Sedwitz (2015)

Sedwitz Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (3)
  1. Ø 5

Filmhandlung und Hintergrund

Sedwitz: Sechsteilige Serie um den fiktiven oberfränkisch-thüringischen Ort Sedwitz kurz vor dem Zusammenbruch der DDR.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein etwas anderer deutsch-deutscher Grenzverkehr herrscht in Paul Harathers hintersinniger Mini-Serie, einem cleveren Mix aus Provinzposse und Politsatire.

    Der Vorspann ist ein Versprechen. Virtuos montierte Dokumentaraufnahmen sind zu sehen, sattsam bekannte “Kalter Krieg”-Bilder – Berliner Blockade, Atomtests, Kuba, Mauerbau etc. -, der Verlauf des “Eisernen Vorhangs” wird anhand einer Landkarte gezeigt. Und da gibt es noch, so erfährt man von einer Stimme aus dem Off, “eine Krise, die bis heute in den Geheimarchiven Moskaus und Washingtons schlummert.” Schlüsselfigur der geheimnisvollen Affäre ist der ostdeutsche Grenzsoldat Rolf “Ralle” Pietzsch, der 1988 mit seinem Tun wohl einen Geheimplan der Sowjets, den Zerfall des Ostblocks zu verhindern, vereitelt hat – ob nun willentlich oder nicht.

    Muss also die Geschichte des Mauerfalls neu geschrieben werden? Eine mo?gliche, freilich nicht ernst gemeinte Antwort auf diese Frage gibt die neue sechsteilige ARD-Serie “Sedwitz”, die erst zu nachtschlafender Zeit um 23:30 Uhr zur Ausstrahlung kommt und so leider nicht das Publikum erreichen wird, das sie verdient. Regisseur Paul Harather (“Indien”), seines Zeichens renommierter österreichischer Komödienspezialist, schrieb mit Stefan Schwarz die Drehbu?cher, mittels eines kleinen Trick haben die beiden es geschafft, dass sich Ossis und Wessis vor der Wende wie in einem Laborversuch begegnen – und zwar, so Schwarz, “ganz ohne Sektregen und Trabbikolonnen”.

    Ein Tunnel nahe dem Titel gebenden Dorf macht’s möglich. Den Schlüssel zu dessen Eingang bekommt “Ralle” (Thorsten Merten) von einem sterbenden Stasi-Offizier in die Hand gedrückt. Um für seinen Sohn den zum Geburtstag gewünschten Zauberwu?rfel zu besorgen, macht sich der NVA-Angehörige erstmals auf den Weg in den Westen. Hier trifft er unter anderem auf den arglosen Bundesgrenzschutzbeamten “Hubsi” (Stephan Zinner) und den geschäftstüchtigen Gastwirt Franz (Hannes Ringlstetter). Und ehe er sich versieht, steckt er in einem Geflecht aus Schmuggel und Korruption – und bekommt eine mysteriöse Akte namens “Kaiserwalzer” zum Kauf angeboten.

    Augenzwinkernd ist der Ton, musikalisch wird man mit “We all living in Amerika, Amerika ist wunderbar” eingestimmt, deutsch-deutsche Befindlichkeiten werden mit schlitzohrigem (SED-)Witz im thüringischen bzw. fränkischen Dialekt untersucht. Nahe Mu?nchen wurde die “Mauer” wieder errichtet, der Grenzzaun neu gezogen. Großen Wert hat Szenenbildner Andreas C. Schmid auf Authentizität gelegt, überaus sorgfältig hat man zudem in Sachen Kostümdesign und Make-up gearbeitet. Schauspielerisch – vor allem ob seiner Mimik und Körpersprache – ist Merten (“Halbe Treppe”) eine Klasse für sich, die Lacher hat sein Gegenspieler, der grobmotorische Dampfplauderer Zinner auf seiner Seite. Provinzposse und Politsatire in Einem ist dieses TV-Highlight, das Harathers NSA (Neue System Agentur) im Auftrag von BR und MDR produziert hat. geh.

Darsteller und Crew

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