Privatleben in Mitleidenschaft gezogen wird, eindrucksvoll. Nur ist Soderbergh nicht im Stande, dieses Niveau toller Bilder, innovativer Kameraperspektiven und interessanter Handlungsstränge zu halten.

    Fazit: Steven Soderbergh scheint mit seinem Thriller "Side Effects" anfänglich einen neuen Weg einzuschlagen. Doch der entpuppt sich dann leider doch als breit getretener Trampelpfad mit kleineren Logiklöchern.
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